Barlachstadt Güstrow: Bauprojekte und Stadtplanung

  • Zustand Brandhaus Gleviner Straße 3

    Das Brandhaus in der Gleviner Straße 3 hat sich in den letzten Monaten zu einem Problemfall entwickelt (zuletzt in #199). Seit dem verheerenden Brand in der Nacht zum 11. Februar ist die Gleviner Straße in diesem Bereich gesperrt. Lediglich Fußgänger können auf der anderen Straßenseite unter einem schützenden Gerüst den Ort passieren. Die Gefahr ist weiterhin hoch, dass Teile der Fassade auf die Straße stürzen könnten. Das Ermittlungsverfahren der Polizei ist noch immer nicht abgeschlossen. Solange wird die Situation in der jetzigen Form bestehen bleiben müssen, was insbesondere umliegende Gewerbetreibende erzürnt.


    Nachdem das Denkmalamt dem Gebäude im Frühjahr den Denkmalstatus aberkannte, kochte in der Presse eine Diskussion hoch, dass trotz der gravierenden Schäden der Erhalt der noch bestehenden Substanz forciert werden müsse. Das beträfe einerseits die Straßenfassade und andererseits den nahezu vollständig erhaltenen Seitenflügel, der noch seiner Entstehungszeit entspricht. Die Stadt hat dem Eigentümer eine hohe Förderung in Aussicht gestellt, sollte dieser das Haus sanieren wollen, und ist bereits mit dem Sanierungsträger in Kontakt getreten, um ein Erhaltungskonzept auszuarbeiten. Auch der Eigentümer der Gleviner Straße 1 und 2, die Schelfbauhütte Schwerin, deren Sanierungsvorhaben im obigen Beitrag vorgestellt worden ist, hat angeboten, das Grundstück samt Ruine zu erwerben.


    Der Eigentümer selbst beabsichtigt vor dem Hintergrund der starken Zerstörung der Bausubstanz jedoch, das Gebäude abreißen zu lassen. Ein möglicher Neubau könne sich dann einerseits am historischen Vorbild orientieren (Variante 1) oder ein ganz neues Gesicht erhalten (Variante 2). Aufgrund des Verlustes des Denkmalstatus ist ein Abriss grundsätzlich möglich. Er hat einen Abrissantrag eingereicht, der nun durch die Stadt beurteilt werden muss. Aufgrund des unhaltsamen Zustands der Gleviner Straße sieht sich der Eigentümer verstärkt Anfeindungen ausgesetzt und möchte eine schnelle Lösung der Sachlage erreichen.
    Sollte die Stadt dem Abriss zustimmen, muss sie hierfür eine sanierungsrechtliche Genehmigung erteilen, da sich das Gebäude im Bereich eines förmlich festgeschriebenen Sanierungsgebietes befindet.
    Zuletzt hatte die Stadt angekündigt, das Grundstück selbst kaufen und das Gebäude sanieren zu wollen.


    Das Kind ist also noch nicht ganz in den Brunnen gefallen. Es besteht noch Hoffnung, dass das Haus gerettet werden kann.
    Die nachfolgenden Fotos machen deutlich, wie stark das Haus und die Umgebung in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Die Straßenpflasterung wächst allmählich zu.





  • Sanierung Gleviner Straße 9

    Eine erfreuliche Fassadensanierung bahnt sich in der Gleviner Straße 9 an der Ecke zur Grepelstraße an, zumindest lassen erste, aufgestellte Gerüste das vermuten. Das Gebäude hatte zuletzt zahlreiche Abplatzungen und Fehlstellen an der Fassade zu verzeichnen. Da direkt gegenüber die Hausnummer 10 in den letzten Monaten ebenfalls umfassend saniert worden ist (Beitrag folgt unten), würde sich hiermit die Eingangssituation in die Grepelstraße deutlich aufwerten. Wir bleiben gespannt.



