Barlachstadt Güstrow: Bauprojekte und Stadtplanung

  • Sanierung Hansenstraße 1

    Das letzte Projekt soll heute die Sanierung einer Gründerzeit-Villa in der Hansenstraße sein. Die Straße liegt westlich der Wallanlagen, wobei der Stadtgraben direkt am Gebäude Nummer 1 entlangführt.



    Die Stadtvilla ist im Jahr 1909 gebaut worden und soll bis Mitte des nächsten Jahres für etwa eine Million Euro saniert werden. Das denkmalgeschützte Gebäude muss zunächst von Hausschwamm befreit und trockengelegt werden. Die Kunststofffenster werden gegen Holzfenster getauscht. An der Nordseite soll aus Gründen der Barrierefreiheit ein Fahrstuhl angebaut werden. Zum Graben hin besaß das Gebäude ursprünglich einen Altan, der zur Zeit der DDR abgerissen worden war. Dieser soll im Zuge der Sanierung wieder aufgebaut werden. Im Untergeschoss mit Zugang zum Garten könnte ein Café eröffnet werden. In den oberen Etagen wäre neben drei Wohneinheiten, von denen die Eigentürmerin eine selbst nutzen würde, eine Büroeinheit und eine Therapie- oder Arztpraxis denkbar.
    Die Arbeiten sollten in Kürze starten.


    Damit wäre mein Rundgang durch Güstrows Altstadt (die Villa gehört offiziell schon nicht mehr dazu) fürs Erste beendet.

  • Vielen Dank, RianMa, für Deine sehr beeindruckenden Rundgang-Bilder! Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel unzerstörte historische Bausubstanz es in Deutschland noch gibt (außerhalb der Großstädte)...

  • ^^
    Hier scheint das Objekt ja wirklich von einem Liebhaber erworben worden zu sein. Wenn ich mir so einige Sanierungen in meiner Gegend anschaue, würde ich mich für das Erscheinungsbild der Objekte freuen, wenn sie annähernd so passende Kunststofffenster erhielten wie die bei der Hansenstraße 1 zum Austausch vorgesehenen. Hast Du evtl. noch eine Ansicht der Seite, wo zur DDR Zeit der Altan weggerissen wurde?

  • Sanierung Hansenstraße 1 und Besserstraße 1

    Mit meinem obligatorischen, weihnachtlichen Rundgang durch die Güstrower Innenstadt soll es heute losgehen. Ich knüpfe gleich an den obigen Beitrag #121 an, in dem es um die Sanierung einer Gründerzeit-Villa in der Hansenstraße ging.



    Bisher sind noch keine Gerüste aufgestellt worden, sodass ich nunmehr noch einen Blick auf die Ostfassade werfen konnte, wo mit der geplanten Wiedererrichtung des früher einmal existierenden Altans noch nicht begonnen worden ist. Ich kann auch nicht genau sagen, wie breit bzw. an welcher Position der Altan entstehen wird.



    Aktuell scheint man insbesondere mit der Arbeit im Haus beschäftigt zu sein. Ein Schuttcontainer und allerlei Geräte lagern im Hofbereich.
    Im Rohbau fertiggestellt ist jedoch bereits der Fahrstuhlschacht an der Südseite, der für die gewünschte Barrierefreiheit in den Etagen sorgen soll.



    Ein Blick in die sehr hübsche Hansenstraße:



    Auf der anderen Seite des Goetheplatzes wird aktuell auch das Gebäude in der Besserstraße Nummer 1 saniert. Der Nachbar (Ernst-Thälmann-Straße Nr. 4, grünes Gebäude) bräuchte noch eine Generalüberholung; ansonsten präsentiert sich die Ernst-Thälmann-Straße bereits in einem sehr guten Licht (unterstes Bild).




    Der Blick von der Ostseite des Stadtgrabens:


  • Umbaumaßnahmen Pferdemarkt 34 und 33

    Auf dem Pferdemarkt hat es in den vorangegangenen Wochen tatsächlich weitere Umbau- und Sanierungsmaßnahmen gegeben (zuletzt in #119), die für das Erscheinungsbild des gesamten Straßenzugs allerdings nicht so positiv ausgefallen sind.
    Es scheint so, als wäre der Eigentümer der Nummer 34 auch der Besitzer der Nummer 33 und weil von der orangenen Farbe noch was übriggeblieben ist, hat die 33 auch gleich einen neuen Teint verpasst bekommen. Orange an Fassaden finde ich generell schon sehr gewöhnungsbedürftig, aber gleich zwei nebeneinander sind dann doch zu viel des Guten. Der Pferdemarkt fällt zudem eher durch sein helles Erscheinungsbild auf und die beiden orangenen Bauten passen nicht wirklich dazu.




