Talkin' 'bout Europaviertel (Basisdebatte)

  • Natürlich sollte man noch dem Europaviertel ein paar Jahre Zeit geben. Es wird auf jedem Fall besser werden je mehr gebaut wird. Aber Fakt ist dass mindestens der erste Teil bis zur Emser Brücke sehr leblos/steril ist und die Umgebung für die Öffentlichkeit fast nutzlos. Da hier alles fertig gebaut ist sind wir schon beim Endergebnis.


    Es ist egal wie breit die Gehwege sind, die könnten auch 50 breit sein, wenn es dort nichts besonderes zu tun oder zu sehen gibt wie z.B. schöne/besondere Architektur, Cafes, Läden, Einkaufspassagen etc kommen die Leute auch nicht. Und somit ist die Fläche für die Öffentlichkeit verloren. Ich glaube es geht hier um das verlorene Potenzial. Gleisen sind zu Gehwege umgewandelt worden, das ist gut, aber das Ergebnis der Öffentlichkeit ist schon heute zu sehen. Wer geht auf die Europa Allee flanieren? Ist die Allee voll mit Menschen oder leer? Die Antwort kennt jeder der dort kurz gewesen ist.


    Es muss vielfältig sein. Der Sinn eines Boulevards finde ich ist dass der zu einer Art öffentlichen Platz mit Leben gefüllt wird. Dafür braucht man viel mehr Einrichtungen, die das unterstützen. Ein breiter Gehweg mit Wohn- oder Bürogebäuden reich nicht. Ohne das ganze drumrum wird es sehr öde und das ganze Konzept fällt platt. Hier hat man noch entschieden ein großteil des Lebens ins Skyline Plaza reinzupacken. Man hätte das S-P offener bzw. mehr integriert bauen können und nicht in dieser US-Schuhkartong-Stil, schnell mit dem Auto rein/raus ohne Fenstern nach aussen. Hier fehlt ganz klar eine "moderne Europäische Baukultur", die unserem europäischen Lebensstil angepasst ist. Ich habe schon länger auf neue moderne Europäischen Einkaufzentren gehofft, die in die Struktur unserer Innenstädte eingebaut werden. Sowas in der Art gab es schon "damals" wie z.B. Galeries Royales Saint-Hubert in Brüssel oder Vittorio Emanuele in Mailand. Dieser Art von "Shopping-Mall" ist die Europäische Variante, die bei uns fast in Vergessenheit geraten ist. Sowas in einer modernen Fassung wäre hier viel viel besser gewesen.


    Daher ich bin immernoch auf derselben Linie wie der FAZ Artikel


    1) Europaviertel/allee ist eine recht "leblose Schlafstadt".
    2) Das Potenzial in der großen entwickelten Flächen ist für die Öffentlichkeit zum großen Teil verlorengegangen. Aber potenzial ist da um die Situation zu verbessern.

  • Wie ist zu reagieren darauf,


    - dass Einzelhandel heute nicht mehr funktioniert wie in der guten alten Zeit, als es ausreichte, einfach einen Laden neben den anderen zu bauen. Das klassische Fachgeschäft ist zur Ausnahme geworden und wir Verbraucher rennen heute nicht mehr von Laden zu Laden durch die ganze Stadt, um unseren Bedarf an Handelsware und Dienstleistungen zu decken. Das Geschehen konzentriert sich zunehmend auf Einzelhandelszentren á la Skyline-Plaza, welche die für alle Beteiligten notwendigen Nebensächlichkeiten wie Parkplätze, Logistikflächen (Lager und Andienung), Entsorgung, Gastronomie und was noch alles unter einem Dach zur Verfügung stellen; und das in Dimensionen, die den Transportkonzepten der Filialisten und Logistikfirmen entsprechen.


    - dass Neubauten unserer Zeit heute in den Erdgeschosszonen – je größer das Haus, umso mehr - Flächen bereithalten für Müllcontainer, Fahrräder, Tiefgaragenausfahrten. Welches Gebäude in der Europaallee kann Ladenflächen im EG bereitstellen, die das bieten, was eine Ladenfläche im Skyline-Plaza bietet?


