Bestandsaufnahme Campus Bockenheim

  • Bestandsaufnahme Campus Bockenheim

    ^ porteño, Deinen Hinweis habe ich zum Anlass genommen, das alte Uni-Gelände zu besuchen, um eine aktuelle Bestandsaufnahme des zukünftigen Kulturcampus' zu erstellen. Ich habe mir also mal wieder viel vorgenommen. Den Schwung Fotos habe ich nach Straßen sortiert auf mehrere Beiträge aufgeteilt. Bekanntermaßen wird das Areal durch folgende Straßen begrenzt (siehe auch die Karte): Senckenberganlage, Georg-Voigt-Straße, Gräfstraße, Sophienstraße, Zeppelinallee. Die Bockenheimer Landstraße, die Mertonstraße, die Jügelstraße und die Robert-Mayer-Straße queren das Viertel.


    Ich beginne an der Kreuzung Zeppelinallee / Bockenheimer Warte/Landstraße / Senckenberganlage. Von der Bockenheimer Landstraße grüßt das alte Uni-Gelände mit verheißungsvollem "Reconstruction"-Banner:



    Das wird auch unser Endpunkt sein. Zunächst biegen wir links in die Senckenberganlage ab:



    Vorne rechts ist der "Labsaal" (Konferenzgebäude) zu sehen, dahinter das Juridicum (Verwaltungsgebäude), dann das Senckenberg-Museum (kaum sichtbar) und dahinter der AfE-Turm. Der Labsaal ist seit einiger Zeit mit den erwähnten Bannern verhängt:



    Seine Rückseite:



    Das Juridicum ist ein omnipräsenter Klotz:



    Von Süd-Osten:



    Die Rückseite überrascht nicht:



    Der Anbau mit seinem "Fabrikdach" gehört ebenfalls dazu:



    Südlich des Juridicums stehen die Gebäude des Senckenbergmuseums mit seinen Forschungseinrichtungen. Der nördliche Seitenflügel:



    Das Hauptgebäude mit dem Eingangsportal:



    Sehr schöne Details:



    Die Rückseite des südlichen Seitenflügels:



    Der Innenbereich mit einem Technikgebäude links:



    Keine Schönheit, es birgt aber geheime Fenster und Türen:



    Die Sternenwarte thront auf dem Gebäude des Technischen Vereins (Robert-Mayer-Straße). Das kommt später. Hier erst einmal nur die Warte:



    Das Juridicum wird in seiner Präsenz nur vom AfE-Turm übertroffen. Hier einmal von Nordosten:



    Eine gewisse Faszination übt der Turm unbestreitbar aus:



    Sogar hier und da etwas wie Schönheit:



    Und es gibt sogar Fenster, durch die jeder zum Engel wird:



    Bilder: epizentrum

  • Robert-Mayer-Straße

    Wir biegen erst einmal rechts in die Robert-Mayer-Straße ab. Durchblick:



    Rückblick vom anderen Ende:



    Und die Rückseite dieser Gebäude:



    Aber von vorne. In der Straße erwarten uns zunächst der Physikalische Verein auf der rechten und das "FLAT" genannte Sockelgebäude, das zum AfE-Turm gehört, auf der linken Seite. Der Physikalische Verein:



    Seine Rückseite:



    Das FLAT:



    Leicht heruntergekommen ist es bereits:



    Auf der rechten Straßenseite folgen dem Physikalischen Verein zwei Mathematik-Gebäude:



    Mathematiker-Biotope:



    Die Rückseite des Gebäudes ist weniger schmuck:



    Danach kommt das Mathe-"Hochhaus":



    Es befindet sich an der Ecke zur Gräfstraße, passt überhaupt nicht in den Blockrand, hat aber durchaus seinen Reiz:



    Allerdings auch hier wieder - vorne hui, hinten pfui:



    Bilder: epizentrum


    Gegenüber den Mathe-Gebäuden befindet sich der Informatik-Fachbereich:



    Gar kein übles Gebäude:



    Von der Ferne:



    Verschachtelte Rückseite:



    Bilder: epizentrum


    Soweit ich mich erinnere, wird das Gebäude Teil der Senckenberg-Institute. Daneben und dahinter befindet sich das Grundstück, welches für den Mesokosmen-Neubau vorgesehen war und das Bestandsgebäude, welches gerade für das LOEWE-Forschungszentrum kernsaniert wird. Die beiden Vorhaben erhalten einen eigenen Beitrag.