    Hier nochmal der Vorzustand im Vergleich:




    Positiv sind jedoch die überarbeiteten Gauben, die jetzt einen guten Eindruck machen. Vielleicht merkt man ja noch, dass das Orange doch unpassend ist und ändert ein weiteres Mal die Farbe.

  • Sanierung Georg-Friedrich-Kerstingschule

    Einen kleinen Nachschlag gibt es jetzt doch noch für die bereits fertiggestellte Sanierung der Georg-Friedrich-Kerstingschule (zuletzt in #106). Aktuell laufen noch Arbeiten auf dem Heiligengeisthof an der Ostseite der Schule, auf dem sich ursprünglich der Schulhof befand.



    Mal ein Blick auf die Rückseite des Schule. Links sieht man angeschnitten die Turnhalle, die an den jüngeren, gelb gestrichenen Gebäudeteil angrenzt. Mittig ist der ältere Gebäudeteil zu sehen.



    Der Verbindergang, der zwischen dem Schulgebäude und der Sporthalle angedacht, aber nicht rechtzeitig fertiggestellt worden ist, hat mittlerweile seine endgültige Form angenommen. Seit den Herbstferien kann der bereits genutzt werden.



    Es folgt noch ein letzter Blick auf den kleinen Schulhof, den sich die Stadt 240 000 Euro hat kosten lassen.


  • Gleviner Straße 23-25

    Einen großen sichtbaren Fortschritt gibt es mittlerweile bei dem umfangreichen Sanierungsvorhaben in der Gleviner Straße 23-25. Die ersten Fassadenbereiche sind abgerüstet worden und geben den Blick frei auf das neu Entstandene (zuletzt in #105).



    Die Nummer 25 hat einen orange-roten Farbanstrich verpasst bekommen, der wesentlich angenehmer wirkt als das Orange der Pferdemarkt-Kandidaten und gut mit der Farbe der neuen Fenster harmoniert. Die Fassade ist in ihrer Einfachheit belassen worden. Letztlich blieb von der 25 nur die Fassade stehen. Das eigentliche Gebäude musste abgetragen und wiedererrichtet werden. Ich empfehle einen Blick auf die Bilder in Post #39. Abschließende Vergleichsbilder gibt es erst, wenn alle Fassaden komplett abgerüstet sind.



    Bei der Nummer 24 müssen noch einige Wochen Arbeit in die Sanierung der Fassade gesteckt werden. Der Dachbereich ist dagegen fertiggestellt worden. Auch die Nummer 23, die von den drei Gebäuden noch den solidesten Eindruck machte, ist nun entrüstet und zeigt sich mit einem neuen weißen Anstrich und dunklen Fenstern. Ich finde es gut, dass man sich hier wieder für das edle Weiß entschieden hat.



    Auch auf der Rückseite ist der Fahrstuhlschacht, der im Oktober noch nicht vorhanden war, fertiggestellt und alle Fenster eingesetzt worden. Was noch fehlt, sind die geplanten Balkone.



    Die Rückseite der 23 macht in meinen Augen einen angenehmen Eindruck. Anders sieht es dagegen bei den Rückseiten der Nummern 24 und 25 aus, wo der Bauherr das nötige Feingefühl in Bezug auf die Anpassung an das bestehende Umfeld vermissen lässt. Natürlich sind diese Bereiche neu aufgebaut worden. Dennoch fehlt hier der Bezug zu den historischen Straßenfassaden. Alles ist etwas lieblos gestaltet. Aber noch ist nicht jedes Detail fertig (Balkongeländer usw.) und vielleicht sieht es im Februar/März schon ganz anders aus.