    - dass Einzelhandel heute, um wirtschaftlich betrieben werden zu können, Ladenflächen einer Größenordnung benötigt, die praktisch das ganze EG eines Gebäudes einnehmen (oder was davon noch übrig ist, s.o.). Umsätze, die solche Kosten rechtfertigen, erzielen eigentlich nur noch große Filialisten wie Rewe, dm, müller und die Discounter. Es muss Gründe haben, dass in der City ein inhabergeführtes Fachgeschäft nach dem anderen dichtmacht.

  • tunnelklick.


    "Einzelhandel heute nicht mehr funktioniert wie in der guten alten Zeit"


    Stimmt, der Trend im Einzelhandel ist eher pessimistisch zur Zeit. Aber das heißt nicht das Einzelhandel komplett verschwinden wird und es geht hier nicht um ganz Frankfurt mit Einzelhandel zu bebauen sondern nur um eine Hauptachse. Geh nach Berlin, London, Barcelona, Hamburg. Diese Städte waren und sind immer noch voll gepackt mit Einzelhandel und so wird es bleiben weil die meisten in Europa so am liebsten einkaufen gehen. Ich persönlich gehe lieber in ein belebtes und spannendeds Innenstadtviertel einzukaufen als zu US-Style-Einkaufszentrum. In Frankfurt hat man heute noch grob gesehen nur die Wahl zwischen Zeil oder irgendein Einkaufszentrum. Sonst ist das Angebot recht dünn. Ich empfinde das fehlende Einzelhandelsangebot als ein großes Problem in Frankfurt. Warum klappt es nicht bei uns? Ich glaube weil es in diesem Sinne nicht gebaut wird. Der Trend der letzten Jahre ist viel viel besser geworden z.B. Bahnhofsviertel und Seitenstrassen von Zeil kriegen mehr Läden und werden immer angesagter. Ich bleibe optimistisch. Europaalle wäre eine super Ergänzung gewesen.



    "...Neubauten unserer Zeit heute in den Erdgeschosszonen – je größer das Haus, umso mehr - Flächen bereithalten für Müllcontainer..."


    Einzelhandel ist keine Erfindung von heute. Es hat immer geklappt und wie es überall sonst klappt hätte es auch auf der Europaallee geklappt wenn das Angebot kompakt genug gewesen wäre. Wenn man zwei Läden auf 500 m Strecke hat wird's natürlich schwer für die Ladenbetreiber wenn die nicht Gemüse oder Versicherungen verkaufen.


    Wenn eine Garageneinfahrt die hälfte des Hauswandes auf einer Einkaufsstrasse übernimmt ist das für mich ein grober Planungsfehler. So macht man natürlich das Einkaufserlebnis kaputt. Das sieht man heutzutage immer öfters bei uns leider. Stichwort "Rückseite Komm Center" in Offenbach. Einzelhandel so wie es früher war und heute meistens ist, so sollte es sein. Es müssen nicht 10.000 qm Verkaufsfläche inkl. ein Logistikzentrum sein. Es reicht auch wenn es Kleinteilig ist aber das Angebot muss kompakt genug sein damit die Vielfalt eine Chance hat.

  • Eine "Leblose" Schlafstadt erkenne ich nicht. Es mangelt aber an Fassadengestaltungen, in Form von Kleinteiligkeit in den Fassaden (da hilft ja schon ein 1 m Vorsprung ab und zu), gerade am Boulevard Ost. Oder nördlich gelegen die unförmigen Fassaden des Hamptons.
    Fehlende mehrstufige Staffelgeschosse, wie zB. in Paris tun Ihr übriges.
    Angenehmer wurde hier der Boulevard Mitte gestaltet, das westliche Europaviertel verliert vor allem durch die teilweise lieblosen Fassaden oder zu lang gestreckten und uniformen Fassaden.
    Komsicherweise klappe das doch auch im recht ansehnlichen Parkend.


    Ebenso vermisse ich mehr Abwechslung in den Gebäudehöhen. Alles was zu uniform, eintönig ist und wirkt, wird schnell von den Mensch als langweilig und sogar abstossend gewertet und genau dieser Eeffekt ist eingetreten, nicht umsonst ist der Begriff "Stalin-Allee" entstanden.


