Potsdam: Wiederherstellung historische Innenstadt (Projekte)

  • ^ … da hast Du natürlich etwas Recht. Und so ein dummes Gesims ist ja auch recht schnell drangeklebt und Fensterrahmen kann man geschwind austauschen. Irgendwann vielleicht, wenn man möchte. Nur beim Fallrohr sehe ich schwarz. Aber man könnte es anstreichen in der schönen Farbe der Fassade. Immer positiv denken.

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    […] Eine vernünftige Umsetzung des Entwurfs hätte nicht mehr Kosten verursacht. […]

    Fast alle deine Aufzählen hätten mehr Geld gekostet.


    Innenliegende Regenfallrohre kann man machen. Die benötigen aber dann eine extra Dämmung und ggf. Begleitheizung um Kondensat zu vermeiden und man sollte bei Schäden irgendwie ran kommen können.


    Rücklagen für Putzspiegel und Gesimse Kosten auch zusätzlich. Am Ende entscheidet der Bauherr was eingespart wird und welche Farbe die Bauteile erhalten.

  • Hier der Füllbau nochmal in aller Schönheit. "In echt" sieht man schon, dass die Rücklagenfarbe der Obergeschosse heller ist das das Braun des Sockels.

    Warum Architekten jetzt meinen, dass das Look & Feel der 1960er der geeignete Stil für die Füllbauten ist bleibt nur zu spekulieren: man will offenbar die anderswo vollzogene Entwicklung künstlich nachziehen.


    https://aph-bilder.de/image/oJl

  • Konstantin schrieb:

    „Look & Feel der 1960er“

    sowie

    „man will offenbar die anderswo vollzogene Entwicklung künstlich nachziehen.“

    Zur ersten Aussage würde ich eher meinen späte 1950er. Das Erdgeschoss wäre in der überwiegenden Mehrheit der Fälle wesentlich schlichter ausgefallen in den 1960ern. Zudem wären die Fenster in der überwiegenden Mehrheit der 1960er breit gelagerte, dreigeteilte Fenster. Ist aber nicht so irre wichtig.

    Die zweite Aussage dürfte stimmen, zumindest war das mein Argument aus meinem Post vom Montag, bei dem ich das Gebäude als bereichernd bezeichnet habe. Weil es eben eine mögliche Entwicklung abbildet. Nur deine Formulierung „künstlich“ finde ich unglücklich gewählt. Auch weil der Begriff eine der Hauptkeulen der Rekogegner ist. Rekonstruktionen sind - egal wie wir dazu stehen (ich stets positiv) - natürlich immer künstlich. Es wird ein Zustand errichtet, der Jahrzehnte lang verloren war, wo sich ein Gebiet auch ohne Zerstörung entwickelt hätte. Daher ist ein Gebäude, welches in den 1950ern hier hätte gebaut werden können, auch nicht weniger oder mehr künstlich als eine Rekonstruktion eines Gebäudes Jahrzehnte nach seiner Zetstörung…

    Im Ergebnis finde ich daher - ceterum censeo - ein Projekt besser, welches die Zeitschichten nach der Zerstörung mitzitiert. Realistischer.

  • What? Also wenn jetzt auch noch Gebäude gebaut werden, die an der Stelle hätten stehen können, wenn bereits in den 50igern oder 60igern dort was anderes gebaut worden wäre, als das was dort tatsächlich gebaut wurde, dann entlarft sich jetzt die ganze Rekonstruktionentwicklung m.A.n. vollends als Disneyland.

    Ich finde den Gedanken grundsätzlich gar nicht so abwegig, auch Gebäude der 50iger oder 60iger Jahre zu rekonstruieren, aber sie sollten dann schon auch tatsächlich da gewesen sein.

  • Danke DickesB, gute und interessante Bilder. Erbsengrün ist es leider nicht geworden. Ein Bisschen mehr “Pep“ hätte es schon vertragen dieses Graugrünbesch. aber es ist o-k- so.

    Das “Hässliche Entlein“ daneben ist uns ja schon bekannt und fügt sich zumindest farblich.Die Dachaufbauten waren bisher nicht Erscheinung getreten, sind furchtbar und nur aus der Fernsicht zu sehen wie ich hoffe.

    Bei den Dachziegeln möchte ich noch anmerken, dass vielleicht geringste Variationen von Haus zu Haus im Rotton ein Segen wären.

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    Ich finde den Gedanken grundsätzlich gar nicht so abwegig, auch Gebäude der 50iger oder 60iger Jahre zu rekonstruieren, aber sie sollten dann schon auch tatsächlich da gewesen sein.