  • Georg-Voigt-Straße, Senckenberganlage (Süd)

    Bevor ich mich von der Robert-Mayer-Straße verabschiede, zunächst das brachliegende Grundstück neben dem Informatik-Fachbereich. Eine Bautafel kündigt hier das Mesokosmen-Institut der Senckenberg-Gesellschaft an. Die Bebauung würde allerdings im Widerspruch zum aktuellen Konsensplan stehen, welcher an dieser Stelle eine Grünfläche vorsieht, wenn ich nicht irre. Zur Zeit gleich das Gelände einem Lager:



    Die zugehörige Bautafel wiederum zeigt zur Robert-Mayer-Straße:



    Das Kleingedruckte gibt es hier. Die Tafel gehört hauptsächlich zum LOEWE-Forschungszentrum, dessen Eingang eigentlich an der Georg-Voigt-Straße liegt. Dahin geht es gleich. Zunächst der Kran, welcher mittendrin steht:



    Jetzt aber die Georg-Voigt-Straße 14-16 mit dem in Sanierung befindlichen Gebäude für die "Landes Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-Ökonimscher Exzellenz" (LOEWE) bzw. konkret für die Senckenberg "world of biodiversity":



    Ansichten von der Rückseite (wie gesagt, zur Robert-Mayer-Straße):





    Die Georg-Voigt-Straße weiter hinunter liegen die kleineren, älteren Gebäude der Psychologie. An einem düsteren, verregneten November-Tag wäre das eine leicht gruselige Ecke:






    Links um die Ecke, aber auf dem gleichen parkähnlichen Grundstück, stehen wir schon wieder auf der Senckenberganlage. Dort befindet sich das Institut für Didaktik der Mathematik. Ähnliche Wirkung, andere Architektur:




    ... und einen Parkplatz gibt es ebenfalls:



    Bilder: epizentrum

  • Gräfstraße

    Weniger harmonisch geht es in der Gräfstraße zu. Erst einmal der Blick von Süden - die Bäume kaschieren Schlimmeres:



    Ich stehe an der Ecke zur Robert-Mayer-Straße (Mathe-"Hochhaus"). Auf dem Bild sieht man vorne rechts das Kraftwerk, danach das Hörsaalgebäude, ein Wohnheim (weiß), und hinten das Philosophicum. Zunächst das Kraftwerk von allen möglichen und unmöglichen Seiten:




    Der Schornstein hat einen berankten Elefantenfuß:



    Das Hörsaalgebäude kann ich nur als abweisend bezeichnen:



    Rückseite:



    Wieder an der Gräfstraße:



    Das Treppenhaus ist allerdings pfiffig - wenn es nicht so heruntergekommen wäre:



    Hier kommt noch ein verputztes bzw. vertäfeltes Gebäude, von dem ich glaube, dass es ein Wohnheim ist. Es hängen Gewerkschaftsfahnen aus den Fenstern:



    Die andere Seite:



    Dem Philosophikum widme ich einen separaten Beitrag.

  • Philosophikum/Kramerbau (Gräfstraße)

    Gleich zur Warnung: Das Philosophikum befindet sich in einem erbärmlichen Zustand. Herr Kramer wird sich im Grab herumdrehen, wenn er die Fotos sieht. Andererseits: Die Architektur hat ihren Reiz; wir wissen, das Gebäude war mit seinem tragenden Außenskelett ein Meilenstein. Und wieder einerseits: Der Bau wirkt in der Gräfstraße mit seinem kleinteiligen Blockrand auf der anderen Straßenseite, leider deplaziert. Das gilt im Prinzip auch für seine Nachbarn. Nichts will sich dort wirklich einfügen, gleichzeitig ist zu wenig Raum für wirkungsvolle Solitäre. Aber zum Gebäude selbst. So präsentiert es sich von besagter Straße:



    Die Rückseite:



    Durchsichtig:



    Eine hübsche Fluchttreppe:



    Davon die andere Seite (vorne):



    Diese Treppe reicht nicht ganz bis zum Boden...:



    Ein Zeichen des baulichen Zustands:



    Am nördlichen Ende der Gräfstraße folgt noch der Blick zurück:



    Ganz am Ende gibt es im Café Extrablatt (schon an der Bockenheimer Warte) eine süße Belohnung und Verschnaufpause:



    Bilder: epizentrum

  • Mertonstraße, Jügelstraße

    Jetzt geht es endlich in die Mertonstraße und damit zum Herzstück des alten Uni-Geländes, dem Jügelhaus. Der Blick in die Mertonstraße:



    Das Jügelhaus:



    Gesamtsicht:



    Damals schon - zwei Staffelgeschosse mit Attica:



    Der Namensgeber:



    Die Figuren staunen nicht schlecht:



    Gegenüber befindet sich das Studierendenhaus mit "KOZ" (Veranstaltungen, Kultur):



    Seitenflügel:



    Vom zentralen Platz auf die Ecke Jügelstraße / Mertonstraße geschaut:



    Eine bunte Arkade:



    Von der Mertonstraße hat man übrigens einen hübschen Blick auf Türme der Innenstadt:



    Weniger spannend sieht die Mertonstraße von der Senckenberganlage aus, hm, aus:



    An der Jügelstraße offenbart sich dann das ganze geballte Grauen: Juridicum mit Vorbau, der Labsaal, eine relative Ödnis in der Mitte und dann die "Neue Mensa":



    Die Schachtelungen sind gar nicht schlecht, passen hier aber nicht hin:



    Der Ausläufer zur Bockenheimer Warte, und der zentrale Campus-Platz:



    Unschöne Ecken hat das Gebäude:



    Dahinter - Richtung Gräfstraße / Philosophikum - steht übrigens die Kirche am Campus:



    Bilder: epizentrum

    2 Mal editiert, zuletzt von epizentrum () aus folgendem Grund: Hinweis wegen Bilder-Server entfernt

  • Bockenheimer Depot, Dondorf-Druckerei

    Weiter geht es am nördlichen Zipfel des Areals. Das Bockenheimer Depot hatte Schmittchen letztes Jahr an dieser Stelle schon fein dokumentiert. In diesen Tagen sollten die dort genannten Umbauarbeiten beginnen. Daher ein kleiner "Refresher". Das Portal mit dem Erweiterungsbau links davon:




    Alles nur Kulisse ;)



    Links neben dem Depot befindet sich der Carlo-Schmid-Platz, der zur Zeit als Parkplatz genutzt wird, demnächst aber mit Wohnungen im Blockrand bebaut werden soll. Dazu, siehe beispielsweise an dieser Stelle. Am nördlichsten Ende befindet sich das Umspannwerk der Mainova. Es bildet die Grenze zum Kulturcampus (und gehört selbst nicht dazu):



    Am Ostrand - an der Zeppelinallee - wiederum steht das alte Gebäude der Dondorf-Druckerei. Hatten wir hier früher ebenfalls schon. Deshalb nur zwei Fotos zur Erinnerung:




    Bilder: epizentrum

  • Bockenheimer Warte

    Den Abschluss der Bestandsserie bildet die Bockenheimer Warte. Ihre Namensgeberin erfreut sich eines guten Zustandes:



    Steht man vor dem Bockenheimer Depot und schaut nach Süden, bietet sich dieser weite, aber doch etwas "vermüllte" Anblick:



    Hinter der Warte befindet sich leicht versteckt das Studierendenwohnheim:



    Damit komme ich wieder zum Anfangspunkt zurück. Zur Erinnerung der Blick von der Bockenheimer Anlage auf die Warte:



    Jetzt fehlt nur noch die Uni-Bibliothek gleich vorne rechts:



    Direkt davor, gegen das Licht:



    Von der anderen Seite:



    Der Bibliotheks-"Speicher" auf der Rückseite:




    Bilder: epizentrum


    Das war's erst einmal. Ich hoffe, das Material kann für zukünftige Diskussionen zum Kulturcampus von Nutzen sein. Weiterführende Informationen zu den einzelnen Gebäuden finden sich übrigens auf der Website Zukunft Bockenheim und auf Wikipedia, zum Kulturcampus-Projekt auf der offiziellen städtischen Website. Eine Initiative zum Erhalt der Druckerei-Gebäude hat hier ihre Heimat. Der Architekt Ferdinand Kramer ist auf Wikipedia kurz porträtiert, ebenso die Bockenheimer Warte (Wiki).

    Einmal editiert, zuletzt von epizentrum () aus folgendem Grund: Die Bockenheimerin

  • Heute sieht es definitiv nicht aus wie eine Stadt sondern als hätten man ein paar Würfel auf einem Tisch geschmissen. Katastrophe, primitiv, eine Schande für eine Stadt wie Frankfurt. Wie hat man sowas damals überhaupt geplant/erlaubt? ...eigentlich sieht es aus als hätte man es gar nicht geplant.


    Kein Gefühl, kein Stil, nicht für Menschen...


    Das Bockenheimer Unigelände --> Der Stadtteil wo Gott keine Architekten erlaubte!