  • Sanierung Domstraße 6

    Weiter geht es mit der Großbaustelle in der Domstraße 6 (zuletzt in #108). Sämtliche Dachflächen sind mit einer neuen Ziegelschicht eingedeckt worden, nachdem man die alten Dachstühle durch neue ersetzen musste. Auch die neuen Gauben sitzen schon am richtigen Platz. An allen Fassaden (straßenseitig wie auch hofseitig) hat man den Putz abgeschlagen. Man will bekanntlich Ende des kommenden Jahres bzw. Anfang 2016 mit der Gesamtmaßnahme fertig sein. Ich vermute, die Arbeiten werden erst im kommenden Frühjahr fortgeführt.





    Die Ecke zur Burgstraße ist nun komplett verhüllt.



    Im seitlichen Anbau in der Burgstraße kann man aber gerade durch das grüne Netz auf die massive Ziegelschicht der Außenwand gucken.


  • Sanierung Domstraße 21

    Die Sanierung des Gebäudes im Stil der Neuen Sachlichkeit in der Domstraße 21 schreitet zügiger voran, als ich es erwartet hatte (zuletzt in #114). Durch die Planen kann man im westlichen Bereich bereits die ersten, fertigen Fassaden erahnen.




    Das Dach erhält zur Zeit seine neue Eindeckung. Entscheidend bei diesem Objekt war die richtige Wahl der Fenster. Gebäude aus dieser Zeit hatten oft kreuzförmig gesprosste Fenster, wobei die oberen beiden Fensterfelder ein weiteres Mal gesprosst sind. Diese Gestaltung wurde bei der Sanierung zum Glück wieder aufgegriffen.


    Der Blick aus dem Grünen Winkel. Der Beige-Ton passt auch super zum blutroten Nachbarn.



    Wie steht es aktuell um das Brandgebäude Markt 30?



    Noch immer ist die Domstraße in diesem Bereich wegen Einsturzgefahr komplett gesperrt. Bei dem verheerenden Brand im August, bei welchem der Nachbar zerstört und später abgerissen worden war, hat auch am noch vorhandenen, aber unsanierten Markt 30 erhebliche Spuren hinterlassen. Die Stadt hat das Gebäude kaufen können und lässt zur Zeit Gutachten erstellen, wie das Gebäude saniert werden kann. Statiker und Gutachter sind dabei, die Bausubstanz und ihre Schäden zu bewerten. Von Seiten der Stadtverwaltung hofft man auf eine Sicherung des Hauptgebäudes und den Abriss der hinteren Nebengebäude.
    Es ist verständlich, dass solche Gutachten Zeit in Anspruch nehmen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Witterungseinflüsse sollte man sich aber nicht zu lange Zeit lassen, da jeder weitere Verzug die Schäden an der Substanz vergrößert.
    Ich persönlich hoffe sehr, dass das gesamte Vordergebäude aus Gründen der Authentizität erhalten werden kann.

  • Neubauvorhaben Mühlenstraße 46

    Bezüglich des geplanten Neubauvorhabens in der Mühlenstraße lohnt sich nur ein flüchtiger Blick, da von wirklich baulichen Aktivitäten noch nicht die Rede sein kann (zuletzt in #116). Vielmehr werkelt man noch in den historischen Kellergewölben herum. Die Baustelle:



    Noch ein Blick von weiter weg. Die Mühlenstraße selbst wird übrigens im kommenden Jahr von der Stadt saniert werden.


  • Sanierung Am Berge 1

    Schräg gegenüber in östlicher Richtung hat man mittlerweile die Sanierung des Gebäudes Am Berge 1 abschließen können (zuletzt in #117). Das Objekt selbst ist ja nicht so groß und architektonisch recht bescheiden gestaltet. Andererseits steht es an dieser Ecke am historischen Ziegenmarkt doch sehr präsent.



    Das Gebäude macht wieder einen ansprechenden Eindruck. Die Sanierung ist jedoch nicht zu meiner kompletten Zufriedenheit ausgefallen. Durch die vollflächig aufgetragene Dämmschicht sind Details verloren gegangen, wie etwa der kleine Zahnfries am abschließenden Gesims oder auch die zwei Blindfenster im obersten Geschoss auf der Ostseite (rechts im Bild). Etwas schade ist das schon. Zum Vergleich ein Foto aus dem Jahr 2009:


