Revitalisierung Bötzow-Brauerei [im Bau]

  • Revitalisierung Bötzow-Brauerei [in Planung]

    Vor einigen Wochen die Bötzow-Brauerei an der Prenzlauer Allee für 18 MEURO von einer Berliner Investorengruppe gekauft worden. Geplant ist ein Wohnviertel mit Wohnungen, Galerien, Restaurants und Läden. Auch ein Brauereimuseum soll entstehen; zudem könnten in den Kellergewölben Klubs eröffnen und Musiker dort Probenräume einrichten. Man wolle die Identität der Bötzow-Brauerei erhalten und alle Gebäude denkmalgerecht sanieren. Für das 100 MEURO teure Projekt liegen vom Architektenbüro Graft bereits erste Entwürfe vor.


    Probleme könne es noch mit den geplanten 6000m² Einkaufsfläche geben. Dem Bezirk wäre diese zu hoch. Sie sollte das Maß eines Nahversorgungszentrums nicht überschreiten. Die Investorengrupe möchte darauf jedoch nicht verzichten.


    Artikel Berliner Zeitung

  • Der Highline Park ist eine Nachnutzung einer alten Hochbahn-Linie. Ich wüsset nicht, wie man dies künstlich auf dem Brauerei-Gelände machen will. Oder ist es einfach eine begrünte Dachterasse?

  • Bötzow - Brauerei

    Property Magazine schreibt und zeigt gleich eine Visualisierung über die Pläne des Medizintechnikunternehmens Otto Bock. Demnach sind Wohnungen, Hotel, Skulpturengarten und Gastronomie geplant. Auch arbeitsplätze werden wohl entstehen, eine Rollstuhlmanufaktur soll errichtet werden.
    Die Investionen werden sich auf 100 Meuro belaufen.
    http://www.property-magazine.d…zu-neuem-leben-41234.html

  • Alle Achtung,was die Duderstädter hier in Berlin auf die Beine stellen.Der Entwurf sieht richtig gut aus.Schon beim Neubau in der Ebertstrasse,hat sich die Otto Bock GmbH wirklich innovativ gezeigt.

  • Die Visualisierungen sehen in der Tat recht vielversprechend aus. Die "schwebenden" Glasbauten wirken mE nicht zuletzt durch ihre leicht geschwungene Form überhaupt nicht klobig. Die tragenden Säulen habe ich so auch noch nicht gesehen und finde die Materialwahl sehr gelungen. Ich würde das Ganze zwar nicht unbedingt als (klassisch) schön bezeichnen, aber reizvoll und interessant treffen es allemal. Das Zusammenspiel mit den Backstein-Gebäuden dürfte zudem sehr spannend werden. Auch die Grünflächen scheinen anspruchsvoll gestaltet. Insgesamt könnte es eine neue Fascette in der Berliner Architekturlandschaft bilden.


    Ich freue mich natürlich auch über die hohen Investitionen und die zusätzlichen Arbeitsplätze. "Kreativfabrik" und "Rollstuhlmanufaktur" klingen ja eher nicht nach großen Dimensionen, aber es ist allemal besser als "nur" (vermutlich eher gehobenes) Hotel, Wohnen und Kultur. Schön auch, dass der Skulpturenpark öffentlich sein soll.

  • Otto Bock HealthCare hat dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht:

  • Die Berliner Zeitung bringt einen längeren Artikel, der die Motive für die Standortwahl und die Entwicklung eines passenden Konzeptes etwas beleuchtet. Chelsea Market und Highline Park in New York sowie Camden Market in London sind die klaren Vorbilder. Man will etwas Großes schaffen, das aber allen zugänglich ist. Verkauft wird keines der Objekte und auch die Vermietung wird sehr selektiv verlaufen. Der Altbestand soll zudem sehr behutsam saniert werden. Es klingt nach einem goldenen Investor ;)


    Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf. Das könnte die Hackeschen Märkte evtl. sogar noch "toppen" zumindest aber ein reizvolles Pendant dazu bilden.


    http://www.berliner-zeitung.de…el,10809148,11308212.html

  • Hallo Zusammen,


    lange verfolge ich dieses Forum und nun endlich hab ich mich dazu durchgerungen mich auch aktiv zu beteiligen. Mein erster Beitrag und das auch noch an Weihnachten...


    Das ist in der Tat ein vielversprechender Entwurf. Leider gibt es viele zu wenige mutige Bauwerke in Berlin, die Chancen die sich geboten hätten, wurden allzu oft liegen gelassen und man hat sich schnell im beliebigen "Glas, Quadratisch, Praktisch, gut" Einerlei wiedergefunden.


    In diesem Konzept gefällt mir besonders gut, altes Mauerwerk zu belassen und das sehr moderne Konzept zu integrieren. Sehr schön gelungen.


    Andererseits - es ist in diesem Forum ja mehr als oft angeklungen - fehlt der Stadt ein entsprechendes Konzept wie Quartiere bebaut werden sollen. Das Stichwort Ensemble, Sichtachsen etc. sind in den Bebauungskonzepten in Berlin scheinbar völlig belanglos. Schaut man sich das Soho-Haus an, das Gebäude was das MC-Fit beherbergt und die angrenzende Backfabrik kann man von einem Ensemble sprechen und es erscheint "stimmig".


    Denkt man an die Gründerzeiten-Häuser in der Verlängerung der Saarbrücker-Str. könnte man ja durchaus auf die Idee kommen, auch die Bötzow-Brauerei in dieses Ensemble mit aufzunehmen - und hier das Quartier entsprechend zu komplettieren.