    Aber das hier diskutierte Haus ist doch gar keine Rekonstruktion!


    Eine seltsame Diskussion führt ihr hier. Bestimmte Stilmerkmale wiederholen sich in der Architekturgeschichte. Wenn man nicht ganz so fit in Stilkunde ist, kann es schwer fallen zu beurteilen, ob ein Gebäude im „barocken Stil“ 1630, 1770, 1870 oder 1950 errichtet wurde. Das erlebt die Moderne ja auch schon, manches Haus von 1926 könnte genauso auch 2026 errichtet worden sein, und ich schreibe nicht von Rekonstruktionen.


    Für mich zählt nur, ob ein Gebäude an den Ort passt, qualitätvoll entworfen und gebaut wurde, gut nutzbar und gemocht ist. Und das Ganze im Kontext der Realität, also der Wirtschaftlichkeit und abzüglich des Verständnisses dafür, dass die Architektenausbildung und Baukultur am Boden liegen. Und im Schnittpunkt all dieser Faktoren habe ich an dem Wohnhaus nichts auszusetzen, außer vielleicht dem fehlenden Gesims, das sich aber bei einer Sanierung problemlos ergänzen ließe.

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    Die Dachaufbauten waren bisher nicht Erscheinung getreten, sind furchtbar und nur aus der Fernsicht zu sehen wie ich hoffe.

    Auch aus der Fernsicht nicht, es sei denn von einem Kirchturm oder aus wenigen Wohnungsfenstern. Der Stadtpunkt, von dem aus das letzte Foto gemacht wurde, ist knapp hinter dem ehemaligen Staudenhof, und wird noch verbaut werden.

    Dennoch, in früheren Zeiten hätte man solche Aufbauten sicherlich als Belvederes oder sonstige Bekrönungen getarnt.

  • Die neue Reko ist sehr schön. Bin aufs EG gespannt. Das dritte Bild zeigt allerdings, dass mehrere Greigetöne+schlechtes Wetter nicht wirklich erquickend wirken. Das Grün des Klingnerschen Hauses sieht man von diesem Standpunkt ja leider nicht. Muss doch einen Weg zwischen Tuschkasten und eben Greige geben.

  • Danke Dickes B - bitte irgendwann Wiederholen bei strahlender Sonne, die Farben werden dann sicher anders rüber kommen.


    Das Gemaule finde ich in diesem Fall komplett unangebracht.


    Schön, dass Potsdam konsequent an einer Idee arbeitet: nämlich das alte Potsdam behutsam wieder herzustellen, neues daneben zuzulassen und natürlich an dritter Stelle auch Gebäude aus der Zwischen- und Nachkriegszeit würdevoll zu erhalten.

    Für Potsdam ist der Weg richtig. Die Ansichten auf die beiden Blockecken und die angeschnittene Nikolaikirche rufen bei mir absolut positive Empfindungen hervor.

    👍👍👍

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    Dennoch, in früheren Zeiten hätte man solche Aufbauten sicherlich als Belvederes oder sonstige Bekrönungen getarnt.

    .. in früheren Zeiten gab es solche Aufbauten garnicht, weder gab es Haustechnik noch Aufzüge.

    Man hätte sie einfach unter dem Dach verschwinden lassen sollen. Ganz einfach. Aber wahrscheinlich verdtößt das gegen irgendeinen §§ des Baurechts.

  • Das ist vermutlich die deprimierendste Reko-Häuserzeile in Potsdam. Die Farbgebung der Fassaden in Grau, Beige, Sandgrau, Beigebraun zieht das Flair selbst an Sonnentagen ins Elend. Bei bedecktem Himmel wirkt es wie aus düsteren DDR Zeiten. Hier ist die Chance innerstädtische Lebensqualität zu erschaffen nicht genutzt worden.

    Das einzig Positive: Falls in Potsdam mal wieder eine Kulisse zu einer ZDF Doku über Vereinsamung, Niedergeschlagenheit und Selbstzweifel in der Gesellschaft gebraucht wird kann man hier etwas zur passenden Atmoshäre anbieten.

    Einmal editiert, zuletzt von Arty Deco (23. August 2026 um 17:56)

  • ^ wie schrecklich ist dann Paris im Vergleich zu Potsdam in der Tristesse aus einem großen Einheitsbrei aus beige-beigebraunen Fassaden und grauen Blechdächern. Wirklich alles ganz schrecklich in Potsdam. ;) Hätte man alles im rosa des Stadtschlosses, oder mintgrün des Klingerschen Hauses streichen sollen.


