Wohnungsmangel und -bau in Hamburg - Diskussionsthread

  • Zur Hälfte des Jahres stehen die Anlagen leer. Das ist nun einmal Fakt in Anbetracht der Jahreszeiten. Einige Kolonien haben wirklich eine vorzügliche Lage. Sprachlos machte mich z.B. die Kleingartenanlage Rathenaustraße bis Bebelallee - direkt mit Alsterblick, gesperrt für alle anderen Hamburger

    - schlechtes Beispiel - direkt an der Alster entlang gibt es dort einen öffentlichen Weg, und auch die Wege in der Anlage selbst sind für jedermann zugänglich.


    Davon einmal abgesehen, dass ich die implizite Aussage "nur öffentlich zugängliche Uferbereiche sind gute Uferbereiche" nicht teile. Auf den Mix kommt es an. Hamburgs Alsterkanäle - ich denke da jetzt insbesondere an die Ecke um den Rondeelteich - wären nicht das kleine Paradies, das sie wasserseitig derzeit sind, wenn entlang der Ufer überall Promenaden wären. Die fast durchweg durch beidseits öffentliche Wege zugänglichen Kanäle in Neu-Allemöhe z.B. sind damit verglichen sterbenslangweilig.


  • Dann doch lieber Kleingärten opfern und stattdessen dort öffentliche Parks für alle machen, von mir aus soll man dort auch eine Art Patenschaften für kleine Flächen anbieten, die von Ex-Kleingärtnern gepflegt werden, Urban Gardening eben.


    Das ist ein sehr skurriler Vorschlag, vergleichbar mit "Du darfst dein Auto nicht mehr benutzen aber zum putzen darfst du gerne kommen.".


    Was die Inviertel angeht sieht man das Problem. Wenn dort gebaut wird, dann hochwertig. Das ist logisch wenn man es privaten Investoren überlässt. Die wollen Geld verdienen, was man ja auch nachvollziehen kann.


    Wenn wie in Wilhelmsburg jetzt etwa 1/3 der Gärten verschwindet und in der näheren Umgebung dafür neue Flächen zur Verfügung gestellt werden kann man das vertreten.
    Aber Kleingärten generell in Frage zu stellen halte ich für falsch.

  • Zum Thema In-Viertel etc.: Es wurden ja sogar Sozialwohnungen am Alten Wall und in der Elbphilharmonie gefordert. Es gibt einfach Lagen, die teuer und gefragt sind, und es gibt teure und gefragte Architektur. Dort billiges Wohnen zu fordern ist schon beeindruckend außerirdisch. In der Hafencity entsteht ein Stadtteil von null - da kann eine Stadt tatsächlich trotz cooler zentraler Wasserlage auf soziale Durchmischung achten und versucht es ja zumindest.
    Ich finde, am wichtigsten wären wirklich effektive soziale Erhaltungsverordnungen für bestehende und gar historische Wohnquartiere.

  • Ich finde, am wichtigsten wären wirklich effektive soziale Erhaltungsverordnungen für bestehende und gar historische Wohnquartiere.


    Eimsbüttel-Nord, Hoheluft-West, Stellingen-Süd und eventuell das Generalsviertel bekommen wohl kommenden Herbst auch eine soziale Erhaltungsverordnung (Prüfungsprozess startet diesen Herbst) – endlich! Eine städtebauliche Erhaltungsverordnung gibt es ja bereits für große Teile von Eimsbüttel.



    http://www.abendblatt.de/hambu…rdraengung-schuetzen.html

  • Zum Thema In-Viertel etc.: Es wurden ja sogar Sozialwohnungen am Alten Wall und in der Elbphilharmonie gefordert. Es gibt einfach Lagen, die teuer und gefragt sind, und es gibt teure und gefragte Architektur. Dort billiges Wohnen zu fordern ist schon beeindruckend außerirdisch.


