Potsdam: Wiederherstellung historische Mitte (Projekte)

  • Also Potsdam war nie eine klassizistische Stadt, Twisted Road, sondern vor dem Bombenangriff am 14. April 1945 eine barocke, stdtebaulich durchkomponierte Residenzstadt. Die abgebildeten Hochhäuser stehen direkt in der Altstadt und nicht am Rand - zu dem Eindruck kann man nur kommen, wenn man die Neustadt, also die barocken Stadterweiterungen, als Altstadt auffasst.

    Neben dem Interhotel, das ja noch eine gewisse Gestaltung aufweist und namhafte Vorbilder hat, sind das die beiden Wohnhochhäuser an der Burgstraße, das Alterswohnstift an der Burgstraße (Alte Fahrt), das Klinikum Ernst von Bergmann an der Charlottenstraße und die Hochhäuser am Neustädter Tor. Davon liegen nur die letzgenannten außerhalb der barocken Stadtmauer.


    Deshalb glaube ich auch, daß es noch viele Jahrzehnte benötigt, bis sich das Stadtbild in der Einflugschneise der britischen Bomber wieder halbwegs schließt. Aber Potsdam bleibt am Ball und jedes Jahr kommen ein paar Puzzlestücke hinzu und die eher mißlungenen Projekten (Volksbank alias Alte Post und Sparkasse alias Einsiedler) würden in vielen anderen Städten als Erfolge gelten- wir jammern also auf hohem Niveau.

    Wenn aber wieder ein paar Linke und "Andere" jammern, in der Stadt Potsdam würde der letzte Rest DDR-Architektur in einer Art Siegerjustiz getilgt ist dies offenkundig billige Propaganda. Die DDR-Bezirkshauptstadt wird man Potsdam immer ansehen. Und die Wohnhochhäuser reist angesichts der Wohnraumlage auch nach dem Bau von Krampnitz niemand ab.

  • Denn das Hochhaus zerstört die Fantasie eines noblen, klassizistischen, preußischen Kleinods.

    @ Konstatin: Die Zuordnung zum Klassizismus kam von Arty Deco.

    Aber der Rest meines Statements ist unabhängig davon ob Potsdam durch Klassizismus oder Barock geprägt war, denke ich..

    Ich habe auch nicht behauptet dass Potsdam außer vom Mercure Hotel abgesehen eine intakte Altstadt besitzt, aber trotzdem drängen sich mir nicht die Wohnhochhäuser besonders auf wenn ich in Potsdam unterwegs bin. OK, vielleicht ist es schon eine selektive Wahrnehmung meinerseits, dass ich die auch einfach ausblende.


    Es gab und gibt ja durchaus die Möglichkeit Wohnhochhäuser in der Höhe zu reduzieren, aber dies funktioniert wohl nur für Ortschaften, die Einwohner verloren haben und die Wohnungen einfach nicht gebraucht werden, aber das ist in Potsdam ja nicht der Fall....

  • ... aber trotzdem drängen sich mir nicht die Wohnhochhäuser besonders auf wenn ich in Potsdam unterwegs bin. OK, vielleicht ist es schon eine selektive Wahrnehmung meinerseits, dass ich die auch einfach ausblende. ...

    Nein, das geht mir auch so. Das liegt halt an der Perspektive. Von "unten", wenn man durch die Straßen geht oder fährt, fallen die Hochhäuser kaum auf und mir kommt Potsdam immer von der Gebäudehöhe recht flach und historisch geprägt vor. Schaut man von irgendeinem Aussichtspunkt auf die Innenstadt, dominieren viel mehr die Hochhäuser und höhere Wohnblöcke das Bild.


    Gilt in etwas anderem Maßstab auch für viele Teile Berlins und anderer Städte.