  • Sanierung Lange Straße 49

    Bewegen wir uns in Richtung Süden in die Lange Straße, in welcher das Sanierungsprojekt der Schelfbauhütte Schwerin in der Nummer 49 zu meiner großen Überraschung schon fertiggestellt worden ist (zuletzt in #118). Das Ergebnis ist wirklich hervorragend geworden! Vergleichsbilder folgen jetzt:



    Der gesamte Fassadenputz wurde entfernt und man hat sich entschieden, die Backsteinfassade aufzuarbeiten und in Kombination mit den vorhandenen Zierankern sichtbar zu lassen. Das war eine sehr gute Entscheidung. Der dezent geschwungene Giebel kommt wieder sehr gut zur Geltung. Vorbildlich ist auch die Wahl der Fenster sowie die angenehme Farbgebung. Der Zustand vor der Sanierung (auch der nördliche Nachbar ist hier noch unsaniert):



    Der Vorher-Nachher-Blick aus nördlicher Richtung:




    Wie bei vielen anderen Häusern wurde auch bei diesem Objekt eine historische Tür wieder neu genutzt und eingesetzt.



    Etwas massig, aber doch raffiniert ist die Gabionenmauer auf der Rückseite des Gebäudes, in welche historische Spolien des sanierten Objektes eingearbeitet worden sind. Die im Vordergrund zu sehende Holztür befand sich vor der Sanierung dort, wo sich jetzt im 1. OG mittig das große Bogenfenster befindet. In den Fenstern links und rechts gab es vorher Metallsprossenfenster, die ebenfalls in der Mauer Platz finden (rechts zu sehen).




    Ich freue mich wirklich sehr, dass dieses Unternehmen demnächst zwei weitere Häuser in der Langen Straße anpacken wird!

  • Abriss Lange Straße 37

    Und eine weitere (vielleicht erfreuliche) Neuigkeit gibt es aus dem südlichen Abschnitt der Langen Straße zu vermelden. Das vermutlich aus DDR-Zeit stammende Objekt Lange Straße 37 ist abgebrochen und die Grube mit Sand verfüllt worden. Das Gebäude hat bereits seit Jahren einen unschönen Eindruck gemacht und dass nun der Abriss erfolgt ist, könnte auf eine nahende Bautätigkeit auf dieser Parzelle hindeuten. Ich bin gespannt, was kommt, und zeige jetzt noch zwei Eindrücke der aktuellen Situation sowie das nicht mehr existierende Gebäude.




    Ein Foto aus ganz alten Zeiten (10.12.2005):


  • Stahlhof - Reaktivierung einer Industriebrache

    Wie das folgende Foto zeigt, hat sich in Sachen Abriss auf dem Stahlhof-Gelände nördlich der Innenstadt noch nicht viel getan. Ein geplanter Abriss aller baulichen Anlagen hat sich in den letzten Monaten aus unterschiedlichen Gründen immer wieder verschoben (siehe #68 und #92). Waren zuerst die geschützten Fledermäuse die verzögernden Übeltäter, fehlte im Spätsommer ein erforderliches Schadstoffgutachten. Dieses fehlt aktuell noch immer, weil der Gutachter erkrankt sei (so die Information der Stadt).



    Am 4. Dezember haben die Stadtvertreter das Vorhaben "Stahlhof - Reaktivierung einer Industriebrache" unabhängig von den Fortschritten bei den Abrissarbeiten auf dem Areal verabschiedet. Insgesamt hat die Stadt fünf Architekturbüros und mehrere Universitäten eingeladen, ein Nutzungs- und Bebauungskonzept zu erarbeiten. Deadline für die Abgabe aller Leistungen soll am 27. Februar 2015 sein. Die Teilnehmer erhalten für ihre Arbeiten jeweils rund 6000 Euro. Für die Bestplatzierten sind weitere 30000 Euro als Preissumme angedacht. Die Stadt investiert also insgesamt 68000 Euro in die Gesamtplanung des Stahlhofes. Ein stattlicher Preis, der hoffentlich gut investiert ist.


    Mit dieser Art der Mehrfachbeauftragung verfolgt die Stadt das Ziel, die Steuerung dieses Projektes von Anfang an in der Hand zu haben. Andere aktuelle Beispiele, wie die Entwicklung in der Wallensteinstraße, bei der ein Investor als Projektentwickler aufgetreten ist, haben anscheinend und glücklicherweise die Stadtvertreter abgeschreckt, da hier alles in Kraut und Rüben aus dem Boden gestampft worden ist und eine regulierende Hand in Gänze fehlte. Jetzt soll es anders laufen.


