Neu- und Umbau Schulen und Hochschulen

  • Neubau Johann-Pachelbel-Realschule in Kleinreuth

    Weiter oben hat Nothor hat die neue Realschule in Kleinreuth schon von außen vorgestellt.


    Hier findet man einige Bilder des Inneren des Gebäudes. Die Architekten selbst haben auch einen Text verfasst, in dem die Hintergedanken der Architektur erläutert werden.


    Bemerkenswert ist, dass die neue Schule in Fachkreisen ein breites Echo hervorgerufen hat. Selbst das Magazin des Berufsverbands der amerikanischen Architekten hat darüber berichtet.


    Mir persönlich gefällt die Außengestaltung der Schule ganz gut. Im Innenbereich wurde für meinen Geschmack zu viel auf Sichtbeton gesetzt.

  • Außen hui und innen, nunja, nicht ganz pfui, aber doch etwas komisch, das geht mir auch so. Die Klassenzimmer sehen ja noch gut aus. Auch die Foyers, Treppenhäuser etc. sind von den Formen her zwar schon gelungen. Aber durch den vielen Beton wirkt das Ganze dann wie eine moderne U-Bahn-Station und nicht wie ein anregendes Umfeld für Kinder. Trotzdem insgesamt ein deutlich überdurchschnittlicher Bau, finde ich.

  • Sehe ich auch so. Das Berufsbildungszentrum in der Wieselerstraße ist übrigens im Innern ebenfalls von Sichtbeton dominiert. Unsere Azubis berichten zurückhaltend von der Betonorgie im Innern. Initiativen um sie zu gestalten und ihnen die Wucht zu nehmen sind seitens der Schulleitung seinerzeit gestoppt worden. Trotzdem finde ich eigentlich alle Schulbauprojekte der Stadt in den letzten Jahren vorzeigenswert!

  • Auf Nordbayern.de ist ein Bericht über die Platznot an Nürnberger Grundschulen und künftig geplante neue Schulgebäude.


    Entstehen sollen neue Grundschulen in den neuen Stadtteilen Lichtenreuth und Tiefes Feld, aber auch in Thon und Eberhardshof. Im Tiefen Feld soll auch noch ein Gymnasium dazu kommen. Für weitere Schulgebäude sucht man noch geeignete Grundstücke in der Südstadt, im "Knoblauchsland" und Mögeldorf/Glaishammer.


    Viel zu tun in kurzer Zeit, hoffentlich bleibt die Architektur dann nicht auf der Strecke.

  • Das hier zuletzt noch als Entwurf zu sehende zentrale Informationszentrum der Georg Simon Ohm Hochschule (Zentralbibliothek und Rechenzentrum) ist inzwischen zu einem stattlichen Gebäude emporgewachsen. Ende Oktober kam ich da mal am Prinzregentenufer vorbei. Den damaligen Stand der Dinge stelle ich hier mal ein:



    Mir gefällt dieser Bau ziemlich gut. Wirkt groß, aber nicht bombastisch, sondern durchaus licht und hell. Als Gegenüber zum alten Baumbestand entlang der Flußseite des Prinzregentenufers passt das gut.

  • Hier auch noch eine Ansicht des Informationszentrums von der anderen Seite, also dem Hof des Areals der Technischen Hochschule. Ich finde, der Bau macht schon was her. Natürlich ist es ein Zweckbau, aber schon einer von der sehr gelungenen Sorte (man denke im Vergleich an den gräuslichen Bestellbau der Hochschule am Dürrenhoftunnel). Hinter prestigereicheren Bauten wie dem neuen AOK-Hauptsitz oder dem "Tafelhof Palais" fällt das für meinen Geschmack jedenfalls nicht sehr weit zurück. Offenbar große Geschoßhöhen und durch die vielen großflächigen Fenster sowohl nach außen freundlich als auch nach innen sicher dann später mal sehr hell.


  • Große Architektur ist das jetzt nicht, sondern ganz klar der Stil unserer Zeit; kubische Formen und schmale, senkrechte, bodentiefe Fenster. Aber ich stimme dir zu, für den Ort und den Zweck angemessen, und wenn ich richtig sehe sogar eine massive Fassade, also wertige Anmutung! Da kann man schonmal nicht meckern.

  • Inzwischen gab es für das Inofrmationszentrum an der Ohm-Hochschule auch das Richtfest. Die Hochschule wird das Gebäude dann ab dem Frühjahr 2020 nutzen können.


    http://www.nordbayern.de/regio…eiten-richtfest-1.8563052


    Die in der Artikelüberschrift genannten Proteste beziehen sich (glücklicherweise) nicht auf diese insgesamt erfreuliche Aufwertung der Hochschule, sondern auf die Zukunft der Kinderkrippe in den danebenliegenden Villa.