    Auf der anderen Seite die gravierende und unentschuldbare Fehlplanung, nicht von Anfang die nötige Infrastruktur eines funktionierenden ÖPNVs zu bauen, man gezockt und sich verzockt. Schon Tausendmal hier im Forum besprochen, aber es ist und bleibt eines der grössten Mankos. Zumal noch mehr als 4! Jahre darauf zu warten ist.


    Allerdings glaube ich auch, dass das ganze optisch anders und zwar positiver wirken wird wenn der "U-Bahn" Bau abgeschlossen ist, die Allee wieder begrünt ist und die Bäume etwas größer geworden sind.


    Wie kann man also (oder hätte man) die Aufenthaltsqualität fördern (können)?
    Ein Weg wäre es gewesen diese unsägliche Kita am Tel Aviv Platz an anderer Stelle zu bauen.
    Wie wichtig wäre es gewesen einen zentralen Ort der Begegnung, des Verweilens, des Austauschs und auch Konsums an dieser Stelle zu haben.


    Vor allem ist es wichtig, gerade in Bezug auf die zunehmenden Hitzewellen, mehr Grün zu pflanzen, gerade in Form von Bäumen. Der Lotte Specht Park ist wie jedes Jahr im Sommer nur noch eine Ödnis, keinerlei Schatten. Über den Europa Park mit seinen viel zu wenigen Bäumen muss man gar nicht mehr sprechen.
    Hier gilt es unkonventionell zu denken. Natürlich wird und kann es keine Frankfurter Highline geben, erst gestern aber, in einem Gespräch, gab es einen interessanten Vorschlag eine punktuelle Highline zu bauen. Zum Beispiel kurz vor der Emser Brücke als Erhebung über den Strassen oder zwischen dem Zebra und der KVH.
    Die Anwohner an anderen Stellen werden sich sicherlich wohl ungerne in die Wohnungen schauen lassen wollen.


    Ebenso wichtig wäre es an allen Stellen wo es möglich ist, mobile Grüninseln als Staubfänger aufzustellen, Wände von Brückenbauwerken wenn möglich zu begrünen. Aanalog zum Goetheplatz.


    Einzelhandel stellt sich immer von selbst ein je mehr Menschen dort leben und arbeiten. Klar ist aber, dass es an Cafes und dergleichen fehlt. Schöne Aussengastronomie. Warum sollte die Laube einen Alleinanspruch besitzen?



    In 10 Jahren wird das alles ganz anders aussehen und einige momentane Probleme werden keine mehr sein. Der südliche Boulevard Ost wird sicherlich erst dann zu retten sein wenn die erste Fassadensanierung anstehen wird, vielleicht schafft man es dann, mit kleinen Mitteln, etwas mehr optische Abwechslung zu erreichen.
    Viele der Anwohner, und das vergessen hier immer viele, leben sehr gerne im Europaviertel trotz der momentanen Nachteile. Und in 10 Jahren wird sich das verstärken, da bin ich überzeugt.


    Man muss und darf hoffen dass die Stadt aus diesen Fehlern gelernt hat und nicht die gleichen fehler wiederholt.

  • In Frankfurt hat man heute noch grob gesehen nur die Wahl zwischen Zeil oder irgendein Einkaufszentrum. Sonst ist das Angebot recht dünn.


    Die Nachfrage bestimmt das Angebot.


    Man muss und darf hoffen dass die Stadt aus diesen Fehlern gelernt hat und nicht die gleichen fehler wiederholt.


    Wenn ich mir die Planungen für den Römerhof ansehe, habe ich die Hoffnung leider nicht. Das einzige, was man gelernt zu haben scheint ist, dass "Gründerzeit" gutes Marketingsprech ist.


    - Der Block auf dem Busdepot hat entlang dem Messeparkhaus ungefähr die Länge des Rewe-Gebäudes in der westlichen Europa-Allee. Bei Bau durch ABG und 40% Förderung hoffe ich da nicht auf kleinteilige oder anspruchsvolle Architektur.