  • Schaetze Architekten waren schon am Werk, nur keine einheitlichen Bauvorgaben, oder ein Baumeister welcher seine Plaene verwirklichen konnte.
    Viele Koeche (Architekten) welche wild ihre Vorstellungen umsetzten, waren hier am Werk und hatten den Brei verdorben.


    Sehr schoene Serie Epi. Schade, dass Du nicht auch ein paar Bilder vom Inneren der Uni-Bibilothek gemacht hast.
    Von aussen sieht der Bau uebel aus, aber die Lesehalle hat was.

  • Tolle Dokumentation

    Vielen Dank für die ausführliche Bilderserie, viele schöne Erinnerungen kommen wieder hoch,man hat früher viel falsch gemacht, hoffentlich lernt man daraus. Irgendwie kann es nur besser werden, hoffentlich ....

  • Original von Fettucine
    Heute sieht es definitiv nicht aus wie eine Stadt sondern als hätten man ein paar Würfel auf einem Tisch geschmissen. Katastrophe, primitiv, eine Schande für eine Stadt wie Frankfurt. Wie hat man sowas damals überhaupt geplant/erlaubt? ...eigentlich sieht es aus als hätte man es gar nicht geplant.


    Man muß die Kirche auch mal im Dorf lassen!


    Der Uni Campus Bockenheim ist bestimmt nicht seelenlos! Er mag zwar wirklich heruntergekommen sein, aber lustigerweise hat er ein Attribut in genau der gleichen Art und Weise wie der neue Unicampus Westend, nämlich Aufenthaltsqualität. Es ist ein schönes Gefühl am Brunnen zu sitzen und einen sonnigen Sommertag zu genießen, mit dem terassenförmig angeordneten Hauptgebäude, ein paar Schritte und man ist an der Bockenheimer Warte und noch ein paar Schritte mehr und man ist an der Leipziger.


    Der Unterschied zwischen dem neuen Uni Campus Westend und dem alten Gelände ist ganz klar dieser starke Kontrast zwischen moderner abstoßender Kühle, obwohl die neuen Gebäude zweifelsohne sehr schön sind, im Westend und einer etwas heruntergekommen Heimelichkeit. Der Campus Bockenheim verströmt etwas was zu einer Universität passt, Chaos und jugendliche Morbididät, im Sinne von alten bunten heruntergekommen Jugendzentren.


    Ich habe zwar nicht an dem Campus in Bockenheim studiert, sondern an einem anderen, aber beruflich bin ich desöfteren an noch an beiden Campi und ich vermisse doch den Flair Bockenheims schon, wenn alles mal in Zukunft verschwinden sollte.


    Und im übrigen was erwartet man vom großartig vom Bockenheimer Gelände? Die Uni in Bockenheim ist Patchwork, ein großer Flickenteppich der in verschiedenen Jahrzehnten errichtet wurde. Damals sah auch das Hauptgebäude und das KOZ mal richtig gut aus, nur hat man danach sehr wenig in den Bestand reininvestiert. Dreimal dürft ihr raten wie der neue Campus aussieht, wenn man 40 Jahre nichts in den Bestand investiert und alles dem natürlichen Lauf überlässt.


    Architektonisch gibt es sicherlich ein paar Perlen auf dem Gelände, das Cafe KOZ gehört dazu!Es gibt sicherlich auch supergrottige Gebäude wie das Juridicum. Also bitte differenziert betrachten.


    Ich finde den neuen Campus Westend super, aber man sollte das Alte nicht immer komplett schlechtreden. Hauptproblem war beim Bockenheimer Gelände, dass man so wenig in den Erhalt investiert hat.


    Im übrigen Danke für die tolle Bilderserie epizentrum ^_^

  • Er mag zwar wirklich heruntergekommen sein, aber lustigerweise hat er ein Attribut in genau der gleichen Art und Weise wie der neue Unicampus Westend, nämlich Aufenthaltsqualität.


