Neubau John-Cranko-Schule (fertig)

  • Ich bin sehr gespannt auf das Gebäude. Eines der architektonisch interessanten Bauprojekte in Stuttgart, auch wenn ich mich hier wieder nicht der allgemeinen Meinung anschließen kann. Ich finde es schön wie das Gebäude sich den Hang hinabstuft. Und mit Sichtbeton kann ich durchaus was anfangen.


    http://www.burger-rudacs.de/Jo…nko_Schule_Stuttgart.html


    Die Entwicklung des Architekturbüros Burger Rudacs aus München werde ich jedenfalls mit Interesse weiter verfolgen.


    Ein gelungenes Projekt (für mich):


    http://www.burger-rudacs.de/Be…le_Villn%C3%B6%C3%9F.html


    Matthias


    http://architektur.startbilder.de/

  • Was denn für eine allgemeine Meinung :confused:


    Bitte nicht alle immer in einen Topf werfen.


    Mein Favorit im Wettbewerb war zwar definitiv Delugan Meissl wegen seines dezent-eleganten Umgangs mit der Hangsituation bei gleichzeitig spielerisch-moderner Formgebung, aber der Siegerentwurf hat das Problem auch relativ gut gelöst, auch wenn er je nach Perspektive schon an stufenweise Schuhschachteln erinnert. Architektonisch interessant ist der Entwurf aber auch für mich allemal und ich bin gespannt, wie der Bau in Zukunft insbesondere von "unten" wirkt.


  • Ich kann mit Sichtbeton auch viel anfangen. Kubistische Treppeninstallationen in solchen Dimensionen an Hängen erachte ich als völlig unpassend! Meiner Meinung nach gehören sanft geschwungene Wellenförmige Körper an einen solchen Hang die zart ineinander übergehen und dadurch auffallen und nicht nur strikte Brüche und harte Kanten. Ich hätte mir hier den Schwung der neuen Staatsgalerie gewünscht oder zumindest größere runde Elemente, eben als Fortführung der Musikhochschule und Staatsgalerie.


    Grundsätzlich habe ich den Eindruck das dir kubistische Architektur (Klotzarchitektur) sehr zusagt. Kannst du das bestätigen?

  • Wie kann man nur auf die Idee kommen, in diesen Teil Stuttgarts den Sichtbetonvirus einzusetzen :nono:
    Dort haben weder Hochhäuser noch Sichtbeton etwas zu suchen. Bisher prägen das Viertel hübscher Altbau und überwiegend sehr wertiger und passender Neubau. Doch jetzt ein massiver Fremdkörper, dessen "Qualität" sich in störendem Kontrast zu erschöpfen scheint.

  • @ Silesia:


    Nein kann ich nicht bestätigen. Mir gefällt nicht jede Kiste aber dafür vieles andere. Favorisieren tue ich eher differenzierte Entwürfe.


    Wenn du mal meine Bilderseite besucht, das Meiste davon gefällt mir recht gut, Manche Gebäude sind auch aufgenommen, weil mich die jeweiligen Architekten interessieren, mir vielleicht dennoch das spezielle Projekt nicht so überzeugt, wie zum Beispiel das Caleido. Das Gerber und Milaneo werde ich vorläufig nicht aufnehmen. Aber es könnte sich meine Meinung dazu auch noch ändern, die kann ja nie endgültig sein.


    Ich versuche in der Bewertung von Architektur schon meiner eigenen Überzeugung zu folgen und die dann auch zu äußern.


    Den Entwurf für die Schule hier finde ich als solchen spannend, wie er dann letztlich in die städtebaulich Situation passt ist wieder eine andere Frage.


    Matthias


    http://architektur.startbilder.de/

  • Nun wird es aber Zeit, dass ich nach jahrelangem Mitlesen auch mal meinen Senf dazu schmiere!


    Erstmal Hallo in die Runde!


    Seht ihr, wieviel Bäume dafür sterben mussten? Wo waren die Baumbeschützer, wo waren Sie???


    Ich bin ganz bestimmt kein "Baumkuschler" und habe auch kein Problem mit dem rudimentären, eher symbolischen Grün im A1, ganz im Gegenteil, denn ich finde dass eine Stadt wie Stuttgart durch solche "Betonviertel" erst abwechslungsreich und damit interessant wird!


    Um ehrlich zu sein, gehen mir daher auch die gefällten Bäume für die John-Cranko-Schule ziemlich am Allerwertesten vorbei, es stimmt mich aber äußerst bedenklich, wenn manche Zeitgenossen beim Fällen und Zubetonieren von Bäumen in einer Großstadt, regelrecht "Siegestrunken" in Euphorie verfallen!


