Wohnungsbau (Sammelthread)

  • Absolut richtig. Es braucht Dichte für ein urbanes Viertel. Die Grünen fühlen sich doch in Kreuzberg und Co. wohl – also wo bleibt hier der Mut (zumal Kuhn ja selbst Wahlberliner ist). S-West war wohl mal eins der dicht besiedeltsten Gebiete Europas – wobei sich mir die Frage stellt was dann bitte in Städten wie Wien, Paris, Mailand usw. sein soll, wo die Gebäude in der Regel mindestens ein, zwei Geschosse mehr haben.

  • Wenn man bei Stuttgart-West die Waldgebiete (Solitude und Wildpark) in der Fläche abzieht, ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von gut 15.200 Einwohnern pro Quadratkilometer (Stand 2014) und liegt damit beinahe exakt auf dem Wert von Schwabing West in München (Stand 2014).


    Urbanität im Sinne von Aufenthaltsqualität entsteht durch Nutzungsmischung und dichter, architektonisch abwechslungsreicher, kleinteiliger Bebauung (ggf. mit einzelnen Hochpunkten), in Kombination zu nutzbaren Grünflächen in erreichbarer Nähe (und nicht diesem leidigen Abstandsgrün). Ergo: Deutschland muss wieder lernen, wie vor 100 - 150 Jahren zu bauen. Verstand einschalten und loslegen. So schwer kann es doch nicht sein.

  • Wenn man bei Stuttgart-West die Waldgebiete (Solitude und Wildpark) in der Fläche abzieht, ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von gut 15.200 Einwohnern pro Quadratkilometer (Stand 2014) und liegt damit beinahe exakt auf dem Wert von Schwabing West in München (Stand 2014).


    Urbanität im Sinne von Aufenthaltsqualität entsteht durch Nutzungsmischung und dichter, architektonisch abwechslungsreicher, kleinteiliger Bebauung (ggf. mit einzelnen Hochpunkten), in Kombination zu nutzbaren Grünflächen in erreichbarer Nähe (und nicht diesem leidigen Abstandsgrün). Ergo: Deutschland muss wieder lernen, wie vor 100 - 150 Jahren zu bauen. Verstand einschalten und loslegen. So schwer kann es doch nicht sein.


    Dem würde ich so durchaus zustimmen. Architektonisch abwechslungsreiche kleinteilige Bebauung bracht aber gleichzeitig eine gut städtebauliche Ordnung um das Ganze stimmig wirken zu lassen.


    Welche Stadtentwicklungsgebiete würdest du in diesem Sinne als gelungen bezeichnen bzw. könnten als Vorbild dienen? Die Hamburger Hafencity?

  • ^
    Vielleicht wird bald ein Stadtführerschein nötig, wenn wir immer dichter wohnen und die Wohnungen immer teurer werden. Kommen immer mehr mit zu großen Erwartungshaltungen in die Städte, die dann mit ihren Ansprüchen zu den Auswüchsen führen, dass der Wasen keinen Lärm mehr machen kann usf.


    Idealerweise macht man imho das was hfrik schon mal vorgeschlagen hat erhöht die Baudichte in den Bebauungsplänen aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts, baut an den Hauptverkehrsstrassen bis zu 11 Geschosse hoch, An Nebenstraßen gestaffelt bis auf 6 Geschosse.


    Das wird jedoch nicht einfach, weil wir zum Glück noch viele denkmalgeschützte Häuser (ca. 3000) und noch mehr geschützte Fassaden in Stuttgart haben.


    Die Zukunft liegt darin auf wenig Raum zu wohnen und die öffentlichen Plätze zu Wohnzimmern werden zu lassen, also ist es weniger aus der Vergangenheit zu lernen, sondern viel mehr in Richtung von Kulturen die heute schon so leben.


    In Stuttgart haben wir sehr viel Glück viele Menschen aus Süd und Südosteuropa zu haben, die uns zeigen wie das geht.

  • ^


    Zitat

    erhöht die Baudichte in den Bebauungsplänen aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts


    Um 1900 bis 1930 wurde bereits recht dicht und architektonisch herausragend gebaut. Meiner Meinung nach bedarf es - wie es ja auch schon zu Hauf getan wird - eine Verdichtung der 60er / 70er Jahre Viertel.