    Als langjähriger Nutzer von beiden Campus-Arealen kann ich diese These in keinster Weise bestätigen. Ich würde den Bockenheimer Campus eher als unwirtlich, seelenlos, kalt, benutzerunfreundlich, grau-in-grau und hochgradig abweisend bezeichnen, der höchstens noch vom "Todesstern-Campus" in Bochum übertroffen wird. Anstatt grün wie am Campus-Westend gibt es hauptsächlich Waschbeton zu bestaunen, während es wegen den Fallwinden oft zieht wie Hechtsuppe. Man kann förmlich spüren warum die Fischers und Cohn-Bendits damals die Westend-Villen besetzten um zu verhindern, dass die dortige Bausubstanz ähnlich vernichtet wird wie am schrulligen Bockenheimer Campus. Eigentlich gilt das gesamte Areal als Mahnmal für gescheiterte Architektur wie sie beim Ex-Technischen Rathaus, Ex-Historischen Museum und beim (leider noch vorhandenen) Schwesternhochhaus besonders deutlich gemacht wird. Ein architektonischer Neuanfang ist das beste was dieser Ecke überhaupt passieren konnte.

  • ... Es ist ein schönes Gefühl am Brunnen zu sitzen und einen sonnigen Sommertag zu genießen...


    Also der Campus Bockenheim hat sicherlich einen gewissen Charme, v.a. dann, wenn eigene Erinnerungen mit dem Campus verknüpft sind. Aber unter'm Strich ist es doch ein sehr unwirtlicher Ort, um nicht zu sagen eine Betonwüste.
    Und der zitierte Satz oben stimmt in 90 % der Fälle nicht, denn an einem sonnigen Sommertag mit mehr als 30 Grad verwandelt sich der umbaute Hauptplatz in eine glühende Betonschüssel, und zwar so sehr, dass man wirklich nachts noch einen deutlichen Temp.unterschied zu den benachbarten Wohngebieten etc. fühlen kann. Der Brunnen hilft da auch nur recht wenig.


    Ein Traum von mir ist es ja, dass alles östlich/nördlich vom Jügelhaus abgerissen wird und nicht wieder bebaut wird, sondern das Jügelhaus einen schlossplatzähnlichen Platz mit Brunnen und Grünanlagen erhält (als Vorbild könnte der Stuttgarter Schlossplatz dienen) ... wäre meiner Meinung nach 'ne feine Sache so ein Platz von Format (hat Frankfurt so gut wie keine) vor so einem Klasse-Gebäude wie dem Jügelhaus.

  • Also Aufenthaltsqualität hat der Campus Bockenheim gleich Null. Und ich bin noch aktiver Student, studiengangbedingt auf beiden Hauptcampi etwa gleichmäßig oft. Gewiss ist nicht alles am alten Campus schlecht, aber das sind eher "campus-externe" Faktoren wie Lage, Infrastruktur, Anbindung etc.
    Ich finde im Gegensatz zu Azichan den die neuen Gebäude auf dem Westend Campus auch nicht kühl-abstoßend, sondern gebe dem ganzen einfach nur ein bisschen Zeit. Vor allem den kleinen Bäumchen, um größer zu werden; dem Rasen, um komplett "hinsetzbar" zu sein; der generellen Entwicklung, die den Campus mit noch mehr Leben füllt und auch den großen Platz vielleicht etwas weniger steril gestalten wird.


    Aber auch ich weine dem Campus Bockenheim zumindest eine halbe Träne nach - einfach weil ich dort eine Zeit meines Lebens verbracht habe und der Ort so nicht mehr lange bestehen wird. Aber so ist das halt, und auch nicht schlimm. :)

  • Auch von mir ein großes Dankeschön für die Dokumentation!

    Ich würde den Bockenheimer Campus eher als unwirtlich, seelenlos, kalt, benutzerunfreundlich, grau-in-grau und hochgradig abweisend bezeichnen […]. Anstatt grün wie am Campus-Westend gibt es hauptsächlich Waschbeton zu bestaunen, während es wegen den Fallwinden oft zieht wie Hechtsuppe.

    Ich habe sowohl den Campus Bockenheim als auch den Umzug ins Westend erlebt und kann/muss diese Einschätzung bestätigen. Ich bin nie länger als nötig auf dem Campusgelände geblieben, sondern in Freistunden lieber in die Leipziger Straße oder den Palmengarten gegangen (dessen Besuch für Frankfurter Studenten kostenlos ist). Klar, man kann sich mal hier oder da auf dem Campus in die Sonne setzen, aber die Grünflächen im Westend sind ebenso wie die Gebäude wesentlich angenehmer. Der Vorteil gegenüber dem Campus Westend ist aber, wie cardiac schon sagte, dass man in Bockenheim unzählige Cafés, Kopierläden, Buchhandlungen und sonstige Einkaufsmöglichkeiten direkt um die Ecke hatte und der direkte Anschluss an U- und Straßenbahn unschlagbar komfortabel war. Aber man kann halt nicht alles haben ;)

    Architektonisch gibt es sicherlich ein paar Perlen auf dem Gelände, das Cafe KOZ gehört dazu!