    Wenngleich ich das A1 als willkommene Abwechslung empfinde, möchte ich nicht in einer Großstadt leben, die nur aus einer solchen Betonwüste besteht und in der ich dann 10 Minuten Fußweg zum nächsten Baum habe, der nicht nur "Symbolcharakter" besitzt!


    Wander doch aus nach New York, wenn Dir jeder Baum als "bekämpfenswert" erscheint!


    Dasselbe mit "Bauhöhen" die hier ständig thematisiert werden: Ja, keine Frage, als "Leuchtturmprojekte" mit 1-2 pro Stadtviertel optisch interessant, die werden aber ja auch umgesetzt, siehe Cloud7 und LBBW im A1. Ansonsten macht es aber doch gerade das Flair von Stuttgart aus, als größtes Dorf der Welt, dass wir uns nicht in "Häuserschluchten" bewegen müssen. Und mal ehrlich: ein 150 Meter Turm in einem "Talkessel", das braucht doch kein Mensch, wenn überhaupt gehört soetwas auf den Pragsattel oder wie der GEWA nach Fellbach!


    Die John-Cranko finde ich (abgesehen dass auch mir natürlich der ursprüngliche Entwurf der Fassade deutlich besser gefiel) genau passend für Stuttgart, sich "an den Hang anschmiegend" sozusagen, statt als "Fremdkörper" wie ein Pickel abzustehen.

  • Hallo und Willkommen.
    Denke die meiste Persiflage der Art "Wo waren die Baumknutscher" in diesem Forum hat weniger mit einer eigenen Anti-Baum-Einstellung, sondern mit Aufzeigen von Inkonsequenz bzw. zweierlei Maß bei den S21-Gegnern zu tun.


    Ich selbst finde ebenfalls, daß auch ein paar abwechslungsreich verstreute Grünflächen unterhalb der Parkdimension einer Stadt Charakter, Identität und Lebensqualität bescheren. Das beißt sich jedoch mit der aktuellen politischen Agenda, annähernd jede Freifläche zu bebauen, um großflächige Versiegelung durch Neubaugebiete möglichst zu vermeiden. Im Prinzip okay, nur wie fast überall gilt auch hier: Alles in Maßen.
    Immerhin besitzt Stuttgart mit den umfangreichen Halbhöhen den Vorteil, sehr zentrumsnahe und doch lockere, qualitätvolle Bebauung hofentlich dauerhaft vorweisen zu können.


    Zu den Bauhöhen. Auch ich will keinen Hochhauskessel, wünschte mir aber gerade wegen des stuttgart-typischen natürlichen Reliefs eine entsprechende topographieverträgliche Aufnahme von Höhenunterschieden im architektonischen Bereich. Stattdessen werden doch ziemlich eintönig die üblichen 6-7-Stöcker hingeklotzt. Gerade die vielen Talblicke gewinnen doch durch die vorhandenen Türmchen, seien des Markuskirche, Postdirektion, Bülow-Turm oder selbst Charlotten-Hochhäusle.

  • Hallo Sapperlott,


    willkommen im Forum.


    Wander doch aus nach New York, wenn Dir jeder Baum als "bekämpfenswert" erscheint!


    Keine gute Idee, denn dort stehen 600.000 Bäume. ;) (http://gizmodo.com/every-tree-…ped-by-species-1698663088)


    Max BGF hat es schön auf den Punkt gebracht. Auch in Beitrag #45.


    Was die John-Cranko-Schule angeht, finde ich es bedauerlich, dass der filigrane Entwurf von Delugan Meissl nicht zum Zuge gekommen ist. Wobei man in diesen Zeiten schon froh sein muss, dass dieses Bauprojekt überhaupt realisiert wird.

  • Eines ist sicher: spannend ist der Entwurf. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Meinungen scheinen ja sehr deutlich auseinander zu gehen. Genau das wollen Architekten doch erreichen.


    Schade ist das nur, wenn dadurch organisch gewachsene Stadträume die wenig Spielraum zulassen, ihrer Homogenität bzw. ihrer architektonischen Zusammengehörigkeit beraubt werden.


    In diesem Fall finde ich hat der Architekt etwa übertrieben. Die Form polarisiert und passt offensichtlich nicht unbedingt an den Ort.
    Wäre mit einer ordentlichen Fassade nicht allzu schlimm, die Gebäudeform geht so in Ordnung, wirkt einigermaßen filigran (natürlich kein Vergleich mit Delugan), mit Sichtbeton allerdings...
    Diese Mode scheint nie enden zu wollen. An kleinen Gebäuden und in der entsprechenden Umgebung mag das vielleicht u.U. noch recht ansehnlich ausschauen, bei solchen massigen, raumfüllenden Gebäuden wirkt das aber nur noch bedrückend und greislich, vor Allem im Alter.


    Insgesamt also für meinen Geschmack ein eher mauer Entwurf, spannend ist er aber allemal.