Viktoriakarree (in Planung)

  • Viktoriakarree (in Planung)

    In der Hoffnung, dass aus dem Plan der Neugestaltung Taten folgen, fange ich hier einen eigenen Thread an.


    Was bisher geschah:


    Wie rec bereits berichete, beschloss der Bonner Stadtrat im Oktober 2011, dass ein städtebauliches Entwicklungskonzept für das Viktoriakarree erstellt werden soll. Der Generalanzeiger beschrieb die Konzequenzen für das Stadtmuseum, die Universität und die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus.


    Im Januar 2012 bringt sich ein Investor ins Gespräch.


    Vom Viktoriabad ist keine Rede mehr.

  • Am 2. Mai will die Verwaltung dem Planungsausschuss einen Bericht zur Nutzung des Geländes um das Viktoria-Bad vorlegen. Darin spricht sie sich wie zuvor dafür aus, dort ausschließlich die Philologische Bibliothek der Universität und daneben Einzelhandel anzusiedeln. Es fehlten 30.000 - 50.000 qm² Einzelhandelsfläche in der Innenstadt. Stadtmuseum und Gedenkstätte könnten in einen Erweiterungsbau des Hauses der Bildung oder in die Räume der VHS an der Wilhelmstraße ziehen.


    GA: Ideal für Uni und Einzelhandel

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    Die schwarz-grüne Kolaition möchte der Verwaltung nicht folgen. Mit ihrer Mehrheit wurde eine Entscheidung zur Zukunft des Quartiers im Planungsausschuss vertragt. CDU und Grüne sehen "weiteren Beratungsbedarf". Großflächigen Einzelhandel lehnen sie offenbar an dieser Stelle ab.


    GA: Kein Placet zum Viktoriakarree

  • Über ein zweistufiges, EU-weites Ausschreibungsverfahren möchte die Stadt einen Investor für die Entwicklung und Umgestaltung des Viktoriakarrees finden. Der Stadtrat soll in seiner Sitzung am 4. September hierüber final entscheiden. Das Konzept sieht vor, die philologische Bibliothek der Universität zu beheimaten und großflächigen Einzelhandel zu ermöglichen.
    Das Stadtmuseum und die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus müssen daher zunächst in eine Zwischenlösung umziehen.
    Ferner soll angestrebt werden, eine unterirdische Verbindung zur Marktgarage zu schaffen und die Erschließung der beiden Tiefgaragen, Marktgarage und Viktoriakarree, vom Belderberg aus zu bündeln. Da mit einer solchen Lösung die bestehende Ein- und Ausfahrt der Marktgarage wegfiele, könnten Stockenstraße und Bischofsplatz neu gestaltet sowie die Verkehrsführung in der Stocken- und der Franziskanerstraße geändert werden.


    Quelle

  • Potentialanalyse veröffentlicht

    Die Stadt Bonn hat die Potentialanalyse für das Viktoriakarree veröffentlicht. Erstellt wurde das 83 seitige Dokument von Dr. Jansen Stadt- und Regionalplanung, Köln.


    Klare Aussagen stehen wenige drin: "Eine abschließende Aussage oder Empfehlung zur Einzelhandelsausstattung sowie zu ergänzenden Nutzungen im Viktoriakarree ist nach dem jetzigen Planungstand der beiden Vorhaben am Bahnhof nicht möglich. Unwägbarkeiten bei der Dimensionierung und Strukturierung der Einzelhandelsnutzungen in beiden Objekten erschweren
    ihre wettbewerbliche Einordnung, so dass keine Ableitung von Einzelhandelsstrukturen für das Viktoriakarree erfolgen kann." (S. 79)

  • Wie der GA berichtet, hat der Wirtschaftsausschuss am Donnerstag mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen beschlossen, dass die Verwaltung die Ausschreibung zur Entwicklung des Viktoriakarrees vorbereiten soll. Die Fraktionen einigten sich dabei auf einen Änderungsantrag, der nicht grundsätzlich, aber doch in einigen Details von der Beschlussvorlage der Verwaltung abweicht.


    Gleich nach der Sommerpause sollen die Unterlagen der Politik zur Beratung vorgelegt werden.