  • Sanierung Gleviner Straße 10/Grepelstraße 17

    Ein wahrer Augenöffner ist die fertigestellte Gleviner Straße Nummer 10 geworden, die im letzten Beitrag #186 noch hinter Gerüsten versteckt war! Die gesamte Straße ist um ein Kleinod reicher geworden. Die Sanierung ist hervorragend durchgeführt worden und die aufwändig gestaltete, neogotische Fassade mit der Kombination eines hellen Gelbtones mit ochsenblutroten Fenstern und Türen sticht schon von weitem ins Auge. Die zweite Aufnahme von 2015 zeigt den Zustand vor der Sanierung.


    Das im Kern aus dem Jahr 1618 stammende Gebäude wurde durch ein Ärztepaar aus Rheinland-Pfalz saniert, die auch für die Sanierung der Häuser Am Berge 10-12 vor acht Jahren vorantwortlich waren (Thema im allerersten Beitrag dieses Strangs). Im Juni konnten bereits alle Mieter in die zwölf vorhandenen, individuellen Wohnungen einziehen. Im Inneren des Gebäudes wurden viele historische Details erhalten. Auch der großzügige Eingangsbereich im Erdgeschoss mit einer imposanten Treppenanlage und Portalsäulen ist behutsam restauriert worden.



    Wer genau hinschaut, erkennt, dass an der Fassade zur Grepelstraße im zweiten Obergeschoss drei neue Fenster hinzugekommen sind. Mich würde die Raumaufteilung in diesem Geschoss sehr interessieren, da im Bereich der Hauptfassade im zweiten OG lediglich winzige Schartenfenster vorhanden sind. Das Gebäude macht in jedem Fall einen herrschaftlichen Eindruck. Auf dem obigen Bild ist auch zu sehen, dass ein Zierobelisk auf der Dachkante aufgrund seines guten Zustands nicht überarbeitet worden ist. Alle anderen Zierelemente sind in einer Werkstatt aufgearbeitet worden. Dazu gehört auch die Vergoldung der sich nach oben hin verjüngenden Kanneluren an den Pyramidenseiten.




    Das nachfolgende Foto ist aus dem Jahr 2005 und zeigt, wie heruntergekommen das Gebäude damals vor über 10 Jahren bereits war. Der gesamte Bereich macht nun wieder einen ordentlichen Eindruck.



    Der Zugang zum Innenhof erfolgt über die Grepelstraße 17. Auch hier lohnt sich nochmal ein Vergleich mit der Situation vor der Sanierung. Soweit ich das beurteilen kann, sind damit in der Grepelstraße äußerlich alle Wohngebäude in einem sanierten Zustand.




    Die kleine Sandsteinfigur, der vor einigen Jahren die Lanze gestohlen worden ist, steht nun wieder in vollständiger Montur an ihrem Platz und blickt auf die Kreuzung hinab.



  • Neubebauung Gleviner Straße 13 und 14

    Das Neubauvorhaben der Wohnungsgesellschaft Güstrow in der Gleviner Straße 13/14 ist nun ebenfalls zum Abschluss gekommen. Das Gebäude präsentiert sich straßenseitig mit einer Dreifarbigkeit aus Orange, Weiß und mattem Grau.
    Es ist schön, dass diese Lücke nun endlich geschlossen ist. Meine Kritik an diesem Entwurf bleibt dennoch bestehen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum eine Dreiteiligkeit in der Fassade angedeutet wird, obwohl es an dieser Stelle nie drei Häuser gegeben hat und der Neubau ebenfalls nur eine interne Erschließung hat. Hinzu kommt, dass keine Fassade für sich gestalterisch ansprechend erscheint. Es findet insbesondere beim Mittelteil eine wahllose Anordnung von Fenstern statt, die zu einer starken Beliebigkeit führt. Der Bau orientiert sich nicht an grundsätzlichen Gestaltungs- und Proportionsprinzipien, die man auch in der Gleviner Straße überall findet (Symmetrie, Abwechslung in der Dachgestaltung, Klarheit in der Fensterwahl, Betonung des Eingangs). Das Ausschwenken der mittleren Fassade erschließt sich mir leider ebenso wenig. Der Neubau schafft es in meinen Augen nicht, sich gegenüber den zahlreichen, herausragenden Gebäuden der Gleviner Straße zu behaupten.