    Im kommenden Mai könnte das Ergebnis der Bewertung der einzelnen Entwürfe vorliegen. Danach wird es wohl noch einmal etwa anderthalb Jahre dauern, bis alle notwendigen Verfahren abgeschlossen sind und ein Baustart erfolgen könnte. Sprich: Vor 2017 tut sich hier nichts.


    Meiner Meinung nach ist das auch gut so. Man gewinnt teilweise den Eindruck, es könne jetzt nicht schnell genug gehen. Ich finde, dass man auch mit dem Abriss aller baulichen Anlagen noch warten sollte, bis zumindest eine Entscheidung bezüglich des Wettbewerbs gefallen ist. Tabula Rasa als Ausgangspunkt für die teilnehmenden Büros ist sicherlich falsch. Im Wettbewerb könnten sicher auch Konzepte entstehen, die den Charme dieser Anlagen nutzen wollen und ein Bauen im Bestand favorisieren. Ich würde noch damit warten, Tatsachen zu schaffen und den Büros alle Freiheiten gewähren. Geplant sind Einzelhandel, Dienstleistungen, Wohnen und kulturelle Angebote.


    Falls dies jemand an entscheidender Stelle lesen sollte: Hiermit bewerbe ich mich für einen Posten im Auswahlgremium, das im kommenden Jahr die Qual der Wahl hat und unter den eingereichten Entwürfen auswählen wird. ;)



    Ansonsten wird das kommende Jahr in Sachen Güstrower Stadtentwicklung weitere äußerst interessante Projekte bereithalten. Zwei Beispiele wären das Neubauvorhaben der Güstrower Wohnungsgesellschaft an der Ecke Gleviner Straße/ Lange Straße (2,1 Millionen Euro) oder auch die Umbaumaßnahmen des ehemaligen Sparkassengebäudes am Markt 15/16.
    Ich wünsche allen fröhliche Weihnachtstage und voraussichtlich im Februar/März gibt es wieder neue Bilder aus der Barlachstadt. Grüße!

  • ^ Vielen Dank für das Update.


    Meinst du das hier mit "Kraut und Rüben"? Also, so ganz mies ist das doch nicht, oder. Ist halt eine kleine Siedlung auf ungünstig geschnittenem Grund. Wenn man die "Rüben" nicht so haben will, kann man doch nen B-Plan drauflegen - haben die an den Domwiesen sicher auch gemacht. Architekturwettbewerbe sind zwar gut und schön, aber auch am Stahlhof sichert nur das Baurecht vor Fehlentwicklungen. Und dafür gibts B-Pläne. Das wird hier wohl jetzt folgend auch so kommen. Dabei kann man Nutzungen, Freiräume, Baumassenverteilung, Materialdetails und vieles mehr allgemein bis detailgenau festlegen - bestenfalls entsprechend des bevorzugten Ideenkonzepts. Der Entwurf allein ist mE nicht verbindlich, da kann der erstbeste Bauherr drüber hinweggehen und notfalls Baurecht erzwingen, wenn nichts anderes vorliegt.
    Die größte Hürde wird wohl ohnehin die Finanzierung und Umsetzung. Was soll denn da überhaupt hin (Nutzungen)? Deinen Ansatz, den Bestand u.U. miteinzubeziehen, würde ich mitgehen, allerdings hängt auch das von den späteren Nutzungen ab. Der Bestand kann ggf das Entwicklungspotential einschränken, dann gilt es abzuwägen.


    Ich hoffe du bekommst einen Posten in der Jury - hiermit auch meine Empfehlung für Dich.
    Aber suche mal besser den Kontakt zur Stadt, denn ob es hier jemand liest - who knows.

  • Genau das Gebiet meinte ich. Städtebaulich finde ich es gar nicht so problematisch. Aber aus architektonischer Sicht hätten an dieser Stelle, gerade auch im Hinblick auf die räumliche Nähe zum Schloss, stärkere Vorgaben wirken sollen. Jetzt lassen sich hier eingeschossige Einfamlienhäuser mit Flachdach neben dreigeschossigen Schrägdach-Häusern finden. Da passt der Ausdruck "Kraut und Rüben" schon gut. Wenigstens wurde direkt an der Wallensteinstraße Geschosswohnungsbau realisiert.