    Ich verstehe auch das Gemotze überhaupt nicht.

    Die neue Rekro sieht von weitem aus wie Gelbsandstein, passend zur Nikolaikirche gegenüber. Mal schreien alle nach Einheitlichkeit, gerade bei barocken Planstädten wie Potsdam und dann ist‘s auch wieder nicht gut. Ich finde das Ergebnis bislang gelungen.

    Danke DickesB für die Fotos.

  • Versailler Platz - Grünfläche nördlich der Neubauten an der Alten Fahrt

    Der Versailler Platz im Anschluss an die Neubauten (Barberini und weitere, zuletzt hier) an der Alten Fahrt (OSM) wurde zu einer zeitgemäßen und durchaus freundlichen Grünanlage umgestaltet:

    altefahrt_park01.jpg

    altefahrt_park02.jpg

    altefahrt_park03.jpg

  • ^ Versailler Platz

    Passend dazu hier ein rbb Artikel. Der 1600 m² große Platz wurde tatsächlich gerade erst fertiggestellt und eröffnet, nach knapp einem Jahr Bauzeit und zwölf (!) Jahren Planung.

    Demnach wurden 21 neue Bäume, vornehmlich dürreverträgliche Arten wie Ulme und Baum-Hasel, gepflanzt und Wiesenflächen angelegt. 1,35 Mio. Euro wurden investiert.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Das ist vermutlich die deprimierendste Reko-Häuserzeile in Potsdam....

    Das einzig Positive: Falls in Potsdam mal wieder eine Kulisse zu einer ZDF Doku über Vereinsamung, Niedergeschlagenheit und Selbstzweifel in der Gesellschaft gebraucht wird kann man hier etwas zur passenden Atmoshäre anbieten.

    Meine Güte, wieso muss man immer so "überziehen"! Wirklich. Man weiß ja, die Realität liegt im Auge des Betrachters Arty Deco ich kann Dich und andere beruhigen es ist nicht ansatzweise so "dystopisch" wie Du schreibst bzw. er hat mal wieder eine sehr "selektive Wahrnehmung". Mir tut es leid für Dich, sagt der Kommentar mehr über den Autor aus, als über die Anmutung vor Ort. Mich ärgert das aus dem Grund: Jeder darf natürlich seinen Geschmack und Sichtweise haben und über Geschmack lässt sich nicht streiten ABER dieses ständige Haar in der Suppe suchen und sich dann daran ergötzen - puh das ist irgendwann einfach nur noch ermüdend...oder noch mal anders:
    Tatsache ist, daß das Umfeld sich noch so stark verändert, ausserdem die anderen Gebäude sich farblich abheben, darüber hinaus die Farbgebung durchaus sich an den historischen Farben orientiert, dazu wird es noch Bepflanzung geben UND zu guter letzt, dass Ganze in einer Stadt die im näheren wie weiteren Umfeld schlicht einer der schönsten Städte/Gegenden Deutschlands ist! (Objektive Massstäbe angelegt)

    Ich finde Arty Deco ein Paradebeispiel für den Geist unserer Zeit. Da entsteht eine Stadt und schwingt sich auf, zu einer der schönsten Städte Deutschlands (eine Perle) und dann pickt sich einer 3 Häuser raus und lässt einen Kommentar los, der den Eindruck vermittelt, man müsse Potsdam demnächst abreißen so düster und hässlich ist es dort.

    Einfach mal die Bälle flach halten und einfach mal vor Ort sich einen Eindruck verschaffen, dann kommen solche "verzerrten" und "einseitigen" Kommentare nicht zu Stande.

    Es wird einfach dem Gesamteindruck überhaupt nicht gerecht. Gerade die Häuser sind in dem Stil der Gründerzeit und die Rekonstruktion wirklich wertig und Gelungen.

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Ich finde Arty Deco ein Paradebeispiel für den Geist unserer Zeit. Da entsteht eine Stadt und schwingt sich auf, zu einer der schönsten Städte Deutschlands (eine Perle) und dann pickt sich einer 3 Häuser raus und lässt einen Kommentar los, der den Eindruck vermittelt, man müsse Potsdam demnächst abreißen so düster und hässlich ist es dort.

    Das eigentliche dunkle Geheimnis von Potsdam sind nicht seine leberwurstfarbenen Rekos. Es ist das knallharte realsozialistische Bauerbe. Solange das Mercure Hotel die Innenstadt höhenmäßig und ästhetisch dominiert wird aus Potsdam auch kein Schwan. Da kann man noch solange rekonstruieren wie man will.