  • Dachsanierung Pirckheimer-Gymnasium


    https://www.nordbayern.de/regi…ie-geruste-fort-1.8773559


    Wie die Lokalpresse bereits Anfang April berichtete, geht die Sanierung des Daches am altehrwürdigen Pirckheimer-Gymnasium in der Gibitzenhofstraße endlich voran. Ich kenne das Gebäude seit 2015 überwiegend nur eingerüstet. Das Gebäude darf man als Vorkriegsbau ruhig zu den "Nürnberger Schulpalästen" zählen, und trotzdem ist es erstaunlich, dass hier mehr passiert als nur der Austausch der Dachziegel. So wird wohl der mittlere Schaugiebel wieder errichtet, um an die ursprüngliche, sehr repräsentative Gestalt des Schulhauses zu erinnern. Lt. Presse soll der Giebel binnen drei Wochen stehen, noch ist nichts zu sehen. Und drei Wochen erscheinen mir für eine hochwertige Rekonstruktion der historischen Giebel auch viel zu kurz. Ich erwarte daher einen modernen Aufbau, der - wenn wir Pech haben - die hochwertige historische Fassade nicht wirklich schmücken kann. In der Handreichung der Stadt zur Bürgerversammlung des Stadtteils aus 2016 (Link) kann man eine undeutliche Darstellung des Planes auf Seite 15 erkennen. Ich bin gespannt!

  • Der Neubau für die Maria Ward Schule kommt auch gut voran. Zusammen mit dem Ohm-Neubau nebenan wird das eine nicht unansehnliche Bildungsmeile. Auch wenn ich es bei den Maria Ward-Plänen schade finde, dass die spannendere Fassade zum Innenhof rausgeht. Aber immerhin wird es auch zum Prinzregentenufer hin hell und transparent. Mal sehen, welche Fassadenverkleidung da am Ende hin kommt.


  • Dachsanierung Pirckheimer-Gymnasium


    Nun wird der mittlere Giebel wieder aufgerichtet, in Leichtbauweise aus Holz und OSB-Bauplatten. Davor kommt sicherlich Dämmung, und davor dann ein Verputz. Interessant wird ob Fenster eingebaut werden und wenn ja, wie sie proportioniert sind, damit das ganze nicht entstellend wirkt.



    Ende Juni wird es bestimmt fertig sein.


    (c) Fotos von mir.

  • Dachsanierung Pirckheimer-Gymnasium

    Und dann ging es doch ganz schnell:




    Und, wie sind die Meinungen hierzu?
    Ich habe das so jetzt nicht erwartet. Möglicherweise ist die Gestaltung ja Ergebnis eines Schülerwettbewerbs an der Schule? Auf jeden Fall schaut der Schulbau als Ganzes so deutlich besser aus, die "Notdach"-Zeit ist damit vorbei.

  • Aus denkmalpflegerischer Sicht finde ich den Giebel gelungen. Er greift die ursprüngliche, im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gestaltung auf, interpretiert sie aber in zeitgenössischen Formen. Die Lösung hat einen künstlerischen Eigenwert. Sie zeigt deutlich, dass es sich um eine jüngere Ergänzung handelt, ohne dass diese dem Altbestand optisch die Bedeutung rauben würde.



    Ursprünglich lag die Firstlinie des mittleren Giebels übrigens über der des Hauptdachs und war mit einem Dachreiter (mit Auslass der Lüftungsanlage) versehen. Außerdem gab es auch im Norden und Süden der Fassade flankierende Giebel. Die sind gestalterisch allerdings durch die Beseitigung bzw. kriegsbedingte Zerstörung der Blendarkaden im Obergeschoss obsolet geworden. Hier eine 1936 gelaufene Ansichtskarte (Verlag Regina Richter/Sammlung Sebastian Gulden – "Nürnberg – Stadtbild im Wandel"):


  • Wow, danke für die historische Ansicht! Ich wusste nicht dass das Schulhaus so stark beschädigt gewesen sein muss. Das neue Dach gefällt mir auch, es ist eine künstlerische Reminiszenz um den Bau zu schmücken. Ich fürchtete, dass es einfach ein Zweckbau werden würde, um im Dach einen Raum zu schaffen, der dann ein einfaches Fenster in verputzter Dämmfassade bekommen würde. Das hätte gestalterisch schief gehen können, aber so ists sehr ansehnlich!

  • Was das Pirckheimer-Gymnasium betrifft, bin ich ein bisschen zwiegespalten. Dass das Dach jetzt wieder einen Giebel hat, ist erfreulich. Und dass es viel schlimmer hätte kommen können, stimmt ebenfalls. Ob der Giebel mir aber wirklich gefällt, weiß ich nicht so recht. Er wirkt halt schon sehr modern, scharfkantig und "hart" auf einem Gebäude aus Ziegeln und Natursteinen, denen man ihr Alter und ihre Geschichte anmerkt. Außerdem wirkt er für mich etwas niedrig, flach und gedrungen. Da passen die Proportionen nicht ganz zu den schönen großen und in die Höhe strebenden Fenstern darunter.


    Schade ist auch, dass im Zuge der Dachsanierung sämtliche verbliebenen Dachgauben dran glauben mussten. Abgesehen von dem Solitär des Giebels ist das Dach jetzt einfach eine riesige rote Fläche. Man vergleiche den Vorzustand:
    https://www.google.com/maps/@4…bfov%3D100!7i13312!8i6656


    Alles in allem schon in Ordnung, aber in Begeisterung breche ich auch nicht aus. Der Vorzustand war zwar schlichter, aber für mich stimmiger. An den Ursprungszustand kommt beides nicht ran, danke Hans Ebert ! Bei letzterem hatte die Stadt auch noch Platz für Bäume vor dem Gebäude. Da aber Bäume wegen potentiell herabfallender Zweige von der Stadt Nürnberg als gemeingefährlich eingestuft werden und außerdem dem Verkehr Platz wegnehmen, geht sowas natürlich heute nicht mehr.