    Hier mal ein kleiner Eindruck. Es sind auch einige recht gelungene Beispiele dabei.




    Im Hintergrund sieht man die Gebäude, die ich vorderrangig meine. Am Stadtrand wären solche Objekte sehr gut aufgehoben, aber direkt gegenüber des Schlosses ist das meines Erachtens nicht wirklich angebracht. Die Baufläche im Vordergrund ist mittlerweile auch komplett bebaut (die Fotos sind von 2013). Das alles sind echte Sahnegrundstücke.




    Bezüglich des Stahlhofes bleibt es in jedem Fall spannend. Vielleicht hast du Recht und ich versuche es auf offiziellem Wege.

  • Ich melde mich mit neuen Aufnahmen aus Güstrow zurück und möchte, weil es gerade passt, dem vorangegangenen Beitrag über das Wohngebiet an der Wallensteinstraße noch einige aktuelle Fotos hinzufügen. Ein Objekt des auf dem obigen Bauschild gezeigten Projektes ist bereits fertig, das andere in der Rohbauphase. Zwischen diesen und der Wallensteinstraße laufen zudem die Gründungsarbeiten für ein weiteres Objekt, mit dem wohl die gesamten Baumaßnahmen in diesem Quartier abgeschlossen werden.





    Die Nähe dieses Wohngebietes wird deutlich, wenn man von der historischen Schlossbrücke nach Südosten in Richtung Renaissancegarten guckt. Das große backsteinsichtige Gebäude mittig im Hintergrund ist das ehemalige Krankenhaus (heute Hotel). Die hell schimmernde Dachlandschaft rechts davon gehört zum Quartier an der Wallensteinstraße.



    So viel zu diesem Thema. Jetzt geht es mit den Baumaßnahmen im Innenstadtbereich weiter.

  • Gleviner Straße 23-25

    Ich möchte mit einem umfangreichen Bauvorhaben starten, dass in diesem Frühjahr zum Abschluss gebracht worden ist. Eineinhalb Jahre hat die mehr als 2 Millionen Euro teure Sanierung der drei Gebäude in der Gleviner Straße Nummer 23 bis 25 gedauert (erster Beitrag in #39, zuletzt in #128). Alle Gerüste sind verschwunden (zuletzt jenes an der Hausnummer 24) und das Ergebnis kann sich wirklich sehen.


    So sah es noch vor wenigen Jahren hier aus (Foto vom Nov. 2012):



    Der aktuelle Zustand im direkten Vergleich:



    Es folgen jetzt wie gewohnt vergleichende Einzelaufnahmen, beginnend mit der Nummer 23 (Nachbar der Heiliggeist-Kapelle).
    Rein äußerlich fallen an der Nummer 23 besonders die neuen dunklen Fenster auf, die in starkem Kontrast zu der weißen Fassadenfarbe stehen. Die Ladeneinheit im leicht angehobenen Erdgeschoss ist einer Wohnnutzung gewichen. Ansonsten ist die Fassade in ihrer historischen Form erhalten geblieben.



    Die Nummer 24 nutzt ebenfalls den Kontrast zwischen heller Wandfarbe und dunklen Fenstereinfassungen und wirkt in Kombination mit den klassizistischen Details sehr edel. Dach und Gauben sind komplett neu errichtet worden, ebenso wie der Großteil des eigentlichen Gebäudevolumens. Die ausgebesserten Stellen in der Rustikagliederung des EG müssen jedoch noch einmal überstrichen werden.



    Vor allem durch das grelle Orange fällt die Nummer 25 jetzt im Straßenraum sehr stark auf. Der zuvor teilweise noch zerstörte Stufengiebel wurde wieder restauriert. Man hat ein weißes Putzband zwischen 1. OG und 2.OG hinzugefügt. Das Erdgeschoss selbst hat sich auch entscheidend verändert. Hier hätte man durchaus eine breitere Tür nutzen können, die sich eventuell auch an der Breite des darüberliegenden Fensters orientiert.