    - Größter Kritikpunkt für mich aber die Pläne für den Quartiersplatz sowie das Ende der Europa-Allee:


    Südlich des geplanten Platzes ist die Schmidtstraße "abgetrennt" durch Bahnunterführung. Nördlich ist bislang Ausläufer des Parks. Den baut man zu ... Für was? Tel-Aviv-Platz 2.0?


    Plätze gehören dahin, wo Wege sich kreuzen. Daher wäre es meiner Meinung nach sinniger, ans Ende der Europa-Allee einen zentralen Platz mit Wochenmarkt etc. zu setzen, der Römerhof, Gallus, Europaviertel und Teile des Rebstocks sowie Kuhwald anzieht. Dann hat man nämlich auch genug Frequenz für Kommerz.


    Abgesehen davon würde damit auch ein wesentliches Problem der Europa-Allee gelöst. Momentan ist sie ein großer Boulevard, der auf der einen Seite eine Großbaustelle (= Sackgasse) ist und auf der anderen Seite ins "Nirgendwo" führt.


    Daher braucht es dort kein architektonisches Highlight à la Grande Arche, es braucht einen Grund, der viele Menschen anspricht, dorthin zu gehen (bzw. zu fahren).

  • Einkaufszentren

    dass Einzelhandel heute, um wirtschaftlich betrieben werden zu können, Ladenflächen einer Größenordnung benötigt, die praktisch das ganze EG eines Gebäudes einnehmen ...


    Hier hat man noch entschieden ein großteil des Lebens ins Skyline Plaza reinzupacken. Man hätte das S-P offener bzw. mehr integriert bauen können und ...


    Leider wird oft verkannt, dass Einkaufszentren wie SkyLine Plaza garnicht daran interessiert sind die Umgebung zu beleben. Im Gegenteil: sie wollen die Kunden möglichst lange im Inneren und somit der eigenen 'Umsatzmaschine' halten. Insofern sind solche als städebaulicher Startpunkt einer Straße wie der Europaalle völlig ungeeignet, bzw. sogar kontraproduktiv, wenn man sie denn als 'Einkaufsstraße' planen will.
    Diese Fehlkonstruktion ist also der Stadtplanung vorzuwerfen insofern als sie diese Nutzung so hier im B-Plan akzeptiert und eingetragen hat und auch Aurelis (oder welche Bahntochter auch immer) die versucht hat ihren Profit (im Sinne von Gewinnmaximierung beim Bodenpreis) zu erzielen.
    Moderne Beispiele von 'Flanierpassagen' im Stile von Mailand oder Brüssel werden, vermutlich weil sie marktwirtschaftlich nicht so effektiv sind, leider heutzutage nicht mehr gebaut.


    Man muss sich also fragen was die Europa-Allee westlich des Skyline Plaza eigentlich sein soll / will. Einkaufsstrasse vermutlich nicht - zum einen funktioniert es nicht aufgrund o.g. 'Fehlkonstruktion', der derzeitigen EG Nutzung, die für Einkauf nicht konzipiert ist und vermutlich auch aufgrund eines existierenden 'Einzelhandelskonzeptes' das hier eine solche Nutzung garnicht nicht wünscht.
    Bliebe vielleicht eine Art Boulevard / Promenade für die anwohnende Bevölkerung (ob die erforderliche Personen/Anwohner-Dichte vorhanden ist aufgrund der angrenzenden Messenutzung ist schwer zu beurteilen), die aber auch eine attarktivere EG Gestaltung erfordert. Vielleicht ist aber die Verwebung mit den Nutzern des Messe-Geländes gerade eine Möglichkeit die Straße zu beleben.
    Die Korrektur der Straßenaufteilung wie von Hr. Wentz vorgeschlagen (siehe FAZ Artikel) könnte vermutlich einer Boulevard-Nutzung helfen - aber ohne begleitende EG Maßnahmen wird es nichts werden. Und ob sie mit der oberirdischen U-Bahn Führung vereinbar ist wäre zu prüfen.



    p.s. : Ich würde vermutlich eher in der Frankenallee spazieren gehen......