    Auf dem nachfolgenden Bild wird ein haustechnisches Detail deutlich, dass nun dazu führt, dass der Gesamteindruck der Straße negativ beeinflusst wird. Die Rede ist von diversen Lüftungsklappen, die die Fassade des Neubaus Gleviner Straße 13/14, aber auch des bereits fertiggestellten Eckgebäudes zur Langen Straße (zu sehen im Hintergrund) zieren. Diese dienen der kontrollierten Wohnraumlüftung, bei welcher für jeden Raum über diese Klappen ein Luftaustausch stattfindet. Der Nachteil dieser dezentralen Lüftungsvariante ist eine Arie an Kunststoffklappen, die bei einer zentralen Wohnraumlüftung nicht vorhanden wären. Alternativ könne eine Lüftung auch über spezielle Geräte, die in die Fensterlaibungen eingesetzt werden, erfolgen. Hier sollte die WGG bei zukünftigen Projekten mehr Gestaltungswillen zeigen und auf die nun sichtbare haustechnische Lösung verzichten. Im Einfamilienhausbau ist diese Thematik aus architektonischer Sicht akzeptabel, im Mehrgeschosswohnungsbau sollte man aber, wenn möglich, darauf verzichten.
    Ich finde es zudem problematisch, dass bei jedem Projekt der WGG die Farbe Orange in die Fassaden eingearbeitet wird. Im südlichen Abschnitt der Gleviner Straße überwiegt dadurch nun das Orange die Häuserfassaden.





    Zum Abschluss möchte ich noch ein Foto aus vergangenen Tagen präsentieren, welches die damalige Baulücke und den nördlichen, historischen Nachbarn, den man für das Bauvorhaben abgebrochen hat, zeigt.


  • Sanierung Lange Straße 45 und 46

    Ein wunderbares Sanierungsprojekt ist Anfang dieses Jahres auch in der Langen Straße 45 und 46 zu Ende gegangen (zuletzt in Post #188). Die beiden historischen und denkmalgeschützten Häuser komplettieren nun den in Gänze durchsanierten Gebäudebestand der Langen Straße. Das Ergebnis hatte man im letzten Beitrag zu diesem Projekt der Schelfbauhütte Schwerin bereits sehen können. Heute folgen nochmals vergleichende Aufnahmen, die den Sanierungserfolg verdeutlichen werden.


    Ich hatte bei beiden Objekten die Hoffnung auf einen Erhalt fast aufgegeben. Umso schöner, dass der Bestand auf lange Zeit gesichert und bewohnbar gemacht werden konnte. Hervorragend ist die Aufarbeitung aller Details, insbesondere der filigran gestalteten Eingangstüren.



    Die Aufnahme aus dem Jahr 2013 macht sichtbar, dass bei der Nummer 46 im Giebelbereich Gesimsbänder wieder hergestellt worden sind. Insgesamt schien es mir, als wenn die Hausnummer 46 (Haus mit gelber Fassade) in einem schlechteren Zustand war.




    Es folgt nochmals ein Vergleich aus einer anderen Perspektive:





    Die nachfolgende Aufnahme zeigt den guten Sanierungsstand in der gesamten Langen Straße.


  • Sanierung Am Berge 2, "Alte Schmiede"

    Ein äußerst erfreuliches Bild zeigte sich dieser Tage am historischen Ziegenmarkt in der Straße Am Berge 2. Die Sanierung eines der letzten stark gefährdeten, aber äußerst bedeutenden Häuser hat begonnen! Der Güstrower Bürgermeister, dessen Familie in der Baubranche tätig ist und der sich selbst seit seinem Amtsantritt vor über zehn Jahren die Altstadtsanierung als Hauptziel auf die Fahnen geschrieben hat (ein großes Dankeschön an dieser Stelle für das Engagement und die unglaubliche Entwicklung der letzten Jahre), ist vor einiger Zeit in einer öffentlichen Ausschreibung als neuer Eigentümer der denkmalgeschützten Immobilie hervorgegangen und möchte bis ins kommende Jahr hinein das zweigeschossige Fachwerk-Traufenhaus aus dem 18. Jahrhundert komplett sanieren.