    Auf jeden Fall, das hat gewisse Qualitäten. Schon weil der Innenhof im Sommer so nett begrünt ist. Was vielleicht auch den leichten Grasgeruch erklärt, der da schonmal durchwabert...


    So einen gewissen Retrocharme haben die Gebäude teilweise wirklich, allein die Mensa… da gab es früher u.a. groß plakatierte Nebenjobannoncen, wo sinngemäß „Elegante, eloquente StudentInnen für eine niveauvolle Abendbegleitung mit seriösen, gut situierten Herren“ gesucht wurden. Da hätte ich besser mal ein Foto von gemacht :D Vielleicht komm ich nach Ostern mal vorbei, um die ein oder andere Innenaufnahme zu ergänzen, schon die Aula und der alte Hörsaal vom Jügelhaus sind noch recht sehenswert (auch wenn Jügelhaus ja bestehen bleibt).

  • Ich habe zwar nicht an dem Campus in Bockenheim studiert, sondern an einem anderen, aber beruflich bin ich desöfteren an noch an beiden Campi und ich vermisse doch den Flair Bockenheims schon, wenn alles mal in Zukunft verschwinden sollte.


    Schon lustig, dass Du nicht mal als Student hier tätig warst, aber meinst in negativen Bewertungen den eigentlichen Nutzern des Campus, wie ich es war, die Fachkenntnis "von oben herab" abzuerkennen. Es mag ja sein, dass das KOZ ein schönes Gebäude ist, aber deswegen wird es ja auch erhalten. Der Rest des Bockenheimer Campus ist aber ein typischer Fall von planerischer Arroganz, die den Studenten nach "friss oder stirb" Gutsherrenart brutale Architektur servierte ohne sich auch nur ansatzweise mit dem Endverbraucher auseinander zu setzen. Insofern ist der Campus kein Vorbild des demokratischen Wiederaufbaus, sondern eher Ausdruck eines leicht autoritären, selbstverliebten und bevormundenden Elfenbeinturm-Denkens, gegen das sich letztendlich die 68er Generation besonders in Frankfurt gewehrt hat. Wäre es nach den paternalistischen Planern bzw. Ideologen des Bockenheim-Campus gegangen, sähe das Westend heute so aus wie Eschborn-Süd und die Alte Oper wäre 1965 gesprengt worden. Zum Glück gab es einen starken "Push-Back" gegen diese planerische Inkompetenz, die in den 60er und 70er Jahren ihren Zenit erreicht hatte und heute wieder Architektur ermöglicht, die sich mit ihrer Umgebung auseinander setzt.

  • Adorno

    Zur Versöhnung und als Schlusspunkt des Rundgangs ein Foto des Platzes, der wie ein(e) Appendix zum eher geschlossenen Gebiet des Campus' gehört. Auf der OSM-Karte sieht man ihn links unten als grünes Viereck: den Theodor-W.-Adorno-Platz. Er ist ein echter Ort der Besinnung. Mittendrin steht, ja, ruht, das bekannte Adorno-Denkmal:



    Es hätte übrigens ein bisschen mehr Aufmerksamkeit nötig. Darunter leiden vergleichbare Würfel aber auch.

  • Original von Golden Age
    Schon lustig, dass Du nicht mal als Student hier tätig warst, aber meinst in negativen Bewertungen den eigentlichen Nutzern des Campus, wie ich es war, die Fachkenntnis "von oben herab" abzuerkennen. Es mag ja sein, dass das KOZ ein schönes Gebäude ist, aber deswegen wird es ja auch erhalten. ...


    Sorry aber die Aussage finde ich persönlich ein wenig verletzend. Ich urteile nie von oben herab. Ich habe zwar an einer anderen Uni im Rhein Main Gebiet studiert, war aber wirklich sehr sehr oft als Student an dem Campus. Beruflich bin ich jetzt noch sehr oft in den Räumen am Uni Campus Bockenheim unterwegs, im Schnitt mindestens einmal die Woche. Ich habe berufsbedingt wirklich fast jeden Raum am Unicampus Bockenheim von innen gesehen. Insoweit finde ich deine Aussage ein bischen unfair, aber ok ich schnappe jetzt nicht deswegen ein ;)


    Ich finde den Unicampus Bockenheim als Gesamtensemble natürlich nicht passend, da passt fast kein Gebäude zu dem anderen. Aber der Gegensatz verbunden mit dem morbiden heruntergekommen Charme des Geländes verströmt auch seinen Reiz. Neben dem KOZ finde ich besonders das terassenförmige Hauptgebäude eigentlich sehr gelungen. Das Hauptproblem an dem Gebäude ist seine Lage und der Zustand der Bausubstanz, aber an sich ist es recht ansehnlich. Beim Juridicum und dem Turm muß ich dir absolut recht geben, diese beiden Gebäude sind recht doch brutalistisch und abstoßend geraten, besonders der Turm erinnert mich an einen vertikalen Nazibunker.