    Schon richtig, aber zumindest in mittleren Lagen sollte eine stärkere Durchmischung schon möglich sein, sonst landet man nachher wieder beim auf wenige Viertel geballten Bau von einfachen Wohnungen.
    Das hatten wir schon mal, mit bis heute negativen Folgen

  • Riesen Aufregung um diesen Innenhof vom Häuserblock rund um den Moorkamp, die Hohe Weide, Gorch-Fock- und Felix-Dahn-Straße. Dort sollen 2 Häuser gebaut werden, Zudem gibt es bei Bestandsgebäuden neue Balkone und Aufstockungen bzw Dachausbauten. Ein Rundumprogramm. Bauantrag & Genehmigung bestehen jedoch noch nicht.





    abfotografiert und mir zugeschleust


    Eine Anwohner-Initiative "Moorkamp" hat sich bereits gefunden und schicken als erstes - wie soll es auch sein - ihre Kinder vor.


    Ich sehe der ganzen Nachverdichtung auch sehr skeptisch gegenüber. Bebaute Grünflächen sind irreversibel verloren. Olaf Scholz groß angekündigte Zahl von 10.000 Wohnungen pro Jahr fliegt ihm derzeit um die Ohren. Ja wir brauchen neuen Wohnraum. Aber bitte jetzt nicht auf Teufel komm raus jeden kleinsten Flecken Erde zur Bebauung freigeben. Gerade in den bereits sehr dicht besiedelten Gegenden. Man sollte - so finde ich - gerade die lange vernachlässigten Gegenden wie Veddel, Hamm, Horn, Eilbek, Hammerbrook - die sich nach dem Bombenhagel schwer wiedergefunden haben (Hamm und Horn schuf Gott im Zorn) - endlich mal attraktiver machen und die Wohnqualität zurück geben, die es eigentlich verdient hätte.


    Barmbek ist der beste Beweis, wie ein Stadtteil wie Phoenix aus der Asche sich unglaublich ins Positive ändern kann. Durch den Wohnungsbau und damit verbundenen Urbanisierung hebt es die Attraktivität eines Stadtteils.


    http://www.deutschlandradiokul…ml?dram:article_id=362026


    http://www.abendblatt.de/hambu…ennen-Menschen-leben.html


    http://www.hamburg1.de/nachric…ung_freie_Innenhoefe.html

  • passend auch zur o.g. Nachverdichtung ist der Ärger in Nienstedten.


    Hier werden optische Fremdkörper im beschaulichen einstigen Fischerdörfchen Nienstedten reingeknallt, was den Anwohnern missfällt


    Leider hat das Abendblatt eine reißerische Schlagzeile draus gemacht. Dabei geht es hier um die Wahrung des Baustils in der Gegend und nicht um reiche oder nicht reiche Menschen.


    Selbiges Thema hatten wir bereits bei der Elbchaussee, wo der bauliche Wildwuchs mit 0815 Architektur den Charme der Straße zerstört. Aber die Stadt winkt alles durch. Die 10.000 zu erreichen scheint wichtiger als der Baustil zu sein.


    http://www.abendblatt.de/hambu…uen-reichen-Nachbarn.html

  • Hamburg erreicht die 10.000er Marke

    In den Bezirken Wandsbek (1.538 neue Wohnungen) und Hamburg-Nord (1.002 neue Wohnungen) werden die meisten Baugenehmigungen erteilt.


    Allerdings werden langsam die Grundstücke knapp. Wobei viele Flächen (vorzugsweise im Krieg zerstörte Eckhäuser) nicht optimal genutzt werden.


    Meine Vorschläge:


    Lange Reihe (meines Wissens blockiert durch eine Erbengemeinschaft)


    Steindamm links und rechts


    Ditmar-Koel-Straße


    Eppendorfer Weg


    usw.


    http://www.ndr.de/nachrichten/…gsbau,wohnungsbau272.html

  • Hamburg vollzieht erstmals eine „Zwangsenteignung“ auf Zeit vor, da selbst nach mehrmaligen Androhungen und Strafen ein Hausbesitzer die Wohnungen nicht vermietet und lieber leer stehen lässt.


