Wohnungsmangel und -bau in Hamburg - Diskussionsthread

  • Von den Sozialwohnungen rede ich nicht. Übrigens wird die Wohnung ja sowieso vom Amt bezahlt. So what?


    Das Amt bezahlt eben NICHT die ganze Miete. Das weiss ich aus eigener Erfahrung.


    Das Amt bezahlt für ALGII-Empfänger nur bis zu einer bestimmten Obergrenze. In Hamburg wird zur Bestimmung dieser Obergrenze derzeit der Mietenspiegel von 2007 herangezogen. Derzeit gilt noch eine Fachanweisung, die den Wohnraumbestand in Baualtersklassen unterteilt. Dadurch ergeben sich je nach Baualtersklasse Höchstwerte für Mietzuschuss von z.B. 277,00-382,50 Euro bei 1-Personen-Haushalten und und 332,40-459,00 Euro bei Zwei-Personen-Haushalten. Alles, was darüber geht, muss der ALGII-Empfänger von seinen derzeit 374 Euro ALGII selber tragen.


    Für Geringverdiener gibt es zwar das Wohngeld, aber es ist ein Mietzuschuss, und keine vollständige Übernahme der Mietkosten vom Amt. Da die Berechnung des Wohngelds von zu vielen Faktoren abhängt, habe ich mal folgende Beispiele genommen. Ich denke mal, 1000 Euro Brutto geht in Hamburg als geringes Einkommen durch:

    Beispiel 1 (durchaus realistisch): 1-Personen-Haushalt, 1000 Euro brutto monatlich (= etwa 780 Euro netto), 400 Euro Warmmiete. Monatlicher Mietzuschuss vom Amt: 107 Euro.


    Beispiel 2 (natürlich nicht real): 1-Personen-Haushalt, 1000 Euro brutto monatlich, 1000 Euro Warmmiete. Monatlicher Mietzuschuss vom Amt: 117 Euro.


    Die Grenze beim Wohngeldanspruch liegt übrigens bei knapp 1300 Euro monatlichem Bruttoeinkommen. Ab diesem Betrag gibt es selbst dann kein Wohngeld mehr, wenn die Miete bei utopischen 1000 Euro warm liegen würde.



    Ich glaube, ich brauche dir nicht zu sagen, dass die Behörden bei der Anpassung der Berechnungsgrundlagen an aktuelle Marktpreise immer hoffnungslos hinterher hinken. ;)

  • Da München schon fiel, Stadt/Umland München gehen eine Symbiose ein. Beide profitieren voneinander. Ob ihr das dann mit erneutem lokalpatriotischen Tusch "Nordstaat" nennt oder einfach zu Niedersachsen dazu geht ist dabei doch vollkommen egal. Ich würde im Übrigen nicht "Hauptstadt" sein wollen, diese bürokratische Funktion besetzt nämlich große prominente zentrale Flächen. Wäre Hamburg nur eine Gemeinde von vielen in einem Flächenstaat würden mit Sicherheit einige Liegenschaften und Areale in zentralem Bereich zur Neuentwicklung frei. Üblicherweise sind Behördenkieze leblos und nach Dienstschluss menschenleer.


    Und selbst das bundesdeutsche Durchschnittseinkommen, welches viel niedriger als jenes in Bayern oder auch Hamburg ist, liegt sehr viel höher als 1.000 Euro Brutto. Mit solch einem Einkommen gilt man nach hiesiger Definition als "arm". Siehe die Pfändungsfreigrenze die einem nur das Lebensnotwendige lässt, die wohl am aufschlußreichsten ist, da die Regierung die offizielle Armutsgrenze gerne etwas niedriger ansetzt um weniger Sozialleistungen zahlen zu müssen, denn unter diese Grenze darf ja kein Bundesbürger fallen qua Sozialstaatsauftrag. Die Pfändungsfreigrenze liegt bei einem Alleinstehenden nach meiner Erinnerung bereits über 1.000 Euro NETTO monatlich.


    Wie so oft wird anhand einer kleinen, sicherlich nicht unwichtigen aber nicht mehrheitsbildenden, Minderheit der Sozial Schwachen ein Thema diskutiert. Das führt uns doch nirgendwo hin.

  • Aehm. sorry.... Symbiose? Behördenkieze? Nordstaat? Sozialstaatsauftrag? mehrheitsbildende Minderheit? Pfändungsfreigrenze bei Alleinstehenden?