    Das Hauptproblem, wenn man vom Unicampus Bockenheim redet oder schreibt, dann kommt man mit den Totschlagsbauten Turm und Juridicum, dass das Gelände um einiges größer ist, wird völlig außer acht gelassen. Auch lässt man außer acht, wann die Gebäude erbaut wurden, nämlich kurz nach dem Krieg und seit dieser Zeit hat man teilweise sehr wenig in die Instandhaltung gesetzt und außerdem waren damals die planerischen Maßstäbe ganz anders. Wer die Architektur der 50er und 60er nicht abhaben kann, der will natürlich fast den ganzen Campus Bockenheim eingestampft sehen, inklusive KOZ und Institut für Sozialforschung.


    Klar weine ich dem Unicampus Bockenheim hinterher, aber ich habe in keiner Zeile geschrieben, dass der Campus im Westend oder Riedberg wieder zurück nach Bockenheim gehört. Die Uni muß wachsen, Wissenschaft braucht Platz und die hat sie Bockenheim leider nie gehabt, deswegen ist man auch in die Höhe gegangen, siehe Turm oder Juridicum.


    Ich finde aber man sollte die Spuren und Zeugnisse die an den Unicampus Bockenheim erinnern nicht komplett auslöschen und da kann man noch den einen oder anderen Bau mehr als das Jügelhaus erhalten.


    Original von Golden Age
    Der Rest des Bockenheimer Campus ist aber ein typischer Fall von planerischer Arroganz, die den Studenten nach "friss oder stirb" Gutsherrenart brutale Architektur servierte ohne sich auch nur ansatzweise mit dem Endverbraucher auseinander zu setzen. Insofern ist der Campus kein Vorbild des demokratischen Wiederaufbaus, sondern eher Ausdruck eines leicht autoritären, selbstverliebten und bevormundenden Elfenbeinturm-Denkens, gegen das sich letztendlich die 68er Generation besonders in Frankfurt gewehrt hat. Wäre es nach den paternalistischen Planern bzw. Ideologen des Bockenheim-Campus gegangen, sähe das Westend heute so aus wie Eschborn-Süd und die Alte Oper wäre 1965 gesprengt worden. Zum Glück gab es einen starken "Push-Back" gegen diese planerische Inkompetenz, die in den 60er und 70er Jahren ihren Zenit erreicht hatte und heute wieder Architektur ermöglicht, die sich mit ihrer Umgebung auseinander setzt.


    So jetzt komme ich zu einem anderen Kritikpunkt, nämlich der von dir erwähnten "Gutsherrenmentalität".
    Wo hat man den bitte am Unicampus Westend dazugelernt??? Zwar sind die Gebäude alle aus einem Guß, aber doch dadurch wieder so ähnlich, dass es schon fast monoton ist. Welches Gebäude mal abgesehen vom Hörsaalgebäude ist wirklich verspielt, wirkt freundlich und offen? Für mich wirkt die Architektur der neuen Gebäude auf dem Gelände ein wenig wie Naziarchitelktur, damit gebe ich keine politische Wertung ab, das ist nicht mein Ziel, ich meine nur die Architektur.
    Ich verlinke mal das hier http://de.wikipedia.org/wiki/A…ur_im_Nationalsozialismus


    Und besonders viele Studenten haben sich gegen Details der Gestaltung des neuen Unicampus Westend gewehrt. Das ist leider untergegangen, wenn man sich erinnert, dann an die Proteste gegen die Verquickung von Wirtschaft und öffentlich finanzierter Hochschule. Ich erinnere nur an den "Deutsche Bank Hörsaal"!