  • Ich kann nicht beurteilen, was auf die Kappe der Stadtplanung geht, aber in weitaus größerem Maße als die Stadtplanung haben Vivico und Aurelis das Baugeschehen beeinflusst, indem sie große Baufelder an die Bauträger und Bauherren abgegeben haben und nicht kleine Parzellen gebildet und verkauft haben. Das halte ich für den maßgeblichen Grund für die Uniformität. Das sind Entscheidungen der Grundstückseigentümer gewesen und nicht der Stadtplaner.

  • Noch zu dem Architekt Christian Schmidt aus dem FAZ-Artikel:


    Bis Amerika hätte er nicht reisen müssen, um sich zu seiner „Frankfurter High Line“ in Sinn (Zitat) von „Unten Verkehr, oben Leben“ inspirieren zu lassen. Ein Blick in die Geschichte unserer Nachbarstadt hätte gereicht: Dort nannte sich das 2. Ebene. Und nannte statt nennt nicht ohne Grund.


    Aber davon abgesehen vermute ich auch, "wie in New York" klingt als Idee einfach besser und FAZ-tauglicher als "wie in Offenbach" ;-)

  • Meinung

    Schlechter Artikel und schlechte Idee...


    Die Kritik der mangelnden Aufenthaltsqualität wird undifferenziert als These vorangestellt um dann Argumente für die Überbauung der Europaallee geben zu können.
    Dabei weiß doch jeder, der sich mal kurz in der Gegend aufgehalten hat, dass die Europaallee zwischen Skyline-Plaza im Osten und Europagarten im Westen noch eine einzige Baustelle ist.
    Natürlich besteht da (noch) keine Aufenthaltsqualität. Wer wird sich denn im Moment vor den Baustellen von DB Brick, DB- oder FAZ-Tower aufhalten wollen (außer Forumsmitglieder, die fotographieren wollen). Wer will denn sein Mittagessen mit dem Staub und dem Lärm der U5-Tunnel-Konstruktion einnehmen. Es stehen überall Bauzäune, Baucontainer und Maschinen.
    Umso erstaunlicher eingentlich, dass sich so viele Gastronomiebetriebe (von Beef! bis RashCook) zwischen Einkaufszentrum und Emser Brücke auf beiden Seiten der Europaallee halten.


    Die Kritik hätte differenzierter sein müssen und so müssen auch die Lösungen differenzierter sein. Klar, es wurde viel Potential verschenkt. Von der ursprünglichen Wentz-Idee eines Boulevards (ins Nirgendwo?) ist nicht viel übrig. Die Südseite der östlichen Europaallee ist architektonisch eine Katastrophe, der Europagarten zu kahl. Aber, man braucht machbare und finanzierbare Vorschläge.
    Da fällt "Zipp" von vorn herein raus und ist deshalb ein schlechter Vorschlag. Natürlich ist die Umnutzung von alten U-Bahn-Trassen wie z.B. in NY oder Paris eine tolle Idee. Aber wenn Geld keine Rolle spielen würde, dann würde die U5 ja unter der Europaalle fahren und man müsste gar nicht über eine teure Überbauung der Schienen diskutieren.


    Ich finde da Adamas Vorgehen zielführender mit vielen kleinen (und so auch praktikablen) Änderungen eine Verbesserung der Gesamtsituation zu erreichen.
    -Der Tel-Aviv-Platz ist noch nicht bebaut, hier kann noch eine gute Lösung gefunden werden.
    -Die abschließende Führung der Fahrspuren ließe sich nach Abschluss der Baumaßnahmen noch verändern. Die Allee wird zwischen Skyline-Plaza und Emser Brücke eh nochmal komplett neu gemacht werden müssen. Man könnte auch eine Fahrspur ganz streichen und so ganz einfach Platz für mehr Grün, Restaurants/Cafés sowie mehr Rad- und Fußgängerverkehr schaffen.
    -Ein großer Brunnen am östlichen Ende der Europaallee wird ja bereits seit längerem diskutiert. Wenn man zusätzlich noch die Parkhausausfahrt überbauen würde, könnte so vor dem Eingang des Skyline-Plaza ein Platz mit Aufenthaltsqualität geschaffen werden.
    -Die Nordseite der Europaallee zwischen Europagarten und Emser-Brücke müsste noch öffentliche Gastronomie erhalten (z.B. im Hotelneubau oder am geplanten Messeeingang Süd).
    -Und im Europagarten könnten sicher ganz einfach noch mehr Bäume gepflanzt werden