    Laut dem aus 2013 stammenden Hamburger Wohnraumschutzgesetz Paragrafen 12a und 12b darf das Bezirksamt einen Treuhänder „zur Wiederherstellung des Wohnraums für Wohnzwecke“ einsetzen. Dieser kann notwendige Renovierungen auf Kosten des Vermieters beauftragen und die leer stehenden Wohnungen vermieten.


    Erst danach hält der Eigentümer die Verfügungsgewalt über seinen Besitz zurück und ist dann an die von ihm nicht selbst abgeschlossenen Mietverträge gebunden.


    http://www.mopo.de/hamburg/woh…ermieter-in-hamm-25073502


    https://www.taz.de/Stadt-macht…gegen-Leerstand/!5353348/

  • Hamburg soll wieder höher und dichter bauen.


    Es sollen "Urbane Gebiete" entstehen,


    sprich
    - 80 % der Grundstücke dürfen bebaut werden (sonst 60%)
    - Wohnen und Arbeiten verschemelzen wieder zusammen anstatt erine Gewerbe oder Wohngebiete. Direkt nebeneinander dürfen Wohnungen, Kleingewerbe, Gastronomie und Einzelhandel entstehen


    Also Gründerzeitviertel und Gängeviertel 2.1.6.


    http://www.ndr.de/nachrichten/…t-werden,baurecht112.html

  • ^^ Verglichen mit Berlin hat Hamburg großzügigere Hinterhöfe.


    Wenn es sich bei der Bebauung tatsächlich um eine behutsame Nachverdichtung handelt, ist dagegen nichts einzuwenden. Aber oft ist das leider nicht der Fall.

  • Wohnungen über Bahngleisen

    Aus Platzmangel wird die Überbauung von U-und S-Bahngleisen in Erwägung gezogen. Das ist die Idee der regierenden Parteien SPD und Grüne.


    Dazu wird in der nächsten Woche ein gemeinsamer Antrag in die Bürgerschaft eingebracht. Darin wird der Senat aufgefordert, "kreative Konzepte bei der Entwicklung urbaner Räume zur Schaffung von Wohnraum (...) zu berücksichtigen".


    Als mögliche erste Standorte werden bereits genannt:


    - Linie U3 zwischen den Haltestellen Feldstraße und Sternschanze
    - Linie U2 vor und hinter der Haltestelle Hagenbecks Tierpark
    - S-Bahn-Strecke vor und hinter der Haltestelle Wandsbeker Chaussee


    Ein Knackpunkt sind die höheren Baukosten und der Schallschutz.


    Quelle: http://www.abendblatt.de/hambu…en-ueber-Bahngleisen.html



    Ähnliche Pläne gab es bereits in der Vergangenheit. Meiner Meinung nach sollten die Gleise vor und hinter der U2-Station Hagenbecks Tierpark nicht überbaut werden. Das Umfeld sollte parkähnlich bleiben.

  • Nabu will Bebauung von Grünflächen stoppen (Paywall)


    Der NABU will eine Volksinitiative starten, um zu verhindern, dass immer mehr Grünflächen mit Wohnungen bebaut werden. Das könnte 2020 dann zu einem Volksentscheid führen (dann sind auch Bürgerschaftswahlen). Offizielles Ziel "Hamburgs Grün nach Fläche, Volumen und Naturwert mindestens zu erhalten", sollten doch Grünflächen bebaut werden, so müsse ein 1zu1-Ausgleich geschaffen werden.

  • Naja, ist doch klar: Diejenigen, die weniger verdienen dürfen an lauten und dreckigen Orten wohnen und die Reichen machen es sich an Alster und anderen schönen Gegenden gemütlich. Willkommen in der 2 Klassen Gesellschaft :-)