    Ich möchte zunächst ein Foto aus der Zeit vor der Sanierung zeigen, damit man sich ein Bild von dem Objekt machen kann. Auf der Seite zur Baustraße hin ist das Fachwerk offengelegt und offenbart die Höhe des mächtigen Mansarddachs. Zum Ziegenmarkt hin ist das Gebäude um etwa 1800 mit einer sehr schlichten, klassizistischen Putzfassade verändert worden. Die repräsentative Eingangstür stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Im Ursprung handelt es sich übrigens um zwei Gebäude, was am leichten Fassadenknick ablesbar ist. Diese historische Teilung möchte der Eigentümer im Zuge der Sanierung wieder herausarbeiten. Es sollen zwei Stadthäuser mit jeweils einem separaten Eingang entstehen. Hierzu wird der südliche Teil eine neue Tür erhalten, was auf der weiter unten abgebildeten Bauplane sehr gut zu erkennen ist.


    Der Annexbau in der Baustraße, der erst später als Durchfahrtshaus errichtet worden ist, soll abgetragen werden, um dem kleinen Grundstück einen offeneren und helleren Hof bieten zu können. Die Lücke soll anschließend wieder mit einem kleineren Zwischenbau geschlossen werden. Gerade in diesem Bereich wird sich das Bild in den nächsten Monaten sehr stark wandeln und dem Eingang in die Baustraße ein ganz neues Gesicht geben. Die geplante Farbgebung für die klassizistische Hauptfassade lässt das Bauschild bereits erahnen. Eine Überraschung bleibt damit die Fassade und der Neubau in der Baustraße.



    Die folgenden Bilder zeigen den aktuellen Zustand des Hauses. Hinter den Gerüsten werden die momentan durchgeführten Arbeiten deutlich. Das Mansarddach hat bereits seine Abdeckung verloren. Auch das einzige, tief in die Mansarde eingeschnittene Dachfenster ist somit Geschichte. Geplant sind mehrere, sich an der darunterliegenden Fassadenrhythmik orientierende Dachgauben.



    Der Blick aus südlicher Richtung zeigt, dass im Umfeld des Objektes bereits alle Bauten saniert worden sind. In der angrenzenden Baustraße selbst haben einige Kandidaten jedoch noch eine Sanierung nötig.



    Der Name "Alte Schmiede am Ziegenmarkt" wurde übrigens gewählt, da sich einst in dem Gebäude lange Zeit eine Schmiede befand. Im späteren Verlauf sollten auch Schlachtermeister, Schuhmacher, Barbiere, Schneider und Seiler in dem Gebäude untergebracht sein. Das Bauschild präsentiert die zukünftige Fassadenoptik des Denkmals. Ich freue mich schon jetzt auf die Fertigstellung.



    In der Baustraße ist der oben erwähnte Annexbau bereits fast komplett verschwunden. Zu sehen ist auf dem nachfolgenden Bild auch der historische Nachbar mit dem, wie man mir vor vielen Jahren mal erzählte, ältesten Fenster Güstrows.




  • Neubau- und Sanierungsvorhaben Klosterhof/Armesünderstraße

    Bei dem Großprojekt der Allgemeinen Wohnungsbaugenossenschaft Güstrow-Parchim (AWG) am Klosterhof und in der Armesünderstraße sind nun nach Monaten der Planung erste, deutlich sichtbare Zeichen erkennbar (zuletzt in Post #192). Die ersten Aktionen betrafen das historische Bestandsgebäude an der Baustraße, das nach langem Ringen mit der Stadt zum Glück saniert werden soll. Rückwärtige Nebenanlagen samt hoher Grenzmauer und auch der zweigeschossige, seitliche Anbau sind jedoch abgebrochen worden. Auf diese Weise ist das Hauptgebäude und der Rest des Grundstücks mit seinen 3400 m² Fläche vorbereitet für die geplante Neugestaltung.