    Die Ausschreibung soll im Rahmen eines zweistufigen EU-weiten Verfahrens erfolgen und folgende Eckpunkte beinhalten:


    • alle zentrentypischen Nutzungen einschließlich Wohnnutzung sollen zulässig sein
    • bis zu 15.000 qm² Nettoverkaufsfläche sind für Einzelhandel vorgesehen
    • es sollen "urbane Geschäftshäuser" mit "zahlreichen Öffnungen in den öffentlichen Raum" entstehen
    • die Philologische Bibliothek der Universität wird auf 6.500 qm² untergebracht
    • unter dem Karree soll eine neue Tiefgarage gebaut und mit der Marktgarage verbunden werden
    • die Stadt wird einen städtebaulichen Wettbewerb durchführen, dessen Ergebnis für die Bieter/ Investoren verbindlich sein soll


    Teil der Ausschreibung wird eine dauerhafte Lösung für die Unterbringung von Stadtmuseum und Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus sein. Diese kann auf dem Gelände des Viktoriakarrees erfolgen. Alternativ wird eine Verlagerung in die Gebäude der Pestalozzischule geprüft.


    Zu diesem Zweck führt die Verwaltung zur Zeit ein Ausschreibungsverfahren durch (Joams hat hier bereits darauf aufmerksam gemacht). Dieses soll im Juli/ August abgeschlossen sein. Anschließend sollen drei ausgewählte Architektur-/ Ingenieurbüros detaillierte Planungen für die Unterbringung in der Pestalozzischule erstellen.


    Mehr dazu in dieser Mitteilungsvorlage.

  • Es kommt endlich wieder Bewegung in die Sache. Die Ausschreibung soll nun im Frühjahr diesen Jahres erfolgen.


    Die Stadt will ihre Grundstücke auf dem Viktoriakarree verkaufen. Die Verwaltung bringt jetzt den entsprechenden Beschlussvorschlag für eine europaweite Ausschreibung ab Frühjahr 2014 in die politischen Gremien ein. Der Stadtrat soll abschließend in seiner Sitzung am 27. März über die Ausschreibung entscheiden.


    Hier die PM im Wortlaut:



    Quelle

  • Die schwarz/grüne Koalition ist sich uneinig, und deswegen ist eine Entscheidung im Wirtschaftsausschuss gestern vertragt worden. In der Märzsitzung des Rates will die CDU aber für die Ausschreibung stimmen.


    Interessant der Überblick über die Argumente der Gegner: Die Linke sieht die Planungen u.a. als zentrenschädlich für Bad Godesberg und Duisdorf an, und gemeinsam mit den Grünen bezweifeln sie, ob Bonn überhaupt derart viele Einzelhandelsflächen braucht.


    Nun gab es dazu ja ein Gutachten, in dem steht, dass es weiter großen Bedarf an Einzelhandelsflächen in der Bonner City gibt. Die Grünen argumentierten in Debatte wohl, dass man jedes Gutachten so auslegen könne, wie es einem gerade passe.


    Cem Akalin bringt es in seinem Kommentar auf den Punkt, in dem er schreibt:

    Zitat

    Wenn es tatsächlich so sein sollte, dann kann man sich teure Expertisen auf Kosten des Steuerzahlers künftig sparen.


    Wie wahr, Herr Akalin!


    Quelle

  • Achja?

    Zusätzlich muss man dann wohl auch noch blind sein. Viele Händler betrachten Bonn als Wunschstandort und suchen hier hän*de*rin*gend nach Räumlichkeiten.


    Ein Beispiel:
    "Bonn Sternstr./ Remigiusstraße"
    http://www.engbers.de/unternehmen/expansion


    Apple hat ja offenbar auch lange nach einer adäquaten Lokalität gesucht und nun gefunden.


    Dann sehe ich häufig, dass Geschäfte in der Bonner Innenstadt renoviert/saniert werden. Ebenfalls ein Zeichen für die Wirtschaftlichkeit der Filialen. Zwei Beispiele: Tee Gschwendner und Backfabrik

  • Ich halte die Argumentation der Grünen und der Linken für vollkommen abwegig - jedenfalls auf Grundlage des besagten Gutachtens. Ich weiß, Gutachten werden in dieser Stadt immer fleißig für viel Geld erstellt, um sie dann - so macht es den Eindruck - zu diskutieren, damit man sie anschließend wieder in den Papierkorb wirft, um dann nach ein paar Jahren die Diskussion wieder beginnen lassen zu können (Beethovenhallengutachten, Bädergutachten...).