    Ich glaube du hast es jetzt 'elegant' geschafft einen Beitrag zu schreiben der nun wirklich ueberhaupt gar nichts mehr mit dem Thema zu tun hat. Das lautet naemlich, wenn ich daran erinnern darf: Kleingaerten vs Wohungsbau.


    Aber wenn schon off Topic, dann bitte:


    Ob ihr das dann mit erneutem lokalpatriotischen Tusch "Nordstaat" nennt oder einfach zu Niedersachsen dazu geht ist dabei doch vollkommen egal.


    Du hast nach wie vor nicht verstanden, dass das - unabhaengig davon ob Hamburg das denn nun wollte oder nicht - das ganze eben keine rein Hamburger Entscheidung waere. Glaubst Du denn im ernst Hamburg koennte sich mit einem anderen Bundesland gegen dessen Willen zwangsfusionieren? Das ganze ist a) vooellig absurd und hat b) nichts mit dem Thema zu tun! Also warum im aller Welt...?

  • Damit hast du zwar recht, aber ich bin nicht der einzige der nicht an der Threadüberschrift klebt. Insofern, nix für ungut.. dann lassen wir es an der Stelle.

  • Das Amt bezahlt eben NICHT die ganze Miete. Das weiss ich aus eigener Erfahrung.


    Das ist ja auch richtig so.


    Das Amt bezahlt für ALGII-Empfänger nur bis zu einer bestimmten Obergrenze.


    Das ist auch richtig so. Dennoch wäre ich dafür, dass eine Pauschale ausgezahlt wird, das würde bessere Anreizwirkungen schaffen. Aber bis zu dieser Grenze wird eben alles gezahlt.


    Für Geringverdiener gibt es zwar das Wohngeld, aber es ist ein Mietzuschuss, und keine vollständige Übernahme der Mietkosten vom Amt.


    Und auch das ist richtig so. Warum sollte man Geringverdienern auch die komplette Wohnung bezahlen?


    Die Grenze beim Wohngeldanspruch liegt übrigens bei knapp 1300 Euro monatlichem Bruttoeinkommen. Ab diesem Betrag gibt es selbst dann kein Wohngeld mehr, wenn die Miete bei utopischen 1000 Euro warm liegen würde.


    Die Aussage ist schon ein wenig bizarr. Wieso sollte man das auch noch honorieren, wenn jemand sich eine Wohnung wählt, die völlig über seinen Verhältnissen liegt? Jeder Mensch muss schließlich normalerweise eine Wohnung wählen, die er auch mit seinem Einkommen bezahlen kann. Das ist ganz normal. Nur bei Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern ist dieses Prinzip leider ein wenig außer Kraft gesetzt.


    Aber jetzt sollten wir vielleicht wieder zum eigentlichen Thema zurück kommen.

  • Ich finde im Prinzip alle :D


    Aber im Erst: Alles was in weniger als 10 Km Radius von der Innenstadt liegt und in 500m Radius von einer S- oder U-Bahn Station liegt und nicht durch extremen Laerm / Industrie gestoert wird gehoert auf den Pruefstand und sollte bevorzugt dem (Geschoss-)Wohungsbau ueberlassen werden.


    Schlecht ist, dass es kaum Kleingärten gibt, auf die alle diese Kriterien zutreffen. Typischerweise liegt eine Kleingartenkolonie oft dort, wo man nicht wirklich dauerhaft wohnen möchte. Beispielsweise neben einem Industriegebiet, neben der Autobahn oder neben der Eisenbahn (Eine Hamburger Kleingartenkolonie liegt sogar in einem Gleisdreieck).


    Die Kleingartenfläche in Stellingen kommt vielleicht infrage, wenn der Autobahndeckel denn tatsächlich realisiert wird...
    Momentan will man keinem zumuten, da zu wohnen; denn zum Autobahnlärm kommt noch die 6spurige Kieler Straße und die S-Bahn/Fernbahn in Hörreichweite. Und Fluglärm.
    Mit Autobahndeckel ist zumindest das eine Problem gelöst. Aber eine tolle Wohnlage ist es dann noch immer nicht.


    Viele Kleingärtenflächen werden nicht zu Wohnzwecken genutzt, weil sie sich dazu nicht eignen...