    In Bezug auf die Bestandsimmobilie ist eine hochwertige Sanierung immens wichtig. Dieser Posten war für die AWG bisher schwer einschätzbar, da das Unternehmen historische Gebäude in der Vergangenheit noch nicht so häufig saniert hat. Etwa 9 Millionen Euro werden investiert in die genannte Sanierung sowie in den Bau von vier weiteren Neubauten. Einen Anteil von 2,5 Millionen erhält das Projekt aus der Städtebauförderung von Bund, Land und Stadt. An der benachbarten Armesünderstraße, an welcher der Bauherr vor drei Jahren bereits den "Sonnenhof" realisierte, sollen drei Bauten mit einer modernen Architektursprache entstehen. Am östlich gelegenen Klosterhof wird ein Bau entstehen, der einer eher klassischen Bauweise folgt. Die einzigen Hinweise auf die Architektur bietet das vor Ort aufgestellte Bauschild, das die Ansicht der Armesünderstraße zeigt. Ich erahne hier leider eine Architektur, die sich an dem benachbarten Sonnenhof orientiert, den ich zu gegebener Zeit hier im Strang als nicht stadtbildverträglich bewertet hatte. Ich möchte aber kein vorschnelles Urteil abgeben und warte auf die Fertigstellung der ersten Bauten. Dies wird wohl Ende des kommenden Jahres der Fall sein, so die Aussage der AWG.


    Zunächst starten jedoch die umfangreichen Ausgrabungsarbeiten, die dazu dienen, die Geschichte des gesamten Klosterhofareals näher beleuchten zu können. Vor fast 800 Jahren wurde dieses Gebiet bereits besiedelt. Man hofft auf bedeutende Funde unterhalb der Erdoberfläche.




    Der Blick auf die Rückseite verrät, wo der Bestandsbau durch die Abrissbagger "angeknabbert" worden ist. In diesem rückwärtigen Bereich muss sich vor dem Beginn der Baumaßnahme ein verwildeter Garten befunden haben, der jahrelang nicht betreten worden ist. Nun ist also alles planiert worden. Im Vordergrund, wo auf dem Foto die Autos geparkt sind, standen vor einigen Jahren noch hässliche Flachbauten und Garagen.



    Den nachfolgenden Blick wird man nicht mehr lange haben, da entlang der Armesünderstraße drei freistehende Bauten angedacht sind, die den Durchblick auf das Güstrower Finanzamt und einzelne Wohnbauten in ein paar Monaten verdecken werden.



    Die rot gekennzeichnete Fläche auf dem Bauschild präsentiert die Fläche des bald startenden Vorhabens "Klosterhof". Rechts davon in grün ist der "Sonnenhof" realisiert worden.


  • Sanierung des Rathauses

    Seit April dieses Jahres ist das Güstrower Rathaus komplett in Planen verhüllt. Der Grund dafür liegt in der Absicht, diverse Risse und Putzabplatzungen, insbesondere im Bereich des Gebäudesockels, zu sanieren. Die Bauaufträge sind im März vergeben worden. Ein Schadensgutachten, das zuvor erstellt worden war, hatte ergeben, dass nicht der gesamte, bestehende Fassadenputz abgenommen werden muss, sondern dass eine punktuelle Ausbesserung der Schadstellen durchgeführt werden kann. Im Anschluss daran werden die Fassaden und auch die Fenster und Türen mit einem gänzlich neuen Anstrich versehen. Im Oktober sollen die Arbeiten zum Abschluss gebracht werden. Insgesamt investiert die Stadt 500 000 Euro in die Sanierungsarbeiten. Der Großteil des Geldes wird über die Städtebauförderung eingebracht, 66 000 Euro muss die Stadt aufbringen.