    Wenn man sich aber das Gutachten noch einmal durchliest, dann steht dort ausdrücklich drin, dass die Bonner Innenstadt nach der möglichen Verwirklichung von Maximilancenter, Nordfeldbebauung und bereits verwirklichtem Sparkassen-Neubau noch 20.000 QM Verkaufsfläche verträgt. Vorgesehen sind beim Viktoriakarree nach jetzigem Stand 15.000.

  • Das komplette, sehr umfassende Dossier zur bevorstehenden Ausschreibung findet sich hier
    Das Mindestgebot liegt bei 12.000.000 €.
    Die Durchführung eines architektonischen Realisierungswettbewerbs wird zur Pflicht gemacht.

  • Die schwarz-grüne Ratsmehrheit will parallel zur auf den Weg gebrachten Ausschreibung für das gesamte Quartier ein Bebauungsplanverfahren einleiten.
    Dies ärgert die SPD, die darin eine Abschreckung für mögliche Investoren sieht, und deswegen die Änderung des Bebauungsplans erst nach der Ausschreibung vornehmen will.


    Quelle


    So ganz verstehe ich das Problem der Reihenfolge zugegeben nicht, da ich bei diesen Verfahrensschritten nicht firm bin. Könnte das jemand kurz erklären?

  • Die schwarz-grüne Ratsmehrheit will parallel zur auf den Weg gebrachten Ausschreibung für das gesamte Quartier ein Bebauungsplanverfahren einleiten.
    Dies ärgert die SPD, die darin eine Abschreckung für mögliche Investoren sieht, und deswegen die Änderung des Bebauungsplans erst nach der Ausschreibung vornehmen will.


    Quelle


    So ganz verstehe ich das Problem der Reihenfolge zugegeben nicht, da ich bei diesen Verfahrensschritten nicht firm bin. Könnte das jemand kurz erklären?


    Nur das schon ein Ausschreibungsverfahren läuft müsste der B-Plan ja die Vorgaben der zeitgleichen Ausschreibung aufnehmen!?! Was soll das?
    Wenn der B-Plan anders werden sollte, kann man die Wettbewerbsergebnisse doch nachher in den Papierkorb schmeißen!


    Eigentlich ist dies normale Weg bei größeren zusammenhängenden Neubauvorhaben:
    Auftakt bildet häufig ein vorgeschalteter städtebaulicher Ideenwettbewerb, oder eigene Entwürfe der Stadtplanungsämter.
    Daraus entwickelt sich nach Überarbeitung oder Zusammenführung verschiedener Wettbewerbs Teilnehmer ein Bebauungsplanentwurf, der nach mehrfacher politischen und öffentlichen Diskussion und Ratsbeschlüssen schließlich zum Rechtsplan führt, der dann den üblichen Weg unter Beteiligung aller Instanzen, Ämter und Fachbereiche, zweimaliger Offenlegung etc. durchläuft und schließlich nach Klärung und Ablehnung oder Berücksichtigung von Einsprüchen und Bedenken durch den Rat abgesegnet wird.
    Nach Inkrafttreten ist dieser dann rechtskäftigkeit für alle Bauwilligen und Investoren.


    Bei Entwicklungsmaßnahmen wird es in den letzten Jahrzehnten jedoch häufig umgekehrt praktiziert. Hierbei wird zunächst ein offener oder beschränkter Investorenwettbewerb ausgeschrieben der dann im Auswahlverfahren bzw. nach politischer Diskussion und oftmaliger Überarbeitung mit dem Investor als Grundlage für einen daraus zu entwickelnden Bebauungsplan dient, der dann im üblichen Verfahren alle Instanzen wie vor durchlaufen muss.
    In der Regel läuft dieses „Vorhabenbedingte Bebauungsplanverfahren“ jedoch schneller ab. Ca. 1,5 bis 2 Jahre sind aber auch hier fasst überall der Normalfall bis der Investor den nochmals erforderliche Bauantrag einreichen kann und danach die Bagger rollen dürfen.