  • Viele Kleingärtenflächen werden nicht zu Wohnzwecken genutzt, weil sie sich dazu nicht eignen...


    Mag sein, aber es gibt in Hamburg eben auch noch mehr als genug Kleingartenflaechen die sich sehr gut eignen wuerden. Zum Beispuel grade an Eisenbahnlinien. Das war frueher vielleicht einmal ein Hindernis, als dort noch laute Zuege vorbeidonnerten, gezogen von qualmenden Dampflocks. Heute wo auf vielen Strecken zu 90% leise elektrische Personenzuege fahren und wo Wohungen nach modernen Baustandards erstellt werden sind diese Flachen gradezu praedestiniert fuer Wohungsbau.


    Nur als Beispiel: Diese 53 neuen Eigentumswohnungen liegen keine 10m von der Bahn. Es scheint kein Problem zu sein, trotz vorbeifahrenden Zugen alle 2:30 Min morgens und abends zu Spitzenzeiten.

  • Noe, glaub' ich nicht, dass das damit zu tun hat. Zum Beispiel am Grete-Zabe-Weg in nicht grade "trendigen" Eilbek werden auch Wohungen quasi direkt neben der Trasse der S-Bahn und Gueter-Umgehungsbahn gebaut. Diese hier etwa.


    Aber auch dieses recht grosse Projekt in Ottensen mit ueber 100 Eigentumswohungen und ebenfalls ueber 100 Mietwohnungen wird direkt neben der S-Bahn gebaut. Es handelt sich dabei um dieses Grundstuck in Ottensen.



    Es scheint nicht, dass die Naehe zu einer Bahnlinie ein besonders Problem fuer Nutzung, Vermietung oder Verkauf darstellt.

  • Die Aussage ist schon ein wenig bizarr. Wieso sollte man das auch noch honorieren, wenn jemand sich eine Wohnung wählt, die völlig über seinen Verhältnissen liegt? Jeder Mensch muss schließlich normalerweise eine Wohnung wählen, die er auch mit seinem Einkommen bezahlen kann. Das ist ganz normal. Nur bei Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern ist dieses Prinzip leider ein wenig außer Kraft gesetzt.


    Wenn die Mietpreise stärker steigen als das Einkommen, dann ist es etwas schwierig, eine bezahlbare Wohnung in noch angemessener Distanz zur Arbeitstelle zu bekommen bzw. die aktuelle Wohnung halten zu können. -> Reichenghettos im Zentrum und Armenviertel am Stadtrand.


    PS: Warst du schonmal selber auf Sozialleistungen angewiesen? Wenn man gewohnt ist, für sein Einkommen zu arbeiten (oder zumindest diese Einstellung hat) ist das kein Zuckerschlecken mit der ganzen Behördenrennerei. Aber gut, das gehört jetzt nicht in diesen Thread.

  • Wenn die Mietpreise stärker steigen als das Einkommen, dann ist es etwas schwierig, eine bezahlbare Wohnung in noch angemessener Distanz zur Arbeitstelle zu bekommen bzw. die aktuelle Wohnung halten zu können. -> Reichenghettos im Zentrum und Armenviertel am Stadtrand.


    Ach, hör doch auf. Das ist doch völlig überzogen. Und wenn es tatsächlich irgendwann unerschwinglich wird, dann muss man halt umziehen. Alles ganz normal, müssen doch alle Menschen so handhaben. Wenn man sich etwas nicht (mehr) leisten kann, dann muss man sich Alternativen suchen oder darauf verzichten. Das ist schade, läßt sich aber nicht ändern.


    PS: Warst du schonmal selber auf Sozialleistungen angewiesen? Wenn man gewohnt ist, für sein Einkommen zu arbeiten (oder zumindest diese Einstellung hat) ist das kein Zuckerschlecken mit der ganzen Behördenrennerei. Aber gut, das gehört jetzt nicht in diesen Thread.


    Nein, aber ich kenne durchaus Menschen, die darauf angewiesen sind. Ich gönne das keinem und weiß auch, dass es in vielen Fällen nicht selbstverschuldet ist. Und zur Behörde rennen zu müssen mag nicht schön sein, aber glaubst Du eine 60-Stunden-Woche ist wesentlich angenehmer? Es sei denn man liebt seinen Job... ;-)


    Aber wir werden hier gleich des Forums verwiesen, wenn wir weiter so am Thema vorbei diskutieren.