    Das einzigste Gebäude auf dem Gelände mit wirklich Charme ist der Poelzig-Bau.
    Innen sind die meisten Gebäude auf einem guten innenarchitektonischen und technischen Stand, besonders die Bereichsbibliothek der Finanz-und Rechtswissenschaften hat mich positiv überrascht. Ich meine jetzt einzig und alleine die Außengestaltung der Gebäude, wir diskuttieren ja nicht über ein Altersheim oder Gebäuden irgendwelcher Bundesbehörden, sondern über Gebäude in denen junge kreative Menschen lernen. Die Gebäude entsprechen der neuen Klientel der Studenten, nämlich oberflächlich gestylter Jungbanker! Sorry das ist hart, aber es ist leider wirklich so.
    Wieso klappt am Unicampus Riedberg was im Westend nicht gelingt?


    Original von cardiac
    Ich finde im Gegensatz zu Azichan den die neuen Gebäude auf dem Westend Campus auch nicht kühl-abstoßend, sondern gebe dem ganzen einfach nur ein bisschen Zeit. Vor allem den kleinen Bäumchen, um größer zu werden; dem Rasen, um komplett "hinsetzbar" zu sein; der generellen Entwicklung, die den Campus mit noch mehr Leben füllt und auch den großen Platz vielleicht etwas weniger steril gestalten wird.


    Größere Bäume und ein satteres Grün machen die Gebäude auch nicht "wärmer", an der Architektur ändert sich nichts. Wie ich schon geschrieben habe ist die Architektur nicht ganz passend für eine Hochschule, vielleicht für eine große Bundesbehörde aber eben nicht ganz für eine Kreativschmiede. Das Gelände ist super, ich finde den Campus auch toll, doch die äußerliche Gestaltung der Gebäude ist suboptimal.


    Original von merlinammain
    Und der zitierte Satz oben stimmt in 90 % der Fälle nicht, denn an einem sonnigen Sommertag mit mehr als 30 Grad verwandelt sich der umbaute Hauptplatz in eine glühende Betonschüssel, und zwar so sehr, dass man wirklich nachts noch einen deutlichen Temp.unterschied zu den benachbarten Wohngebieten etc. fühlen kann. Der Brunnen hilft da auch nur recht wenig.


    Im Hochsommer gebe ich dir recht ;D Da kann es sehr hot werden, was attraktiv ansehnliche Damen trotzdem nicht abhält sich auf dem Platz aufzuhalten. Der Brunnen spendet wirklich eine erhebliche Abkühlung, besonders bei leichtem Luftzug zu bemerken.


    Ich versuch hier keine Kontroverse vom Zaun zu brechen, sondern äußere nur frei meine Meinung, jedem bleibt das Recht mir fair zu widersprechen und ich gestehe jedem natürlich seine Meinung zu...peace :cool:

  • Jügelhaus

    Da wollte ich schöne Fotos von der Aula im Jügelhaus liefern (2. Stock, Frontseite) und dann das – abgeschlossen. Ersatzweise was aus dem Internet: Bild 1, 2. Stattdessen gibt’s ein paar Fotos vom ebenfalls sehenswerten Treppenhaus. Zum Einstieg eine Gesamtansicht…



    Bild: epizentrum


    …und eine Vorkriegsaufnahme, die in der B-Ebene der U-Bahnstation Bockenheimer Warte zu finden ist. Wie man sieht, ist vor allem der optische Verlust im Dachbereich beträchtlich.



    Der Haupteingang ist sehr schlicht und modern gestaltet und relativ uninteressant. Wirklich schön wird es bei den Treppenaufgängen. Angefangen im EG, vom Eingang her kommend links. Man beachte die exzessiv betriebene Mülltrennung ;)



    Weiter geht es ins. 1.OG. Schön sind hier vor allem die Sandsteinsäulen und die Stuckdecke. Die angrenzenden Räume sind einfache Büros.



    10 Uhr c.t. ;)



    Die Treppe vom 1. zum 2.OG.



    Rechts geht’s zur Aula, links zum Hörsaal H.



    Schöne Ausblicke (wenn die Sonne nicht die Linse blendet).



    Einer der vier großen Eingangstüren zur Aula.



    Auf der gegenüberliegenden Seite: Hörsaal H



    Der Rest des Jügelhauses ist für Ortsfremde teilweise etwas wirr von diversen Fluren und Treppenhäusern erschlossen, die auch schonmal ins Nichts führen. Sehenswert ist der Alte Senatssaal im westlichen Flügel, der leider meist entweder besetzt oder abgeschlossen ist (Bild). Kurz vor dem Übergang zum Hörsaaltrakt (Merton-/Gräfstr.) befindet sich ein netter Lichthof.



    Und eine Toilettentür mit einem fast schon historischen Türschließer :)



    -Alle nicht anders gekennzeichneten Bilder von mir-