    Bei letzterem sparen die Kommunen natürlich eigene Kräfte einzubinden bzw. Kosten einen Wettbewerb zu starten oder ein Planungsbüro zu beauftragen.
    Zudem kommen häufig vielfältigere Ergebnisse heraus, da die Randbedingungen noch nicht so scharf und bindend formuliert sind und dadurch eine größere Planungsfreiheit für den Investor, bzw. seinen Architekten besteht.


    Allerdings wird die anschließende Diskussion sowohl auf politischer Seite wie auch in der Öffentlichkeit deutlich schwieriger und langwieriger und von der Öffentlichkeit häufig auch zu spät wahrgenommen.

    Einmal editiert, zuletzt von Rob01 () aus folgendem Grund: Entscheidende Textstelle von Joams übersehen

  • Insgesamt drei Bauunternehmen haben sich um die Teilnahme am Ausschreibungsverfahren beworben und werden von der Verwaltung als grundsätzlich geeignet beurteilt, das Bauprojekt umzusetzen. Ende August werden der Verwaltung die indikativen Angebote der Bewerber vorliegen.


    Quelle

  • Der General-Anzeiger berichtet heute, dass der Eigentümer des Viktoriakarrees identisch ist mit dem neuen Eigner der Warenhauskette Karstadt. Ausserdem ist er einer von drei Unternehmern, den die Stadt als geeignet beurteilt, um das Bauprojekt umzusetzen.
    http://www.general-anzeiger-bo…kauft-article1429019.html


    Man darf also gespannt sein, was daraus werden wird.


    Hier der Link zur Homepage des Eigentümers vom Viktoriakarree und Karstadt: http://www.signa.at/geschaefts…lungen/kaufhaus-viktoria/

  • Eine klassische Einkaufsmall ist an dieser Stelle, aus meiner Sicht richtigerweise, politisch nicht gewollt. Deswegen halte ich die Vorstellungen von Signa für kaum umsetzbar.

  • Investorenpläne veröffentlicht

    Die Stadt hat die Pläne der beiden verbliebenen Investoren im Rahmen des Vergabeverfahrens (SIGNA Development Deutschland GmbH und Hochtief Projektentwicklung GmbH) im Internet veröffentlicht (s. www.bonn.de).


    SIGNA hält an den bereits bekannt gewordenen Plänen für eine Shopping-Mall ("Kaufhaus Viktoria") fest. Fast der gesamte Innenbereich des Quartiers soll dafür überbaut werden. Darin soll auch die Philologische Bibliothek unterkommen.


    K.O.-Kriterium m.E.: das sich abzeichnende erhebliche Bauvolumen und die Höhe des geplanten Baukörpers. Das Universitätsgebäude/ Schloss würde deutlich überragt werden, so dass der Baukörper auch von der Adenauerallee aus zu sehen wäre. Das wird so nicht durchkommen.


    Hochtief setzt auf eine kleinteilige Lösung mit Einzelhandel an der Stockenstraße und plant die universitären Einrichtungen (Bibliothek) in einem Neubau an der Franziskanerstraße. Im Innenbereich des Quartiers sollen zwei viereinhalbgeschossige Stadtvillen errichtet werden. Ein weiterer Neubau soll am Belderberg entstehen. Insgesamt eine deutlich zurückhaltendere Planung, bestehend aus mehreren nutzungsspezifischen Einzelkomponenten.

  • Das Bürgerbegehren gegen den Bau einer Shopping-Mall auf dem Viktoria-Karree ist laut einer Verwaltungsvorlage zulässig. Es sind 16417 gültige Unterschriften gezählt worden, womit das erforderliche Minimum von 9835 Stimmen deutlich überschritten wurde.
    Schließt sich der Rat der Vorlage an, sind die Pläne der Signa-Holding gestorben. Hält er an dem Vorhaben fest, wird es auf einen Bürgerentscheid hinauslaufen.


    http://www.general-anzeiger-bo…essig-article1766154.html


    Die Shopping-Mall wird damit aus meiner Sicht wohl nicht kommen. Ich habe keine Zweifel, dass ein Bürgerentscheid die notwendige Stimmenanzahl von 24500 bis Februar 2016 zusammenbekommen würde. Ob der Rat sich auf diese Konfrontation mit für ihn möglicherweise unangenehmem Ausgang einlassen wird?