    Zitat

    die öffentlichen Plätze zu Wohnzimmern werden zu lassen


    Ich weiß nicht, warum die Stadtplaner nach dem Krieg (ab den 60er Jahren) alles anders machen wollten und in den meisten Fällen bis heute daran festhalten. Die Nachkriegsstadtplanung hat i.d.R. mehr Fehler und Nachteile erzeugt, als sie zu beheben versuchte.


    Zitat

    Zitat ma-frey:
    ... Die Hamburger Hafencity?


    Die Hafencity ist in Summe nicht schlecht, wobei dort das Wasser einen entscheidenden Beitrag zur Gesamtwirkung leistet und daher die Übertragbarkeit der Konzeption auf andere Städte u.U. weniger geeignet scheint. Denn auch in der Hafencity fehlt mir eine gewisse Leichtigkeit und Unbeschwertheit in der Architektur, den Straßenzügen, wobei das Wasser der Elbe / die Weite des Hafens dies z.T. ausgleichen kann.


    Sonst fällt mir nicht wirklich ein großes, neues Stadtquartier ein, wo ich wirklich behaupten kann: Wow, gefällt mir optisch richtig gut und ich könnte mir vorstellen, dort zu wohnen. Entweder die Fassaden sind monoton, zu streng (per se nicht schlecht, nur wenn alle Gebäude so aussehen...), stillos. Und / Oder die Anordnung der Gebäude scheint fragwürdig durcheinander und ohne Willen, Urbanität zu erzeugen. Selbst die überwiegende Mehrheit heutiger Luxusbauten glänzt meiner Ansicht nach durch Abwesenheit jeglicher Individualität, Ausdrucksstärke und Ästhetik.


    Zumindest was die stadträumliche Gestaltung angeht, erhoffe ich mir einige positive Resultate nachdem erste größere Entwicklungen mit dem Instrument "Urbanes Gebiet" umgesetzt worden sind.

  • @Baudichte
    es ist zur Jahrhundertwende dicht gebaut worden oder zumindest hoch, nur in den Bauplänen ist das nicht reflektiert zumindest in vielen Teilen von der Stuttgarter Innenstadt, reißt man heute ein Haus ab oder nur einen Balkon, muss man Glück haben ähnlich viel Baumasse errichten zu können, selten/nie kann man die Baumasse ohne viel Tamm Tamm erhöhen.


    Die Baupläne sind auch das was ein Baubürgermeister einfach mal tun könnte, dies sollte man insbesondere dort tun, wo die Menschen nicht auf den MIV angewiesen sind.


    Dass die 60er 70er selten schön sind ist eine ideale Gelegenheit dort massiver zu bauen.

  • Ein paar Hochpunkte oder durchgängig 1-2 Geschosse mehr hätte in Zeiten krasser Wohnungsnot hier sicherlich nicht geschadet. Aber anscheinend hat man in der Stadt Spaß daran hart arbeitende Menschen in den Ruin zu treiben. Lachhaft, peinlich, ja, vielleicht fast schon kriminell wie man hier mit den knappen Flächen umgeht.

  • Ein paar Hochpunkte oder durchgängig 1-2 Geschosse mehr hätte in Zeiten krasser Wohnungsnot hier sicherlich nicht geschadet. Aber anscheinend hat man in der Stadt Spaß daran hart arbeitende Menschen in den Ruin zu treiben. Lachhaft, peinlich, ja, vielleicht fast schon kriminell wie man hier mit den knappen Flächen umgeht.


    Hast du mehr infos zum bebauungsplan dort oder zur kalkulation vom Bauherrn? Warum schiebst du der Stadt den schwarzen Peter zu? Warum nicht dem Architekturbüro oder Projektplaner ? Von dir liest man kaum nen Kommentar der nicht nur aus nörgeln besteht. sorry ist einfach mein Eindruck.