    Zurück zu den Kleingärten, wenn ich mich mal auf Google Maps umschaue, dann finde ich einige Kleingärten, die für die Wohnnutzung geeignet wären:
    - Am Stadtpark Kleingartenkolonie Borgweg
    - Am UKE befinden sich gleich zwei Kolonien
    - Rund um Hagenbecks Tierpark sind drei Kolonien
    - Am Alsterlauf sind mehrere Kleingartenkolonien
    - Kleingartenvereine Holmbrook und Waldenau an der A7
    - Am Volkspark sind zwei Kleingärtenvereine
    - Auf der Billhuder Insel und Umgebung
    - An der Horner Rennbahn
    - In Wilhelmsburg sind unzählige Kleingarten- und andere Flächen, hier könnte man 10.000 Wohnungen bauen


    Das habe ich nur bei kurzem, groben Schauen gefunden.

  • ^
    Auf viele der von Dir genannten Kolonien treffen aber die von Midas anfangs geposteten Voraussetzungen nicht zu.


    So ist etwa die Billhuder Insel größtenteils schlecht an den ÖPNV angebunden.
    Das gilt auch für die meisten Kolonien in Wilhelmsburg.


    In Hamburg gibt es noch reichlich Brachflächen, die für den Wohnungsbau genutzt werden können und z.T. ja auch schon werden.
    Hamburg ist eine sehr grüne Stadt. Das ist zu einem nicht unerheblichen Teil den Kleingärtnern zu verdanken, die diese sozusagen kostenlos pflegen. Wenn sich da den Zustand einiger öffentlicher Parks ansieht.


    Ich möchte die Existensberechtigung der Kleingärten ja nicht zu hoch hägen, wenn es den sein muss, müssen sie auch weichen (z.B. wenn LH Technik sich erweitern will). Aber sie generell in Frage zu stellen, sie für genaus verfügbar zu halten wie Brachflächen, finde ich reich absolut falsch.
    Die Umnutzung für Wohnungsbau oder Gewerbe sollte die Ausnahme bleiben und vorher mögliche Alternativen in Erwegung gezogen werden.

  • ...die diese sozusagen kostenlos pflegen


    Das ist m.E. nach eine grobe Fehleinschaetzung! Wenn ich dir meinen Rolls Royce fuer einen Euro am Tag zur freien Verfuegung ueberlasse und ihn nach einem Jahr von Dir 'blankgeputzt' zurueck bekomme, dann ist das aus meiner Sicht alles andere als kostenlos. Im Gegenteil: es waere wohl die teuerste Autowaesche aller Zeiten.


    Ebenso ist es mit den Kleingaerten und der Stadt: Hamburg entgehen in massivem Umfang Einnahmen weil es wertvolle Flaechen fuer einen eher symbolischen Preis einem kleinen ausgewaehlten Teil der Bevoelkerung zur Exklusivnutzung ueberlaesst, statt diese Flachen konsequent zu vermarkten, zu entwickeln oder zu veraeussern.


    Dagegen ist so lange nichts einzuwenden, wie es keinen Druck gibt diese Flaechen besser inwertzusetzen. Doch man muss auch mal zur Kenntniss nehmen, dass die Dinge sich aendern und dass ein solcher Marktdruck heute sehr wohl besteht.

  • Das Gebiet um den Volkspark ist kein Wohngebiet. Dort gibt es den HSV ,eine Reihe Mittelstandsumternehmen und eine Chemiefabrik etc.
    Glaubt mir da will niemand wohnen!
    Deshalb wäre es sehr unklug die dortige Siedlung plattzumachen. Das wäre purer Aktionismus.

  • Die Kleingärten in Hamburg sind erhaltenswert und wichtig. Wenn ich das gerede von vermarkten und inwertsetzen höre, finde ich es traurig, dass der tatsächliche Wert dieser Kolonien als Refugium für Tier und Pflanzen und Erholungsraum für Stadtmenschen nicht erkannt und ausser Acht gelassen wird. Wenn diese Flächen zugebaut werden, kommen wir immer weiter in Richtung monotone Häuserwüste, gestaltet aus den Profitinteressen geldgeiler Kapitalisten.
    .