  • Am Ende kann man am Europaviertel herumdoktern so viel man will. So lange man nicht die grundsätzlichsten, mit überschaubaren Maßnahmen leider nicht reversiblen, Fehler, vor Allem an der Europaallee selbst (oberirdischer Schienenstrang so dass die angedachte Boulevardgestaltung nicht mehr möglich ist, viel zu große grobschlächtige Baublöcke ohne Kleinteiligkeit, vorgeschriebene Flachdächer und Einheitshöhe, und vor Allem auch die kaum vorhandene Nutzungsmischung) angeht, wird Aufenthaltsqualität im Europaviertel für immer ein Fremdwort bleiben. Ein vorzeigbares Quartier wird das so nie werden.
    Und da muss man dem Viertel auch keine Zeit geben, gelungene Projekte wie das Dom-Römer-Areal zeigen ja, dass guter Städtebau keine Zeit braucht um positive Wirkung zu entfalten.

  • la la la, die Politik war es nicht

    Die Aufenthaltsqualität zu erhöhen ist ein löbliches Ziel der Politik. Es ist schon bizarr, denn schließlich hat die Politik den Großteil des Schlamassels angerichtet. Nur mal so zur Erinnerung:

    • Gelder für den Tunnelbau wurden vom verantwortlichen Dezernenten nicht rechtzeitig abgerufen. Man verlor sich lieber in einer Schlammschlacht und dem Credo Zeil, Zeil, Glück allein.
    • Die Häuser auf der südlichen Seite vor der Emser Brücke wurden durch Auflagen mit viel Geld baulich so umgesetzt, dass eine Untertunnelung möglich ist. Wir wissen, der Tunnel verläuft heute anders. Das Geld hätte man besser in öffentliche Plätze investiert.
    • Die bereits gepflanzten Bäume vor der Emser Brücke mussten auf Grund der Fehlplanung der Politik (den Fachleuten war das ja eh klar) wieder rausgerissen werden.
    • Die Magnetwirkung des Skyline Plazas wurde durch die Politik konterkariert. Das geplante Planetarium (Finanzierung Bau, Einrichtung und Betrieb erste fünf Jahre war gesichert) wurde von der Politik gestoppt. Später stimmte man dem Restaurantgarten zu. (ist das überhaupt noch zu verstehen?).
    • Jeder der etwas über städtebauliche Instrumente verstehen möchte, rate ich, die Höhe des Bordsteins am Boulevard nachzumessen. Diese Anforderungen der Politik - nicht Verwaltung - zeigt, dass hier keine Aufenthaltsqualität gewünscht ist. Also kein Europaboulevard oder Europaallee, sondern eher die Europa Autobahn


    Die Liste könnte man fortsetzen. Keine Entschuldigung für die langweilige Architektur. Die Weichen wurden aber früher gestellt. Der Politik sind die Versäumnisse durchaus bewusst. Wie sagte es einer der noch immer hauptamtlichen Politiker zum Thema Bäume rausreißen: „bitte dieses Thema nicht ansprechen“ :)

    Einmal editiert, zuletzt von Fuzzi () aus folgendem Grund: typo

  • ^ Die Bäume wurden umgepflanzt. Vom östlichen Boulevard in den Boulevard Mitte der bis dahin keine Bäume hatte.


    Was hat die Bordsteinkante mit der Aufenthaltsqualität zu tun? Entschliesst sich mir überhaupt nicht.

  • Bei weitem nicht alle Bäume wurden umgepflanzt. Vor allem in dem Bereich, in dem heute das Skyline Plaza steht, wurden Bäume, die dort erst ein paar Jahre standen, humorlos abgesägt. Von 2011 (aus diesem Beitrag):



    Bild: Schmittchen