    Auch im Hofbereich ist man mittlerweile komplett fertig geworden. Man kann durchaus kritisieren, warum hier fast die gesamte Fläche den Parkflächen zum Opfer gefallen ist, statt einen hochwertigen, privaten Grünraum zu schaffen. Aber die Leute müssen letztlich irgendwo parken. Bezüglich der rückwertigen Fassaden hatte ich bereits im letzten Beitrag zu diesem Projekt anklingen lassen, dass die Neubauten an dieser Stelle in meinen Augen etwas klobig wirken.




    In jedem Fall war dieses Projekt für die gesamte Gleviner Straße ein großer Glücksfall. Die meisten Güstrow-Besucher starten ihren Rundgang in diesem Bereich und zumindest auf dieser Seite präsentiert sich die Straße mittlerweile sehr gut. Abgesehen davon, dass man durch die Sanierung drei wichtige Häuser bzw. deren Fassaden gerettet hat, von denen zwei in einem stark gefährdeten Zustand waren.

  • Neubebauung Gleviner Straße 16/Lange Straße 26

    Spannend wird es jetzt auch direkt auf der anderen Straßenseite. Hier startet ein umfassendes Neubauprojekt in Millionenhöhe, das uns noch bis ins Jahr 2017 hinein beschäftigen wird. Ich hatte es bereits 2013 am Ende von Post #65 angekündigt, doch weil mittlerweile die ersten sichtbaren Zeichen auf den entsprechenden Grundstücken bemerkbar sind, wird dies der erste offizielle Bericht über das Vorhaben.


    Es geht um mehrere Grundstücke im Eckbereich von Gleviner Straße und Lange Straße, die die Wohnungsgesellschaft Güstrow erworben hat und hier in zwei Bauabschnitten drei Gebäude errichten möchte. In diesem Jahr startet zunächst das Bauvorhaben, welches sich auf den Bereich an der Langen Straße konzentriert. Für knapp 1,3 Millionen Euro entstehen hier zwei Gebäude, in denen insgesamt 7 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit angedacht sind.


    Auf dem folgenden Foto markiert das aufgestellte Gerüst bereits die Position des Neubaus Gleviner Straße 16. Rechts biegt die Lange Straße ab, wo etwa im Bereich des dunklen Fahrzeugs das zweite Gebäude mit der Anschrift Lange Straße 26 entstehen soll. Zwischen diesen beiden soll zukünftig ein kleiner Hof für die Bewohner zur Verfügung stehen, der durch eine Mauer vom öffentlichen Raum abgegrenzt wird. (Eine Visualisierung ist auf der =80&cHash=efc38545049b4cb16f7f86f0c150e151"]Homepage der WGG zu finden.)



    Neben der Gerüstaufstellung hat man zudem mit dem Aushub der Erde begonnen. Im Bereich der Eckbebauung geht man schon ein gutes Stück in den Untergrund.




    Weiter östlich wird es mit den ersten größeren Erdarbeiten sicher auch nicht mehr lange dauern. Die oberste Schicht wurde bereits abgetragen.



    Hier noch der Überblick auf das Bauareal aus östlicher Richtung. Guckt man im Hintergrund durch die rechte Baulücke, kann man direkt auf das fertiggestellte Projekt schauen, das im obigen Beitrag Thema war.



    Diese Baulücke im Hintergrund wird zudem das Areal sein, auf welche sich der zweite Bauabschnitt beziehen wird. Hier soll ab 2016 ein Neubau mit zehn Wohnungen hochgezogen werden. Die WGG hat scheinbar auch das Bestandsgebäude Gleviner Straße 14 gekauft, das für die neue Bebauung weichen soll. Im obigen Foto ist es das Gebäude mit der Schleppgaube und dem braunen Dach rechts von der Baulücke. In dieser Angelegenheit hoffe ich jedoch, dass es sich um einen üblen Scherz handelt, da dieses durchaus sanierungsfähig ist.


    Von dieser Baulücke folgen jetzt noch Aufnahmen direkt aus der Gleviner Straße.




    Auf dem letzten Foto ist der potenzielle Abrisskandidat angeschnitten. Wenn es Neuigkeiten dazu geben sollte, werde ich darüber schreiben. Bis dahin soll uns der zweite Bauabschnitt nicht beschäftigen.
    Der erste Bauabschnitt im direkten Eckbereich ist insofern besonders wichtig, da diese Ecke städtebaulich sehr präsent liegt. Ich hoffe auf eine qualitativ hochwertige Ausführung.