  • Von dir liest man kaum nen Kommentar der nicht nur aus nörgeln besteht


    Vollkommen richtig erkannt! Bei der derzeitigen Lage in der Stadt sehe ich Jubelarien nicht für Gerechtfertigt. Für Mist den Politiker so fabrizieren gibt es nur in Ländern wie Nordkorea oder der Türkei Applaus ohne Wiederspruch. In Deutschland jedenfalls sehe ich es als mündiger und arbeitender Bürger geradezu als Pflicht an, offenkundige Missstände anzusprechen. Leider ist das Thema Wohnungsnot hierzulande medial eher unterrepräsentiert. Das größte Problem dieses Landes scheinen ja momentan nur Gender-Debatten zu sein. Ob Millionen Menschen in diesem Land, spätestens bei einer Zinserhöhung der Banken, ihre Wohnungen verlieren weil ihnen die Finanzierung, des vollkommen überteuerten Wohnraums, um die Ohren fliegt ist ja nicht so wichtig. Aber ich gebe dir Recht – nicht nur die Politik versagt hier, sondern auch sämtliche bürgerliche Gremien, Stadtplaner, Architekten usw.

  • Mit den Weinbergen im Nacken ist glaube ich an dieser Stelle städtebaulich nicht viel mehr Dichte drin, im Gegensatz zu City Prag oder Neckarpark, bzw. Rosensteinviertel. Für mich geht das hier in Ordnung, auch wenn die Architektur sicherlich nicht berauscht.

  • Warm soll man deswegen denn nicht an der Straße vorne z.B. gestaffelt 8 – 6 – 4 – 4 Stockwerke bauen können? Der hintere Bereich geht für mich in Ordnung, vorne zur Straße hin hätte die Bebauung aber m.M. nach höher ausfallen sollen.

  • Ehemaliges Wasserschifffahrtsamt

    An der Birkenwaldstraße soll das ehemalige Gebäude des Wasserschifffahrtsamts in ein Wohnhaus umgebaut werden. Nachdem gegenüber die Sanierung/der Teilneubau des Postdörfle voranschreitet, zieht sich die Modernisierungswelle weiter den Hang hoch. An der Ecke Birkenwald-/Türlenstraße sind erst jüngst zwei größere Gebäude sehr ansehnlich hergerichtet worden.



    Bild: Chris73

  • Ein Neubau an der Panoramastraße steht, ein weiterer entsteht.



    Der Neubau an der Hauptstätter Strße zwischen Ösi Platz und Marienplatz steht... Nur wofür?!



    Bilder: Silesia

  • update 06.10.2018 - Feuerbach

    Blick auf die nun komplette Hangbebauung zwischen Oswald-Hesse-Straße und Feuerbacher Bahnhof. Völlig Banane... Inspiration?!









    Bilder: Silesia

  • Auf der Innenseite kann ich mit den Würfelbauten sogar noch ein bisschen anfreunden. Kleinteilige Gliederung, Balkönchen, sieht nicht ganz langweilig aus. Aber die Außenseiten, vor allem die der Grünanlage zugewandten Seiten, sehen aus wie aufgefrischte 70er.


    Das Mehrfamilienhaus ist wie ein aufgehübschter 80er-Bau. Solide, funktional, würde sich in einem echten Neubaugebiet gut machen. Wenn ich aber direkt dahinter den schönen alten Klinkerbau sehe, dann machts nur AUA. Da frage ich mich, was die Architekten heute lernen. Früher hat man noch Wert auf Stil, Ästhetik und harmonische(!!) Proportionen geachtet...tja...

  • Dreizeit - 15.06.2019

    Baustart war beim Projekt "Dreizeit", Eigentumswohnungen am Park der Villa Berg in S-Ost - und neben einer Schule sowie der tollen Siedlung Raitelsberg. Wurde hier ab #136 bereits vorgestellt und besprochen.





    Andere Straßenseite




    Bilder: Silesia

  • Teil 2

    Diese 2 unterschiedlichen Neubauten entstehen an der Ecke Planckstr./Aspergstr. in S-Ost. Der große Bau rechts überzeugt durchaus, nur das Staffelgeschoss samt Satteldach wirkt in der Frontansicht etwas falsch proportioniert. Der kleine Bau links ist nicht uninteressant, mit der Bewertung warte ich aber bis zur Fertigstellung. Wand rechts ist schon mal dunkler Klinker. Mehr ist kaum zu erkennen.







    Bilder: Silesia

  • Haußmann Homes sind fast fertig. Passt sich hervorragend der Umgebung an, Glückwunsch an die Verantwortlichen für so viel Feingefühl. Nicht mal einen Hauch von letztem Respekt für Homogenität und Ästhetik, nicht mal hier im Bereich Haußmann-/Alexanderstraße. Schämt euch für diese, was auch immer das sind.






    Bilder: Silesia