    Das Rathaus hat eine lange Geschichte hinter sich. Es wurde nach dem großen Stadtbrand 1503, welchem etliche Gebäude zum Opfer fiel, errichtet und besteht aus vier zusammenhängenden Giebelhäusern. Erst Ende des 18. Jahrhunderts erhielt der Gebäudekomplex seine beeindruckende, klassizistische Fassadengestaltung unter dem damaligen Baumeister David Anton Kufahl. Zuletzt wurde das Rathaus von 2000 bis 2002 komplett saniert worden.




  • Neubauvorhaben Markt 29 und Markt 30

    Einen gewaltigen Schritt vorwärts hat das Doppelvorhaben an der Ecke des Marktes zur Domstraße, Nummer 29 und 30, in den vergangenen Monaten gemacht. Im letzten Beitrag in Post #196 waren beide Häuser noch mit einem Baugerüst samt Plane oder in kahlem, unsaniertem Zustand zu sehen. An der Ecke plante der Bauherr nach dem Brand vor zwei Jahren, bei dem das historische Eckhaus unwiederbringlich verloren ging und das Nachbarhaus bis auf die Fassade abgetragen worden war, zwei Neubauten, wobei die bedeutende Fassade von Markt 30 erhalten blieb. Der Neubau an der Ecke ist nun freigelegt worden. Zum Vorschein gekommen ist ein heller, aufragender Giebelbau, dessen Fenster an der Schaufassade und an der Seite zum Grünen Winkel farblich zusammengefasst sowie durch Gesimse verbunden werden. Im Erdgeschoss, in welchem ein Geschäft Platz findet, öffnet sich das Haus durch große Fensterflächen zum öffentlichen Raum. Auf der Südseite ist der Bau deutlich geschlossener, was ich persönlich etwas abweisend finde. Hier hätte ich mir dafür eine stärkere Gestaltung gewünscht, um auf der großen, kahlen Fläche mehr Abwechslung erreichen zu können.
    Der benachbarte Bau ist noch eingerüstet, scheint jedoch auch in Kürze fertiggestellt zu werden. Durch die Planen erkennt man rote Fenster sowie eine rosé-farbene Fassade.




    Einigermaßen enttäuscht bin ich in Bezug auf die rückwärtige Fassadenkonzeption. Hier hat man meines Erachtens versäumt, die klare, symmetrische Grundgestaltung der Hauptfassade auf die andere Giebelwand zu übertragen. Die Notwendigkeit ergibt sich allein durch das Spitzdach selbst. Nun sind die Balkone, die für sich betrachtet bereits nicht zur vorderen Fassadenoptik passen, außermittig platziert und auch die Fenstergrößen und -positionen folgen keiner gestalterischen Logik. Das ist sehr schade, da durch die Schaffung des Hofes diese Fassaden ebenfalls zu sichtbaren Schaufassaden geworden sind, aber der Lage letztlich nicht gerecht werden.



    In der Straßenabfolge der Domstraße bis zum Markt fügt sich das hohe Giebelgebäude harmonisch ein. Ich bin gespannt auf das Endergebnis in Zusammenspiel mit der sanierten Nachbarfassade.


  • Der Güstrow-Strang war für mich immer ein Highlight des ganzen Forums, leider gibt's jetzt schon länger keine neuen Beiträge mehr. RianMa : Gibt's Chancen, dass Du irgendwann wieder weitermachst?




    Antwort von RianMa: Herzlichen Dank für deinen Beitrag. Ich habe fest vor, die Lücke seit dem letzten Jahr noch zu schließen. Fotos liegen mir auch vor, insofern kann ich noch einiges nachholen.
    Ich bin aktuell aus privaten und beruflichen Gründen jedoch teilweise sehr stark eingeschränkt, was es mir bisher unmöglich gemacht hat, die Zeit investieren zu können. Ich hoffe diesbezüglich aber auf Besserung.