    Dieser Entwurf kann für sich gesehen, wie schon gesagt, gefallen, bezieht man die Umgebung mit ein, muss man wieder zu dem Resultat kommen, in Berlin spielt die Harmonie der Architektur keine Rolle.


    Man hat ja in Berlin nicht wie anderen Städten ein harmonisches Altstadbild und könnte jetzt mal mutig crazy Architektur realisieren, die ausbricht. In Berlin ist es gelegentlich schon schwer zu ertragen, wenn man wirklich eine Straße entlang läuft, GründerzeitenBauten bewundert um dann einen Glaskasten vor die Nase gesetzt zu bekommen - der die schlimmsten 70ér Jahre Funktionsbauten übertrifft.


    Die "Mischung machts" - manchmal aber auch zur Qual.


    Frohe Weihnachten

  • Geplanter Umbau der einstigen "Bötzow-Brauerei"

    Als Liebhaber altehrwürdiger Bausubstanz war ich ziemlich begeistert, als die Abendschau in ihrer heutigen Ausgabe verkündete, dass der Inhaber des Medizintechnikunternehmens "Ottobock" plant, die ehemalige Bötzow-Brauerei "zur modernsten Orthopädietechnik-Werkstatt der Welt" umzubauen. Sollte dieses Projekt tatsächlich realisiert werden, wäre das wohl in mehrerlei Hinsichten ein echter Gewinn. :daumen:

  • Diverse Zeitungen werden morgen (heute bereits online) auch darüber berichten, u.a. Berliner Zeitung, Tagesspiegel.
    Das Projekt dürfte in trockenen Tüchern sein, erste Pläne schon vor Jahren vorgestellt (evtl. existiert hier noch ein eigener Thread im Forum?).
    Solche innovativen Projekte wünsche ich mir mehr in Berlin, besonders das Camden Market - Konzept würde sehr gut in die Gegend passen und innerstädtische Biergärten laufen auch gut :daumen:

  • [...] (evtl. existiert hier noch ein eigener Thread im Forum?) [...]


    Ja, es gibt hierzu tatsächlich einen eigenen Thread, den ich leider übersehen habe, sorry! Vielleicht kann einer der Moderatoren unsere Beiträge diesbezüglich dorthin verschieben? :)


    Der Tagesspiegel berichtet übrigens in der Tat schon heute online, dass das Projekt etwa 45 Millionen Euro kosten würde, die ursprünglichen Loft-Pläne für die Bötzow-Brauerei seien indes vom Tisch. 2015 sollen die Räumlichkeiten des "Ottobock Future Lab" dann bezugsfertig sein.

  • statt Lofts ein Luxushotel und mehr Entwicklungsjobs

    Das Projekt scheint sogar noch zu wachsen. Hier mal eine Zusammenfassung der wichtigsten Details:


    Das "Ottobock Future Lab" soll nicht mehr wie zunächst angekündigt 50-80 Jobs bieten, sondern um die 200 und es soll auch Platz für Startups (e.g. aus der TU) geben. Dafür allein sollen vier Gebäude mit insgesamt 8600m² genutzt und 40-45 Mio Euro investiert werden (insgesamt wird mit ca. 200 Mio € geplant)! Alle Innovationen sollen künftig hier entstehen, da man hier eher Nachwuchs finden und anlocken kann als im Stammsitz und Produktionsstandort in Duderstadt. In Berlin wird es künftig einen Think Tank, eine "Design Academy" sowie die nach eigenen Angaben weltweit modernste orthopädische Werkstatt geben.


    Laut MoPo plant zudem ein Hotelentwickler aus den USA ein kleines Luxushotel mit rund 50 Zimmern und auch ein Nobelrestaurant von Tim Raue wird es geben, unter dem Namen "La Soupe Populaire" (zu Deutsch: Die Volksküche). Hierbei wird wohl primär beim Menu "nomen et omen" gelten, nur beschränkt bei der Preisgestaltung. Zudem sind weitere Restaurants geplant (ebenfalls unter Raues Federführung) sowie eine Cocktailbar.


    Ab 2015 sollen dann die alten Brauerei- und Gärkeller (5000m²) durch einen Wandelgang erschlossen und in neuer wie auch in alter Form reaktiviert werden: Es soll ein Markt mit kleinen Boutiquen und Kunstgalerien entstehen und es soll tatsächlich auch wieder Bier gebraut und ausgeschenkt werden (sicher wird auch das neue Bier eher ein exklusives "Luxusgesöff" ;) Die alte Bausubstanz soll dabei möglichst erhalten bleiben und selbst die frühere Villa von Julius Bötzow könnte wieder erstehen!


    Ansonsten soll es an der Saarbrücker Straße auch einige Neubauten geben, ebenso eine Tiefgarage für 500 PKW. Auch von einem Skulpturenpark ist die Rede. Und es soll weiter Spielraum für neue Ideen und Investitionen geben :daumen:


    http://www.morgenpost.de/berli…brauerei-investieren.html
    http://www.berliner-zeitung.de…he,10809310,22585954.html
    http://www.tagesspiegel.de/ber…brauerei-lab/8124672.html


    P.S.: Auch die Politik ist von dem Projekt begeistert. Wenn Plattner sich tatsächlich wie angekündigt von Potsdam abwenden sollte, kann er sicher gerne auch nach Berlin kommen und sich hier austoben. Unter anderem in Tempelhof und (hoffentlich) bald auch Tegel soll es ja viel Raum für neue Ideen geben, aber auch an alter Substanz fehlt es nicht. ;)