  • Würdest du auch so reden, wenn auf dem Gelände städtische Sozialwohnungen gebaut würden?


    Bezüglich Rückzugsraum für Tiere: Dann sollte man lieber gleich einen Teil eines Kleingartengeländes komplett für Menschen sperren und verwildern lassen. Auf den Rest kommen Wohnungen mit Grünflächen drumherum, wenn es der Platz hergibt.

  • Das Gebiet um den Volkspark ist kein Wohngebiet. Dort gibt es den HSV ,eine Reihe Mittelstandsumternehmen und eine Chemiefabrik etc.
    Glaubt mir da will niemand wohnen!
    Deshalb wäre es sehr unklug die dortige Siedlung plattzumachen. Das wäre purer Aktionismus.


    Ich melde mich freiwillig! Würde der Stadt gerne einen ortsüblichen Preis/m2 zahlen.
    Der Hamburger Grundstücksmarkt ist zur Zeit komplett leergekauft.

  • ...Refugium für Tier und Pflanzen...


    monotone Häuserwüste gestaltet aus den Profitinteressen geldgeiler Kapitalisten..


    Ach Gott, wie herrlich...!


    Das war natuerlich absehbar, dass es in diesem Thread nicht lange dauern wird bis jemand mangels echter Argumente entweder den Lebensraum ach-so-wichtiger Kaefer und Wuermer ins Spiel bringt oder gleich den guten alten Klassenkampf ausruft, oder - ganz gekonnt - gleich beides!


    Volker Pispers formulierte es mal so schoen: "Wenn man morgens aufsteht und weiss wer der Feind ist, dann hat der Tag Struktur"


    ***


    Nebenbei ist natuerlich eine Umwandlung von Kleingaerten in Geschosswohungsbau oekologisch hoechst sinnvoll. Wer das bezweifelt, der vergisst in Szenarien und Alternativen zu denken. Die Realitaet ist, dass es einen Marktdruck auf die Flaechen gibt, ob man will oder nicht. Wenn diesem Druck nicht zumindest in Teilen nachgegeben wird, dann bleibt es eben nicht beim Status Quo, sondern es realisieren sich mittelfristig die Alternativen. Das ist dann die beruehmte "normative Kraft des Faktischen".


    Die Klientel fuer die mittelpreisiger Geschosswohungsbau infrage kaeme baut dann Reihenhaueser in Seevetal, Norderstedt, Neu Wulmstorf, Pinneberor oder entsprechenden Lagen anstatt in Hamburg in eine "adequat grosse Wohung zu ziehen": Die Folgen davon sind:


    a) um den Faktor 3-4 hoeherer Flaechenverbrauch fuers Wohnen (nur eben anderswo, naemlich im Umland)


    b) um den Faktor 2-3 hoherers Verkehrsaufkommen durch Berufstaetige


    c) Steuerverluste fuer Hamburg (Lohnsteuer-Zahler wandern ins Umland ab Transferleistungsempfaenger aber nicht)


    aus b) resultiert zudem erhoehter Druck, Gruenflaechen in Hamburg zu Verkehrsflaechen umzuwandeln (Strassenausbau, P+R Plaetze, Umgehungsstrassen)


    Die Faktoren a) b) und c) entstehen objektiv und lassen sich auch nicht dadurch negieren, dass wir beim Aufstehen alle die Internationale singen und auf Heuschrecken schimpfen. :nono:

  • Ach Gott Midas,


    welche Interessen du verfolgst, lässt sich aus deinen Posts hier ja recht gut herauslesen und deine Antwort kannte ich schon, bevor du diese geschrieben hast.... :)
    Wenn du daraus liest, dass es nur um Käfer und Würmer geht, sagt das schon alles und wenn du Volker Pispers ins Spiel bringst, dann solltest du dich mal an die eigene Nase fassen....


    Warum ist die Stadt nicht fähig, Wohnraum aus leerstehenden Gewerbeflächen zur Verfügung zu stellen ?
    Das Problem der Wohnungsnot wäre erheblich gemindert und man müsste nicht darüber reden, ob Kleingärten im grossen Stil deswegen plattgemacht werden müssen. Aber stattdessen wir ein Klotz nach dem Anderen aus dem Boden gestampft....


    Es geht doch letztendlich nur darum, Geld aus den Flächen zu machen - nicht mehr und nicht weniger.